Räuberstadt

Zeitreise: Buch erzählt von der Räuberstadt Biberach

Biberach / Lesedauer: 2 min

„Räuber, Jauner, Beutelschneider“ - Räuberbuch erscheint im Neckaralb-Verlag
Veröffentlicht:28.05.2018, 18:49
Aktualisiert:22.10.2019, 19:00

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Zum Ende des 18. Jahrunderts hat es in der Schwäbischen Gegend Hungersnöte gegeben, verursacht durch schwache Erntejahre. Um zu überleben, bewegten sich einige Individuen im Bereich der Kriminalität. Neben dem Konstanzer Hans und der Schleiferbärbel gehörte auch der in Biberach bestens bekannte Schwarze Veri zu dieser Gruppe der Schwäbischen Räuber. Mit dem Thema befasst hat sich der Neckaralb-Verlag von Gerhard Groebe. Das Buch „Räuber, Jauner, Beutelschneider – Schwäbische Räuberbanden um 1800“ beleuchtet die großen Köpfe der damaligen Räuberbanden.

Entstanden ist das Buch aufgrund der Ausstellung „Im Spitzbubenland – Räuberbanden um 1800 in Schwaben“ von Ute Beitler, die neben Susanne Mück als Autorin des Buchs geführt wird. Das Buch bietet einen Überblick über die Gesichter der Banden. Aber nicht nur die Räuber stehen in Fokus, auch die Jäger derselben sind aufgeführt. Der Malefitzschenk und der Räuberfänger Georg Jacob Schäfer haben jeweils über 30 Jahre Jagd auf die Diebe gemacht.

Biberach als Räuberstadt

In dem Buch finden sich viele schöne Bilder von Räubermaler Johann Baptist Pflug wieder, die das Museum Biberach dem Verlag zur Verfügung gestellt hat. Der Biberacher hat bis zu seinem Tod 1866 bedeutende Kunstwerke und Aufschriebe über das Leben im 19. Jahrhundert verfasst. Pflug zählt zu den wichtigsten Zeugen seiner Zeit. Nach der Inhaftierung der meisten Räuber erhielt er Zugang zu den Gefängnissen und konnte so Einblicke in deren Leben erlangen. Daraufhin fertigte er Gemälde der Banden an.

Einen großen Abschnitt bekommt auch Xaver Hohenleiter, besser bekannt als Schwarzer Veri. Der 1819 in Biberach in Haft verstorbene Bandenkopf spielt bis heute eine wichtige Rolle in der Stadt Biberach. Hohenleiter war wohl keiner, der seine Opfer getötet hat. Die Speisekammern geleert hat er dennoch. Er wurde nur knapp über 30 Jahre alt, bevor er vom Blitz erschlagen wurde.

Das Buch stellt einen schönen kleinen Überblick über die besagten Räuberbanden dar. Mit vielen schönen Illustrationen und zeitgeschichtlichen Quellen bekommt der Leser ein Gefühl für die Zeit. Der Leser merkt, dass viel Liebe in dem Werk steckt, auch wenn einige der Quellen aufgrund der alten Schrift nicht für jeden lesbar sind und diese aber auch nicht noch einmal durch Klartext erklärt werden.