Taubenfütterungsverbot

Biberach geht mit saftigen Strafen gegen das Füttern von Tauben vor

Biberach / Lesedauer: 3 min

Zuletzt gab es vermehrt Beschwerden wegen der Vögel – Was passiert, wenn man beim Füttern erwischt wird
Veröffentlicht:01.07.2022, 05:00
Aktualisiert:01.07.2022, 10:10

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Die Stadt Biberach hat in der Innenstadt Hinweisschilder zum Taubenfütterungsverbot aufgestellt. Sie verdeutlichen das Verbot, das in der polizeilichen Umweltschutzverordnung der Stadt geregelt ist. Gegen diese Regelung wird nach Auskunft der Verwaltung zuletzt wieder häufiger verstoßen – von manchem vielleicht unwissentlich.

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Wer in Biberach auf dem Markt- und dem Kirchplatz unterwegs ist, dem begegnen sie an vielen Stellen: Tauben. Deren Population hat nach Angaben des Ordnungsamts in den vergangenen Monaten zugenommen. Wohl fühlen sich die Tiere im Stadtzentrum vor allem auch deshalb, weil sie hier problemlos Nahrung finden. Dies lässt sich bis zu einem gewissen Grad auch nicht vermeiden.

Vermehrt Beschwerden

„Wir erhalten aber seit einigen Monaten vermehrt Beschwerden, dass Leute die Tauben gezielt füttern“, sagt die stellvertretende Ordnungsamtsleiterin Kathrin Seitz . Im Gegenzug gebe es auch wieder gehäuft Beschwerden von Anwohnern, die sich durch das ständige Gurren der Tauben genervt fühlen.

„Andere sagen, dass sie sich kaum trauen, die Fenster zum Lüften zu öffnen, weil die Tauben häufig auf den Fensterbänken sitzen. Sie fürchten, dass die Tiere dann zu ihnen in die Wohnung kommen.“

Kirchplatz

Lasst das Füttern bleiben!

qBiberach

Die Stadtverwaltung werde mit dem Kommunalen Ordnungsdienst deshalb verstärkt darauf achten, dass das Fütterungsverbot eingehalten wird, sagt Seitz. Dieses umfasst das Füttern von Tauben auf öffentlichen Straßen und Gehwegen sowie in Grün- und Erholungsanlagen.

Dazu zählt auch das Verfüttern von Essensresten oder Brotkrümeln. Ferner ist das Auslegen von Futter verboten, das erfahrungsgemäß von den Tieren aufgenommen wird. Darauf sollen nun auch die neuen Hinweisschilder in der Innenstadt aufmerksam machen.

Auch Gesundheit der Tiere wird durch Füttern gefährdet

Die Tiere verursachen laut Stadtverwaltung erhebliche Verschmutzungen an Gebäuden und öffentlichen Plätzen. Mit der scheinbar harmlosen Fütterung werde aber auch die Gesundheit der Tauben gefährdet. Nicht artgerechtes Futter könne bei den Tieren Schmerzen verursachen. Um das zu vermeiden, betreibt die Stadt einen Taubenschlag, in dem die Tiere artgerechtes Futter erhalten. Letztlich sind Tauben aber auch in der Lage, sich selbst zu versorgen.

Wer beim Füttern erwischt wird, muss mit einer Geldbuße rechnen. Sollte es sich bei der Fütterung um eine vorsätzliche Handlung handeln, dann kann das Bußgeld bis zu 5000 Euro betragen, teilt die Stadtverwaltung mit.

Aufpassen sollte man laut Kreisgesundheitsamt, beim Entfernen von Taubenkot auf Fenstersimsen, Balkonen oder Terrassen. Bei Reinigungstätigkeiten müsse prinzipiell mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung des Menschen durch Inhalation von kontaminiertem Staub und Bioaerosolen gerechnet werden, so das Gesundheitsamt.

Denn mit dem Kot können Tauben Krankheitserreger wie Bakterien, Viren und Pilze ausscheiden. Wer das Nisten der Tauben verhindern will, sollte wilde Brutplätze in Hohlräumen oder in hoch gelegenen Standorten an Fassaden systematisch und nachhaltig verschließen.