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Deutsche Tennismeisterschaften

Tennis-DM in Biberach: Außenseitersieg bei den Männern

Biberach / Lesedauer: 4 min

Patrick Zahraj schlägt im Finale bei den deutschen Tennismeisterschaften in Biberach Daniel Masur in zwei Sätzen. So fielen die Reaktionen aus.
Veröffentlicht:10.12.2023, 19:07

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Zum Abschluss der deutschen Tennismeisterschaften haben die Zuschauer in der sehr gut gefüllten WTB-Halle in Biberach ein herausragendes Finale bei den Männern gesehen. Nach mehr als zwei Stunden nahezu ausgeglichenem Spiel und hartem Kampf gewann der Außenseiter Patrick Zahraj aus Pforzheim mit 7:6, 7:5 gegen Daniel Masur vom TC Versmold.

Masur zeigt sich als fairer Verlierer

Masur war bereits vor sechs Jahren deutscher Meister in Biberach geworden und in diesem Jahr auf Platz drei der Setzliste. Im Halbfinale hatte er auch in einem sehr engen Match gegen Max Rehberg, der an Position zwei gesetzt war, gewonnen und galt somit als leichter Favorit im Endspiel.

„Ich war gut drauf, es war ein sehr enges Spiel und am Ende hat Patrick aber doch verdient gewonnen, weil er seine Fehlerquote im Lauf der Sätze immer minimieren konnte“, gratulierte der 29-jährige Masur seinem fünf Jahre jüngeren Konkurrenten.

Zahraj kommt beeindruckend zurück

Masur hatte in beiden Sätzen mit 4:1 beziehungsweise 3:1 geführt, doch Zahraj kam beeindruckend zurück. In Durchgang eins dominierte er den Tiebreak klar und gewann mit 7:2. „Immer wenn ich am Drücker war, hat Patrick überragend aufgeschlagen“, musste Masur anerkennen. Zahraj hatte sich auch durch mehrere Doppelfehler nicht aus der Ruhe bringen lassen, stattdessen ließ er dann ein Ass oder einen Winner-Schlag folgen.

„Das war eine außergewöhnliche Woche für mich. Ich habe die Nummer eins, drei und fünf der Setzliste geschlagen und an die vergangenen Wochen mit dem Halbfinaleinzug in Ägypten angeknüpft“, sagte Zahraj, der offensichtlich noch nicht so ganz realisiert hatte, dass er gerade deutscher Meister 2023 geworden war.

Zahraj hatte mit seinem Trainer Dusan Karol während der Woche sehr gut gearbeitet und war auf jeden Gegner sehr gut eingestellt. „Bei Masur muss man sehr viel an der Grundlinie laufen, sehr gut retournieren und sehr gut aufschlagen. Das ist eigentlich nicht so mein Spiel“, so Zahraj, der sich nach einer kurzen Weihnachtspause intensiv auf das kommende Spieljahr vorbereiten will. Mindestens in die Top 500 in der ATP-Weltrangliste soll es dann im nächsten Jahr schon gehen, hatte Zahraj schon während der Turnierwoche verkündet, die wegen des Verlaufs sehr speziell gewesen sei.

DTB dankt Organisatoren

Der 24-Jährige, der für den TC Wolfsberg Pforzheim startet, ist ein würdiger deutscher Meister 2023, den letzten Titelkämpfen, die nach insgesamt 15 Auflagen künftig nicht mehr in Biberach stattfinden werden. „Wir haben uns beim Deutschen Tennis-Bund (DTB, Anm. der Redaktion) entschlossen, den Ort zu verändern und auch den Termin. Im kommenden Jahr soll die deutsche Meisterschaft im Sommer über die Bühne gehen“, erklärte der Vizepräsident des DTB und Präsident des Bayerischen Tennis-Verbands Helmut Schmidbauer. Er verband diese Absichtserklärung mit dem großen Dank an die Stadt Biberach und den Württembergischen Tennis-Bund (WTB) für die hervorragende Organisation der Meisterschaften.

„Wir haben Biberach sehr viel zu verdanken, insbesondere auch den Turnierdirektoren Rolf Schmid, Stefan Hofherr und Didi Gutermann.“ Wo im nächsten Jahr gespielt werde, könne er noch nicht verraten, da der Ort noch nicht feststeht. „Wir sind dabei, ein neues Format zu entwickeln und möchten die Meisterschaften noch attraktiver für Spielerinnen und Spieler, Fans und Sponsoren machen“, ergänzte DTB-Geschäftsführerin Veronika Rücker.

Biberachs Erster Bürgermeister, Ralf Miller, wünschte dem DTB ein glückliches Händchen bei der Auswahl des neuen Austragungsorts und womöglich eine Rückkehr nach Biberach in irgendeiner Turnierform, „Wir werden die Titelkämpfe schon vermissen, schon allein wegen solcher spannenden Matches wie heute, sie waren immer eng mit der Stadt verbunden“, fasste Miller in Vertretung von Oberbürgermeister Norbert Zeidler die Einschätzung der Stadt zusammen.

Ein wenig Wehmut schwingt mit

Ein wenig Wehmut schwang auch in den Worten des aktuellen Turnierdirektors Stefan Hofherr mit, der diese Aufgabe 2018 von Rolf Schmid übernommen hatte. „Wir haben hochklassiges Tennis gesehen, der Zuschauerzuspruch während der gesamten Woche ist gut gewesen, aber irgendwann ist halt mal Schluss.“

Auch beide Finalisten, die beide schon häufiger in Biberach gespielt und jetzt eben auch beide den Titel geholt haben, würdigten diese Ausrichtung und diese Organisation. „Wir sind gespannt, wie es weiter geht, aber wir werden Biberach immer in sehr guter Erinnerung behalten.“