Bebauungsplan

Gemeinderat Burgrieden stimmt für Siedlung mit Tiny-Houses

Burgrieden / Lesedauer: 3 min

Bundesweites Modellprojekt „Quartier für kleines Wohnen“ wird konkret
Veröffentlicht:21.12.2022, 11:39
Aktualisiert:21.12.2022, 23:18

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Nur ein Punkt stand auf der Tagesordnung für die letzte diesjährige Gemeinderatssitzung in Burgrieden . Doch was sich unspektakulär als „vorhabenbezogener Bebauungsplan“ las, war für den Ort keinesfalls eine alltägliche Verwaltungshandlung. Denn die vormals als „Tiny-House-Siedlung“ bekannte und nun unter dem Begriff „Quartier für kleines Wohnen“ neu geplante Wohnsiedlung im Teilort Rot hat eine weitere Hürde genommen. Der Gemeinderat hat dem Bebauungsplan am Montag mit großer Mehrheit zugestimmt.

Auf 1,2 Hektar soll ein Quartier für Modulhäuser entstehen

Der Burgrieder Gemeinderat beschäftigte sich am vergangenen Montag mit dem Bebauungsplan, der Billigung des Durchführungsvertrages sowie der Behandlung und Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen und Satzungsbeschlüsse. „Es ist ein besonderer Tag für Burgrieden. Ein großer Schritt in diesem Verfahren steht an“, leitete Bürgermeister Frank Högerle die Sitzung ein, die diesmal von medialem Interesse verfolgt wurde. Die Vorhabenträger Dr. Manfred Huchler sowie Wolfgang Huchler, die ebenfalls vor Ort waren, wurden vom SWR für eine Reportage begleitet.

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Die letzte diesjährige Gemeinderatssitzung wurde von einem Kamerateam des SWR begleitet. Nach drei Jahren haben die Burgrieder Räte am Montag mit großer Mehrheit zugestimmt, dass mit das „Quartier für kleines Wohnen“ in Rot gebaut werden kann. (Foto: Patricia Hummerjohann/Schwäbische.de)

Auf dem rund 1,2 Hektar großen Grundstück im Teilort Rot sollen laut Durchführungsvertrag 26 Parzellen für Modul-Häuser entstehen, die aus ökologischen und regionalen Materialien gefertigt sind. Die Modulhäuser sollen laut den Initiatoren zwischen 23 und 44 Quadratmeter groß sein. Außerdem sind Gemeinschaftsanlagen wie zum Beispiel Coworking-Arbeitsplätze oder Gemeinschaftsräume etwa für Feiern geplant.

Er würde nicht so weit gehen, es als „historischen Tag“ für Burgrieden zu bezeichnen, so Bürgermeister Frank Högerle, aber es sei tatsächlich ein besonderes Ergebnis für die Gemeinde, das deutschlandweite Modellprojekt in Rot zu realisieren. „Wenn sie diesen Unterlagen zustimmen, bekommt Rot ein Quartier, das Aspekte aufnimmt, die in Zukunft auch den ländlichen Raum verändern.“, so Högerle weiter. Es gebe weniger versiegelte Fläche als bei einem herkömmlichen Baugebiet, geteilte gemeinsame Räumlichkeiten für die Bewohner und die Nutzung von E-Mobiliät in einem Sharing-System.

Im Gemeinderat wurde sodann über den Durchführungsvertrag beraten, der als Voraussetzung für den Bebauungsplan Rechte und Pflichten des Vorhabenträgers regelt. So muss spätestens sechs Monate nach Inkrafttreten des Bebauungsplans der Bauantrag gestellt werden. Nach 18 Monaten soll das Erschließungsverfahren abgeschlossen sein. Auch ein Rückkaufsrecht für die Gemeinde wurde auf Wunsch des Gemeinderats in den Vertrag aufgenommen, um Einfluss- und Steuerungsmöglichkeiten bei einem Verkauf oder der Aufgabe des Vorhabens zu behalten. Die Themen, die im Vertrag festgehalten wurden, seien alle einvernehmlich und gut zwischen der Gemeinde und dem Vorhabenträger der „Tiny-Manufaktur Huchler GbR“ aus Gutenzell-Hürbel geregelt worden.

Gemeinderat stimmt für den Bau der besonderen Wohnsiedlung

Der Gemeinderat stimmte dem Durchführungsvertrag einstimmig zu. Außerdem wurden noch letzte Änderungen im Erschließungsplan aufgenommen. Statt einer Versickerung über Schächte, sei dies nun über Sickermulden geplant und im Vertrag entsprechend enthalten. Stellungnahmen aus der Öffentlichkeit gingen nun nicht mehr ein. Im Anschluss stimmten die Gemeinderäte dem vorhabensbezogenen Bebauungsplan mit großer Mehrheit zu.

Bevor der vorhabensbezogene Bebauungsplan rechtskräftig werden kann, wird dieser nun im kommenden Mitteilungsblatt der Gemeinde veröffentlicht. Frank Högerle zeigte sich erfreut über das die Entscheidung des Gemeinderats. „Ich halte das Projekt weiterhin für sehr spannend und bin neugierig, wie sich das Projekt weiterentwickelt, wer dort wohnen wird und wie wir in 10 Jahren zurückschauen werden.“