Windkraftanlage

SPD fordert mehr Tempo für die Windkraft im Landkreis

Kreis Biberach / Lesedauer: 2 min

Auch der Staatsvertrag mit Bayern bremst den Ausbau
Veröffentlicht:29.07.2022, 09:19

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Seit vielen Jahren kommt das Land Baden-Württemberg beim Ausbau von Windkraftanlagen nicht voran. Gerade im Landkreis Biberach gibt es einiges an Potenzial, das aufgrund von überregulierten Vorschriften verhindert wird. Der SPD-Kreisverband möchte endlich raus aus dem Status-Quo und fordert mehr Ergebnisse, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Gerade einmal elf Windkraftanlagen wurden in Baden-Württemberg im letzten Jahr gebaut. Seit 2019 wurden zwischen Alb und Bodensee keine neuen Windkraftanlagen realisiert. Vom Landkreis Biberach ganz zu schweigen, heißt es weiter in derMitteilung. Mit dem Ziel einer klimafreundlichen Energiewende hat sich die Grün-Schwarze Landesregierung viel vorgenommen: 1000 neue Windräder sollen bis 2026 im Land entstehen. Vor einiger Zeit wurde das Ziel von Ministerpräsident Kretschmann (GRÜNE) auf 500 neue Windräder reduziert, da das Land mit dem Ausbau nicht hinterherkommt.

Über den Regionalverband Donau-Iller wird festgelegt, an welchen Standorten neue Windkraftanlagen gebaut werden können. Im Regionalverband sind die Landkreise Alb-Donau, Biberach, Günzburg, Neu-Ulm, Unterallgäu sowie die Städte Ulm und Memmingen vertreten. Durch den Staatsvertrag zwischen Baden-Württemberg und Bayern sind die Regularien festgelegt. Durch die Bayerische 1000-Meter-Abstandsregelung von Windkraftanlagen und Wohnbebauungen, wird der Landkreis Biberach beim Ausbau der Windkraftanlagen ausgebremst. Denn: in Baden-Württemberg gibt es eine solche Regelung nicht mehr.

„Unser Landrat Heiko Schmid, sein Amtskollege Scheffold aus dem Alb-Donau-Kreis und der Ulmer Oberbürgermeister Czisch haben längst gefordert, dass der Staatsvertrag geändert werden muss. Diese Forderung unterstützen wir. Es kann nicht sein, dass wir bei diesem Thema unsere Hausaufgaben machen wollen, aber durch Bayern ausgebremst werden.“ so die stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Elise Allgaier aus Biberach.

Unlängst wurden Potenziale im Landkreis Biberach für neue Windkraftanlagen entdeckt, aber bisher nicht weiterverfolgt. Neben Winterreute, Uttenweiler, Riedlingen, Bad Schussenried, Unteressendorf, Ummendorf-Ringschnait sind laut Windenergie-Atlas der Landesanstalt für Umwelt mehr potenzielle Standorte im östlichen Landkreis möglich.

Durch einen Beschluss der Bundesregierung können künftig Windkraftanlagen in Schutzgebiete gebaut werden. „Wir können uns künftig keinen Stillstand mehr bei diesem Thema leisten. Die Windräder sind ein wesentlicher Bestandteil der erneuerbaren Energien. Das Motto „Windrad ja, aber nicht in meinem Vorgarten" darf uns neben den überregulierten Staatsvertrag mit Bayern nicht weiter ausbremsen. Wir appellieren an alle Verantwortlichen, das Thema zeitnah zu behandeln und Ergebnisse zu liefern.“ so Kreisvorsitzender Özkeles abschließend.