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Rent a Redakteur

Mit Video: So schlägt sich unsere Reporterin auf der Baustelle

Biberach / Lesedauer: 5 min

Eine Familie aus Biberach buchte unsere Reporterin fürs Steine schleppen. Mit Video: So hart war der Arbeitseinsatz für die Reporterin.
Veröffentlicht:21.08.2023, 17:00

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Lucas und Linda Wolf aus Biberach haben vor eineinhalb Jahren angefangen, sich ihren Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Aus drei Garagen mit Flachdach bauten sie sich ein schönes Häuschen. Bauherr Lucas Wolf hat alles, was er konnte, selbst gemacht. Nun ist Endspurt angesagt.

Der rund 140 Quadratmeter große Hof muss noch gepflastert werden und dafür holten sie sich Hilfe von Redakteurin Tanja Bosch. Bei der Aktion „Rent a Redakteur“ können die Reporterinnen und Reporter der SZ Biberach über den Sommer für eine Stunde gemietet werden. Und so hart war der erste Arbeitseinsatz.

Unsere Reporterin hilft mit der Aktion "Rent a Redakteur" bei unseren Leserinnen und Lesern aus. Dieses Mal packt sie auf einer Baustelle mit an und schleppt Steine. So schlägt sie sich dabei. Video: Tanja Bosch, Svenja Helfers, Simon Schwörer

12,5 Paletten voller Pflastersteine warten darauf, verarbeitet zu werden. Gemeinsam mit sechs Männern mache ich mich an die Arbeit. An zwei Tagen sollen die 2400 Steine verarbeitet werden, dafür muss jeder einzelne Pflasterstein, der immerhin sieben Kilo wiegt, mehr als einmal angefasst werden. Von der Palette runter, dann zum Einsetzen und mache müssen auch millimetergenau angepasst und dafür geschnitten werden. Der perfekte Job für mich, denn schleppen kann ich.

Ohne Fachmann geht’s nicht

Als Erstes bekomme ich Arbeitshandschuhe, da die Pflastersteine ziemlich scharfe Kanten haben. Und dann will ich auch schon loslegen und begehe den ersten Fehler. Ich laufe einfach, ohne zu schauen, mitten in die Planierung. Das ist die Fläche, die händisch bereits abgezogen wurde, um die Steine auf einer ebenen Fläche einsetzen zu können.

Die sechs Männer von der Baustelle (von links): Klaus Hartmann, Lucas Wolf, Alexander Merz, Martin Wolf, Steffen Coatti und Michael Hage.
Die sechs Männer von der Baustelle (von links): Klaus Hartmann, Lucas Wolf, Alexander Merz, Martin Wolf, Steffen Coatti und Michael Hage. (Foto: Tanja Bosch)

Aber kein Problem, so lerne ich auch gleich wie man den Split richtig mit der Setzlatte abzieht. Und dann geht’s aber wirklich los. Jeder trägt zwei Steine auf einmal und übergibt sie an Fachmann Alexander Merz, der fürs Pflastern zuständig ist. Schließlich muss es auf einer Baustelle immer mindestens einen Profi geben, der sein Handwerk versteht.

Alles, was ich konnte, habe ich selbst gemacht.

Lucas Wolf

Schon nach zehn Minuten bin ich völlig erledigt, auch die Hitze macht mir zu schaffen. Es ist zwölf Uhr und die Sonne knallt mit 30 Grad vom Himmel. Und innerlich bin ich froh, dass ich das nur eine Stunde durchziehen muss.

Unvorstellbar, das neun Stunden am Stück zu machen. Auch die Hände tun mir schon nach kurzer Zeit weh und vor allem der Rücken. Ich sehe es aber als Sporteinheit und kann mir so das Fitnessstudio sparen. Also bin ich motiviert und schnappe mir einen Stein nach dem anderen.

Wenig freie Bauplätze

Für Bauherr Lucas Wolf ist diese Arbeit kein Problem. Das gesamte Haus hat er fast allein gebaut. „Alles, was ich konnte, habe ich selbst gemacht“, sagt der 34–Jährige. Seit eineinhalb Jahren war er in jeder freien Minute auf der Baustelle und arbeitete. „Ich habe Wände rausgerissen und wieder reingezogen, Böden verlegt und alles, was eben in einem Haus gemacht werden muss.“

In Biberach gibt es eben kaum freie Bauplätze und das hier war die perfekte Möglichkeit.

Lucas Wolf

Tatkräftige Unterstützung hatte er immer von seinem Vater Martin Wolf, der handwerklich ebenfalls sehr geschickt ist. Auch Lio, der Sohn von Lucas und Linda Wolf, war in seiner Arbeitskleidung immer mit dabei.

Und warum es ausgerechnet eine Garage sein musste, wo nun das Häuschen von Familie Wolf steht, ist einfach erklärt: „In Biberach gibt es eben kaum freie Bauplätze und das hier war die perfekte Möglichkeit“, sagt Lucas Wolf.

Sein Schwiegervater hatte bereits die Vorarbeit geleistet und die Idee vorangetrieben und dann hat die junge Familie übernommen: „Das ist wirklich ein Glücksgriff für uns, denn ein eigenes Haus war schon immer unser Traum“, so der Bauherr.

Muskelkater inklusive Bauarbeiter–Bräune

Auch Linda Wolf freut sich, wenn sie nun endlich nicht mehr auf einer Baustelle leben muss: „Die Jungs kommen super voran und ich freue mich, wenn wir endlich fertig sind“, sagt die Biberacherin. „Ich bin auch ganz arg stolz auf meinen Mann, dass er das alles so toll hinbekommen hat.“

Denn in den vergangenen eineinhalb Jahren sei es gar nicht so leicht gewesen, Familie, Arbeit und die Baustelle unter einen Hut zu bringen. „Aber wir haben es irgendwie geschafft und nun dauert es nicht mehr lang.“

Wenn der Hof dann endlich gepflastert ist, bekommt nur noch das Haus einen Anstrich und fertig ist das neue Zuhause von Linda, Lucas, Lio und Amelie Wolf. Und ich bin am Abend froh, als ich in meine Wohnung komme und nicht mehr arbeiten muss. Meine Hände und Füße tun mir weh.

Aber wenigstens habe ich ein bisschen Bauarbeiter–Bräune bekommen und konnte meinen Teil zum gepflasterten Hof beitragen. In Zukunft sehe ich gepflasterte Flächen auf jeden Fall mit anderen Augen, denn das ist wirklich harte Arbeit.

So funktioniert „Rent a Redakteuer“

Auch Sie können sich einen Redakteur der SZ Biberach mieten: Einfach eine Anfrage inklusive Tätigkeitsfeld per Mail an [email protected] oder per Post an Schwäbische Zeitung Biberach, Marktplatz 35, 88400 Biberach schicken. Die Redaktion sichtet die Anfragen und wählt in den Sommerferien actionreiche, soziale oder ungewöhnliche Anfragen aus.

Über die jeweiligen Aktionen berichtet die Redaktion in Wort, Bild und Video. Einen gemeinsamen Termin vereinbaren wir telefonisch mit Ihnen. Wir freuen uns auf Ihre Jobangebote und sind gespannt.