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VoXXclub lockt die Massen in die Stadthalle

Biberach / Lesedauer: 3 min

In kompromissloser Perfektion hat das megapopuläre Gesangsquintett VoXXclub die Hits ihrer Wintertour 2023 in der ausverkauften Biberacher Stadthalle zelebriert. Die älplerische „Boygroup“ ist seit ihrem berühmt gewordenen Flashmob „Rock Mi“ in den Münchner Riem-Arcaden vor zehn Jahren auf allen großen Volksfesten weltweit präsent und rockte unlängst sogar den „Fernsehgarten“.
Veröffentlicht:04.12.2023, 18:11

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In kompromissloser Perfektion hat das megapopuläre Gesangsquintett VoXXclub die Hits ihrer Wintertour 2023 in der ausverkauften Biberacher Stadthalle zelebriert. Die älplerische „Boygroup“ ist seit ihrem berühmt gewordenen Flashmob „Rock Mi“ in den Münchner Riem-Arcaden vor zehn Jahren auf allen großen Volksfesten weltweit präsent und rockte unlängst sogar den „Fernsehgarten“. Ein buntes Völkchen bekennender Fans, viele im Trachtenlook und absolut textsicher beim Mitsingen der kultigen Schlager, trug die fünf Sänger auf den Wogen der Begeisterung durch ein kurzweiliges Konzert, bei dem außer den Lederhosen nichts anbrannte. Bereits beim Auftaktsong riss es das aufgekratzte Publikum von den Plätzen.

Im ersten Programmteil erklangen überwiegend gecoverte Songs, bekannte deutsche und englischsprachige Weihnachtslieder, zumeist A cappella gesungen mit originellen Arrangements in der Tradition der „Barbershop Songs“ oder im Stil der „Comedian Harmonists“. Für optimalen Sound und eine perfekt auf Choreografie und Bühnenshow abgestimmte Lichtregie sorgte das mitgereiste und eingespielte Technikteam, das sich mit der vorhandenen Stadthallentechnik bestens arrangierte. Die musikalische Zusammenarbeit des Vokalensembles mit der zugespielten instrumentalen Backline klappte einwandfrei, gelegentliches Beatboxing und Scatgesang ließ die Grenzen zwischen „Live“ und „Playback“ ebenso verschwimmen wie traditionelle Stilgrenzen zwischen Rock, Pop und Volksmusik.

Zu den musikalischen Höhepunkten im ersten Set gehörte zweifellos eine verblüffend perfekte Version von Ed Sheerans Megahit „Perfect“, wobei aber auch Leonard Cohens Evergreen „Hallelujah“ Gänsehautmomente bescherte. Die überhaupt nicht aufgesetzt wirkenden Animationskünste der völlig gleichberechtigt im fliegenden Wechsel agierenden Künstler, stimmungsvolle Balladen, ein zuweilen kräftig mitsingendes Publikum und der hohe Bekanntheitsgrad der Lieder ließen eine heitere und gemütliche Wohlfühlatmosphäre entstehen, der sich kaum jemand entziehen konnte oder wollte. Lediglich der durch den Schweizer Tenor Stefan Raaflaub zur allgemeinen Erheiterung initiierte Chorsatz zu „Stille Nacht“ unter Publikumsbeteiligung wollte nicht so recht klappen.

Im zweiten Set ging dann mit urigen Partykrachern, Hüttenzauber und zumeist eigenen Hits der Erfolgsformation, etwa über die Kuh „Anneliese, ganz allein auf der Theresienwiese“ oder „Ei, Ei, Ei, Die Goass is weg“ die Post erst so richtig ab. Wurde im ersten Teil überwiegend gesungen und romantischen Gefühlen gefrönt, so wurde jetzt getanzt und gefeiert. Fest verwurzelt stand allein der Maibaum auf dem Dorfplatz (Rock Mi - Das Original). Alles andere war in Bewegung, auf der Bühne bestens choreografiert, eher wild und ungeordnet im Saal. Mitklatschen, Mitschunkeln, Mitsingen, Mittanzen, rechts, links, vor, zurück, dazwischen Luftschlangen werfen, johlende Beifallrufe, Stroboskoplicht, wirbelnde Motorhead-Scheinwerfer, Schals, Kleidungsstücke, glänzende Augen und euphorisierte Fans prägten das Bild. Selbst für vereinzelte, anfänglich noch etwas verwundert dreinschauende, silberhaarige Fans gab es jetzt kein Halten mehr. Sie wuchsen buchstäblich über sich hinaus und machten mit bei der fast schon enthemmten Party.

Diese neue Volksmusik hat offenkundig das Potenzial, generationenübergreifend zu begeistern, überkommene volkstümlichen Traditionen aufzubrechen, zu beleben und zu erneuern. Stellvertretend für diesen Brückenschlag stand wohl auch die letzte von drei Zugaben, die „Bohemian Rhapsody“, der erste Nummer-Eins-Hit der Rockgruppe „Queen“ mit ihrem charismatischem Leadsänger Freddie Mercury. Riss diese Opernparodie doch bereits vor fast 50 Jahren die Genregrenzen nieder und bewies, dass gute Musik universellen Charakter besitzt.