Mediennutzung

Pandemie lässt die digitale Mediennutzung boomen

Biberach / Lesedauer: 2 min

Welche Angebote der Biberacher Städtbücherei im zweiten Corona-Jahr besonders beliebt waren
Veröffentlicht:23.01.2022, 18:58

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Auch das zweite Corona-Jahr hat die Biberacher Stadtbücherei und ihre Nutzer vor große Herausforderungen gestellt. Während reduzierter Öffnungsstunden kamen rund 40 Prozent weniger Besucher in die Bücherei. Im Gegenzug verdoppelten sich die digitalen Kundenkontakte. Das hat die Bücherei bekannt gegeben.

Wie an vielen anderen Stellen auch, verstärkt die Pandemie in der Stadtbücherei vorhandene Trends: Die Nutzung digitaler Medien nimmt in rasendem Tempo zu. Diesen Bedarf hat die Stadtbücherei frühzeitig erkannt und unter der Marke „MIZ24“ in zahlreiche digitale Angebote umgesetzt. Unabhängig von Ort, Zeit und Zugangsbeschränkungen können die Kunden Bücher, Hörbücher, Zeitungen, Zeitschriften, Musik, Filme und gesicherte Informationen abrufen.

E-Books und E-Audiobooks erfuhren eine um 86,9 Prozent höhere Nutzung, im internationalen Zeitungs- und Zeitschriftenangebot „PressReader“ schlugen die Leserinnen und Leser mehr als 190 000 E-journals und E-Papers auf, eine Steigerung um 90 Prozent. Auch beim Musik- und Filmstreaming konnten Zuwächse von elf bis 15 Prozent erzielt werden. Eine geringere Nutzung verzeichneten dagegen die Fakten-Datenbanken. Das liegt laut Bibliotheksleiter Frank Raumel daran, dass diese oft komplexer aufgebaut sind und eine fachliche Einführung benötigen. Diese Einführungen in Form unterschiedlicher pädagogischer Angebote konnten wegen der langen Schließungen der Schulbüchereien nur sehr eingeschränkt gegeben werden.

Die Defizite in diesem Bereich sind nach Einschätzung des Bibliotheksleiters auch bei den sogenannten Digital Natives beunruhigend. Die PISA-Sonderauswertung „Lesen im 21. Jahrhundert“ hat dies im vergangenen Jahr bestätigt: Nur die Hälfte der 15-jährigen ist demnach in der Lage, Fakten von Falschnachrichten zu unterscheiden.

Trotz großem Aufwand für die Prüfung der Zugangsvoraussetzungen ist es gelungen, wichtige Projekte voranzubringen. Mit einem Ausbau des „Makerspace“ versucht das Büchereiteam, Kinder und Erwachsene innerhalb der rasant fortschreitenden Digitalisierung zu unterstützen. Bibliotheksroboter „LibRo“ ermöglicht seit September das Kennenlernen und Ausprobieren eines humanoiden Roboters. Auch in der Bibliothek der Dinge, die sich großer Nachfrage erfreut, gibt es neue Technik zum Ausprobieren wie eine Drohne, eine Action-Cam oder eine VR-Brille. „Trotz aller Fortschritte bei der Digitalisierung des Medien- und Serviceangebots“, erklärt Frank Raumel, „kam auch im vergangenen Jahr die Funktion der Stadtbücherei als „Dritter Ort“ viel zu kurz. Die direkten Begegnungen und Gespräche, das quirlige Leben im Treffpunkt Stadtbücherei, die inspirierende Kommunikation mit den Lesern und unter den Lesern hat uns allen sehr gefehlt. Als soziale Wesen hoffen wir, dass die Bücherei den Bürgerinnen und Bürgern bald wieder uneingeschränkt zur Verfügung stehen kann.“