Rumzumäkeln

„An mir gibt’s nichts rumzumäkeln“, behauptet Josef Pfaff

Burgrieden / Lesedauer: 2 min

Burgriedens Bürgermeister strotzt vor Selbstbewusstsein, muss aber doch die Rathausschlüssel herausrücken
Veröffentlicht:28.02.2019, 19:22
Aktualisiert:22.10.2019, 12:00

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Die fünfte Jahreszeit steuert ihrem Höhepunkt entgegen. Zum Einstieg in die heiße Phase ist es bei vielen Narrenzünften am Glombigen Doschdig ein „Muss“, das Rathaus zu stürmen und den Schultes seines Amtes zu entheben.

So war das jetzt auch in Burgrieden, wo sich Riffelweible, Sallamale und Haldegoischter aufmachten, die Rathausschlüssel an sich zu reißen und den Bürgermeister zu entmachten. Großer körperlicher Anstrengungen bedurfte es dazu nicht – zu groß war die Übermacht der Hästräger, angeführt von ihrem Zunftmeister Michael Augat und seiner Stellvertreterin Nadine Kübler.

Standesgemäß begrüßte der „Noch-Hausherr“ Josef Pfaff die närrische Gesellschaft mit dem Burgrieder Narrenruf „Etz guggat au – ha lass me gau“. Selbstbewusst wies er in Versform auf seine Verdienste hin: „Ihr Narren werdet mir bestät’gen, an mir gibt es nichts rumzumäkeln. Voller Stolz und Selbstvertrau’n dürfen wir in die Zukunft schau’n.“ Mit einem Seitenhieb auf den früheren Zunftmeister dichtete Pfaff: „Ja, anders als der Gerhard Kopp, hab ich noch Lust an meinem Job.“

Gespannt wie ein Flitzebogen war der Schultes auf den Auftritt des neuen Obernarren „Micha“ Augat, dem er bereitwillig die Rathausschlüssel aushändigte; der neuen Vize-Zunftmeisterin Nadine Kübler setzte er ein reizendes Krönchen aufs blonde Haupt. Augat glossierte in seiner ersten Narrenrede gemeindliche Ereignisse, die in der Bürgerschaft für Gesprächsstoff sorgen. Angst um einen der Seinen hatte Augat, als er dichtete: „Unaufhaltsam schreitet das Baugebiet in Hochstedda voran, eis’rem Haldegoischt wird’s langsam bang.“ Dann die gewichtigen Worte: „So, Bürgermoischter, jetzt isch rom, jetzt dreibet mir Narre des Rothaus om.“

Am Ende der Sticheleien hatten sich alle wieder lieb, zumal der Hausmeister und seine Helfer üppig für Essen und Getränke gesorgt hatten.