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Zwischenstation Biberach

Biberach / Lesedauer: 3 min

Handball, Ibot: Der SC Madgeburg auf dem Weg zur deutschen Jugendmeisterschaft
Veröffentlicht:29.03.2016, 22:24
Aktualisiert:23.10.2019, 17:00

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Der SC Magdeburg zählt zu den traditionsreichsten Handballklubs Deutschlands. Schon zu DDR-Zeiten waren die Sachsen-Anhaltiner sehr erfolgreich. Auch heute spielt die erste Männermannschaft eine gute Rolle in der Handball-Bundesliga , wenn auch keine überragende. Erstmals hat sich der Verein in diesem Jahr mit A- und B-Junioren aufgemacht, am Internationalen Biberacher Osterturnier (Ibot) teilzunehmen. Mit großem Erfolg, denn der SCM gewann bei der männlichen A-Jugend und stand bei der B-Jugend im Halbfinale. Einmal mehr eine Bestätigung für die herausragende Jugendarbeit im Verein.

Lange Jahre hatte der SCM darauf verzichtet, an Ostern nach Biberach zu fahren, weil man zunächst im ungarischen Veszprem und dann im dänischen Colding an Jugendturnieren teilnahm. „Veszprem gibt es nicht mehr und Dänemark kannten wir schon, deshalb haben wir uns nach der Anfrage der Organisatoren in diesem Jahr für das Ibot entschieden“, sagt A-Jugend-Trainer Martin Ostermann , der gleichzeitig auch Coach der Drittligamannschaft „Youngsters“ des SC Magdeburg ist. Allerdings ohne großen Erfolgsdruck. Sportlich sollten zumindest die Finals rausspringen, wichtiger war Ostermann allerdings die Teambuildingmaßnahme. „Es ist schon was Besonderes, wenn die Jungs mal vier Tage komplett zusammen sind.“ Das soll zusammenschweißen für die kommenden Aufgaben.

Bei der A-Jugend hat die Mannschaft bereits das Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft erreicht und trifft dort Ende April entweder auf Wetzlar oder Leipzig, die in der Südgruppe der Bundesliga derzeit punktgleich an der Spitze liegen. Magdeburg hat die Nordgruppe absolut dominiert, nur ein Spiel verloren und sich auch nicht vom Nachwuchs des THW Kiel aufhalten lassen. Fünf Trainingseinheiten pro Woche stehen auf dem Programm der 17- und 18-jährigen Handballer. Da bleibt neben der Schule nicht viel Zeit für andere Dinge. „Auch aus diesem Grund sind wir hier, die Spieler sollen etwa die Player Partys mal richtig genießen“, gönnt Martin Ostermann vor der heißen Saisonphase seinem Team noch eine Auszeit.

Da biete sich das Ibot geradezu an, weil es keinen absoluten Leistungs-charakter habe. Hier seien schon auch noch andere Facetten des Lebens wichtig. Zudem stimme die Organisation nahezu perfekt. „Wir sind hier bei den Spielen nur wenige Minuten im Verzug. Das kenne ich von anderen Turnieren anders. Dazu Livestream und Turnierzeitung, Mittagessen und vieles mehr“, lobt Ostermann die familiäre und doch professionelle Atmosphäre beim Ibot wie schon viele vor ihm.

Magdeburg ist handballverrückt

Pech hatte der SCM dennoch: Jugendnationalspieler Nico Richter musste wegen einer starken Erkältung zu Hause bleiben und Rückraumspieler Leon Rastner wegen einer akuten Blinddarmentzündung ins Biberacher Klinikum gebracht und operiert werden. „Das ist natürlich nicht so erfreulich zu diesem Zeitpunkt. Ich hoffe aber, dass beide demnächst wieder einsatzbereit sind“, so Martin Ostermann, wenn es wieder zurückgehe in die handballverrückte Stadt Magdeburg. Neben dem SCM gibt es dort immerhin neun weitere Handballklubs. Und das hat sich nach dem EM-Titel der Nationalmannschaft noch mal verstärkt. „Ein Finn Lemke wird jetzt ganz anders wahrgenommen“, beschreibt Ostermann die Handballeuphorie auch in Magdeburg.