Sozialwohnungen

Stadt saniert und schafft Sozialwohnungen

Biberach / Lesedauer: 3 min

Leer stehendes Gebäude an der Kolpingstraße wird umgebaut – Tafelladen könnte einziehen
Veröffentlicht:28.10.2016, 17:10
Aktualisiert:23.10.2019, 11:00

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Die Stadt Biberach will das Gebäude in der Kolpingstraße 56 (alte AOK) nutzen, um dort bis April 2018 insgesamt 18 preisgünstige Wohnungen zu schaffen. Außerdem könnte im Erdgeschoss nach dem Willen der Stadt der DRK-Tafelladen einziehen. Dazu laufen aktuell die Verhandlungen. Der Gemeinderat hat die Planungen am Donnerstag einstimmig abgesegnet.

Das Gebäude wurde bis 2015 von der Hochschule als Lehr- und Bürogebäude genutzt. Seit dem Umzug der Hochschule auf das frühere Areal der Dollinger-Realschule steht das Haus leer und befindet sich im Besitz der Stadt. Bis April 2018 soll es nun für rund zwei Millionen umgebaut werden. In den beiden Obergeschossen sollen insgesamt 18 Wohnungen zwischen einem und vier Zimmern in niedrigem Ausbaustandard für preisgünstiges Wohnen entstehen. Sie sind geeignet für Personen mit niedrigem Einkommen, Flüchtlingen in der Anschlussunterbringung, aber auch für Studenten. Eine solche Durchmischung der Bewohner soll aus Sicht der Stadt integrativ wirken. Die Wohnungen, so Baubürgermeister Christian Kuhlmann sollen zum Innenhof des Gebäudes ausgerichtet sein, der auch als Spielfläche genutzt werden kann. Die Stadt kalkuliert mit einer Wohnungsmiete von 5,24 bis 6,42 Euro pro Quadratmeter.

Im Erdgeschoss steht nach der Sanierung eine rund 250 Quadratmeter große Gewerbefläche zur Verfügung. Der DRK-Kreisverband hat Interesse signalisiert, dort den Tafelladen unterzubringen, der sein Domizil bislang in beengten Verhältnissen an der Saulgauer Straße hat. Zudem befinden sich wartende Kunden dort auf dem Gehsteig wie einer Art „Präsentierteller“.

„Die Örtlichkeit wäre grundsätzlich für den Tafelladen geeignet“, sagt DRK-Geschäftsführer Peter Haug. Zunächst müssten nun mit der Stadt aber die Rahmenbedingungen, unter anderem der Mietpreis geklärt werden. Eine weitere Idee des DRK ist auch, in dem Gebäude eine Behelfsrettungswache einzurichten, um die Hilfefristen im Stadt- und im südlichen Kreisgebiet zu verbessern. Diese Überlegungen seien aber noch in einem wenig konkreten Stadium, sagt Michael Mutschler, Geschäftsführer des DRK-Rettungsdiensts.

Weil das Gebäude im Sanierungsgebiet Innenstadt Südwest liegt, darf die Stadt mit Zuschüssen in Höhe von 680000 Euro rechnen. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sei das eine gute Lösung, so Kuhlmann. Ein Abriss des Gebäudes und ein Neubau würden rund 3,23 Millionen Euro kosten. Einen Zuschuss gäbe es dann nicht.

Seine Fraktion sei sehr begeistert von dem Konzept, sagte CDU-Stadtrat Friedrich Kolesch. Neben preisgünstigem Wohnraum, der hier entstehe, entspanne sich auch die Situation für den Tafelladen, wenn sich Stadt und DRK einigten. Lutz Keil (SPD) lobte besonders die nahe Lage der Wohnungen zu Kindergärten, Schulen und Geschäften. „Für den Tafelladen wird sich das als gute Lösung entwickeln“, zeigte er sich überzeugt.

„Herzenssache Tafelladen“

Mit wenigen baulichen Eingriffen entstünden hier gute Sozialwohnungen“, sagte Magdalena Bopp (Freie Wähler). „Es wäre gut, wenn das mit dem Tafelladen klappen würde.“ Gerade der Tafelladen sei ihrer Fraktion eine Herzenssache, sagte Silvia Sonntag (Grüne). Dazu müsse der Eingangsbereich dann aber so umgestaltet werden, dass die Kunden, für alle die dort vorbeifahren, nicht mehr auf dem Präsentierteller stünden. Dieses Projekt erfülle nahezu alle Vorstellungen der FDP-Fraktion zur Schaffung von preisgünstigem Wohnraum, sagte Christoph Funk.

Der Gemeinderat hat am Donnerstagabend den Bau von 40 weiteren öffentlich geförderten Wohnungen mehrheitlich beschlossen. So soll auf dem Grundstück Hochvogelstraße 50 bis Sommer 2018 ein dreigeschossiges Gebäude mit zwölf Wohnungen zwischen 40 bis 90 Quadratmetern entstehen. Die Baukosten betragen rund 2,3 Millionen Euro. Auf den Grundstücken Hans-Rohrer-Straße 21 und 23 (Fünf Linden) sollen zwei baugleiche, dreigeschossige Gebäude mit jeweils 14 Sozialwohnungen entstehen, Fertigstellung ebenfalls im Sommer 2018. Die Baukosten pro Gebäude betragen ebenfalls rund 2,3 Millionen Euro.

Weiterer Bericht hierzu folgt.