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Kundgebungen in Biberach

Politischer Aschermittwoch der Grünen: Gleich mehrere Bauerndemos geplant

Biberach / Lesedauer: 3 min

Im Vorfeld der Politveranstaltung in Biberach werden erste Pläne der Landwirte bekannt.
Veröffentlicht:13.02.2024, 05:00

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Zum politischen Aschermittwoch der Grünen in Biberach sind eine Kundgebung und mutmaßliche Störaktionen von Landwirten und Unterstützern geplant. Ein Bündnis aus Spediteuren, Bauunternehmern, Handwerkern, Pflegekräften und dem Mittelstand ist laut eines nicht unterzeichneten Flugblatts aufgerufen, gemeinsam mit den Bauern ein Zeichen zu setzen, wenn am Mittwoch Parteivorstand und hochrangige Politiker der Bündnis 90/Die Grünen in Biberach gastieren. Der Bauernverband weiß nichts von dieser Aktion, sucht lieber das Gespräch.

Am 14. Februar findet wieder der politische Aschermittwoch der Baden-Württembergischen Grünen in der Biberacher Stadthalle statt. Die Stargäste der diesjährigen Veranstaltung sind Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Landwirtschaftsminister Cem Özdemir, die Parteivorsitzende Ricarda Lang und ex-Umweltminister Jürgen Trittin. Organisiert wird die Großveranstaltung vom Kreisverband der Grünen in Biberach.

Flugblatt ohne Nennung des Verfassers

Im Vorfeld der Veranstaltung macht ein Flugblatt die Runde, auf dem die anonymen Verfasser ein breites Bündnis aus Spediteuren, Bauunternehmern, Handwerkern, Pflegekräften und dem Mittelstand dazu aufrufen, gemeinsam mit den Landwirten zu demonstrieren. Geplant sein soll dem Vernehmen nach ,den Politikern den Weg in die Stadthalle zu erschweren und rund um Biberach Präsenz zu zeigen.

Auf dem Flugblatt wird möglichen Teilnehmern empfohlen, mit dem Zug anzureisen. Es ist damit zu rechnen, dass Landwirte aus einem breiten Einzugsgebiet am Mittwoch in Biberach vor Ort sein werden und es zu Verkehrsbehinderungen kommen kann.

Kreisbauernverband distanziert sich

Vom Kreisbauernverband komme der Protestaufruf „sicherlich nicht“, versichert Karl Endriß, Kreisobmann des Bauernverbands Biberach-Sigmaringen. „Wir haben nichts angemeldet.“ Zwar habe er den Flyer auch gesehen, könne ihn jedoch nicht zuordnen. Er sagt, der Flyer habe eine „seltsame Aufmachung“. Der Bauernverband distanziere sich von der Aktion, so Endriß. Weiter sagt er, die Verantwortlichen für den Protestaufruf „kommen nicht aus der normalen Landwirtschaft“.

Auf dem nebulösen Flyer, für den sich weder Bauernverband noch der Verein Land Schafft Verbindung (LSV) verantwortlich zeichnen möchten, ist kein Treffpunkt oder Organisator vermerkt. Verantwortliche von beiden Vereinen sagen, sie hätten damit nichts zu tun zu haben.

Angemeldete Demo auf dem Gigelberg

Auf dem Gigelberg in Biberach ist am Mittwoch außerdem eine Kundgebung geplant. Angemeldet wurde diese von drei Privatpersonen. Eine davon ist Klaus Keppler, der gemeinsam mit seiner Frau das Hofgut Dettenberg bewirtschaftet. Keppler erklärt, man plane für die Veranstaltung auf dem Gigelberg keine Straßenblockaden oder Ähnliches. Er wolle nicht auf Konfrontationskurs gehen. Es werde eine Bühne geben, auf der unter anderem ein Fleischer, ein Landwirt oder eine Hausfrau von ihren Sorgen und Nöten berichten werden, so Keppler.

Er wünsche sich, dass die Politiker sich diese Sorgen auch anhören. Zudem hoffe er, sofern es die Sicherheitslage zulasse, dass Özdemir oder Kretschmann selbst auch zu Wort kommen können. „Jeder Konflikt wird an einem runden Tisch geklärt“, sagt Keppler.

Der Dialog sei ihm und seinen Mitorganisatoren wichtig. „Wir wollen alle nicht, dass es radikal wird wie bei den Galliern.“ Zwar könne es durch Traktoren, die auf den Gigelberg fahren, zu Verkehrsbehinderungen kommen, die Anfahrt solle aber kein Demo-Zug werden.

Bauernverband sucht Gespräch mit Cem Özdemir

Einen Dialog suchen auch die Vertreter des Bauernverbands. Karl Endriß erklärt, man habe vor, im Vorfeld der Veranstaltung in der Stadthalle mit Landwirtschaftsminister Özdemir ins Gespräch zu kommen. Knapp eine Stunde soll das Gespräch dauern und angesprochen werden sollen die mittlerweile allseits bekannten Themen der Bauernproteste.

Sprich, Agrardiesel, Flächenstilllegung und Co. Es sei noch nicht in trockenen Tüchern, man sei aber zuversichtlich, dass das Gespräch zustande komme, erklärt der Vorsitzende.