Gemeindehalle

Was so alles „id ganz bacha“ ist

Bronnen / Lesedauer: 3 min

Saubachkomede nimmt in der Gemeindehalle in Bronnen die Schwaben aufs Korn
Veröffentlicht:03.12.2013, 13:40
Aktualisiert:24.10.2019, 19:00

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Viel zu lachen hat es für die rund 300 Besucher beim Auftritt der Kabarettgruppe „Saubachkomede“ in der Gemeindehalle in Bronnen gegeben, zu dem die heimischen Sportfreunde eingeladen hatten. Drei Stunden lang nahmen die sieben Komödianten Alwin, Edgar und Egon Hagel, Oliver und Markus Burkhardt , Michael Ogger sowie Melanie Traub manches aufs Korn, was gemäß dem Titel ihres neuen Programms „Id ganz bacha“ ist.

„Mir Schwoba sind von hohem Stand“ singen sie zwar zu Beginn, diese Behauptung relativiert sich aber im Laufe des Abends. Da wird über den Dialekt und seine Doppelungen („Oba doba, onda donda, henda dieba, enna denna“) genau so gelästert wie über halbe Sachen: „Es wär guat, wenn mir Schwoba au mol ganz denka dätet statt zu saga: I han’s halba denkt.“ Nur unwesentlich intelligenter stellen die Kabarettisten ihre Landsleute bei diversen Sketchen hin. Das Autohaus wird kurzerhand mit einer Partnervermittlung „diversifiziert“, wonach die Worte Fahrgestell und Einspritzer plötzlich ganz andere Bedeutungen erhalten. Bei der Hauptversammlung des SV Eintracht Narrethausen herrscht jede Menge Zwietracht, ebenso bei den Nachbarn, die sich nicht darüber einigen können, ob die Hinterlassenschaften im Garten vom eigenen Hund namens „Duat nix“ oder von einem fremden Köter stammen.

Zum Himmel stinken den Landwirten im Ort die Tipps eines Unternehmensberaters („Wir sollen die Produktion in d’Ukraine autsutzeln“), der auch noch empfiehlt, die Produktivität der Kühe mit einer Wahl zur Mitarbeiterin des Monats und die Legebereitschaft der Hühner mit einer prozentualen Ertragsbeteiligung anzukurbeln. Dass eine Sau fast vier Monate braucht, um ihre Ferkel auszutragen, erfährt der Zuschauer beim Sketch „Om’s waata“, als Michael Ogger ausrechnet, wie viel Zeit der Mensch im Leben mit Warten verbringt – vor allem der Mann, der mit der Gattin öfter einkaufen geht.

Letzteres wird zum Inhalt eines der vielen Lieder, welche die Saubachkomödianten zum Besten geben. Dabei kommen, neben Egon Hagels Gitarre, auch mal extravagante Instrumente wie das „Siphon“ zum Einsatz. Besungen werden unter anderem die „Rosshoorsocka“ („Dia soddet d’Mädla locka“) und Jasmins zweifelhafte Fahrkünste, außerdem wird manch englischer Hit wörtlich ins Deutsche übersetzt – und so heißt „Country roads, take me home“ zum Beispiel „Landstraßen, bringen mich heim“. Ob das neu aufgelegte Lied vom „Country Rotz von John Dämpfer“ tatsächlich den erhofften Chart-Durchbruch bringt, darf abgewartet werden. Vielleicht hätte ja das schwäbische Weihnachtslied „Gloria im Gsälz isch Deo“, das laut Egon Hagel ursprünglich in Planung war, eher das Zeug zum Schlager.

Längst Hits unter den Fans der Saubachkomede sind derweil der Tupper-Song und das Lied vom unwiderstehlichen Schorsch, bei dem Markus Burkhardt seinen großen Auftritt hat. Beides durfte auch in Bronnen nicht fehlen und krönte den unterhaltsamen Abend.