Patientenvorsorge

Orientierungshilfen zur christlichen Patientenvorsorge

Biberach / Lesedauer: 2 min

Lebensfaden: Gesprächsangebot auch und gerade in der aktuellen Zeit
Veröffentlicht:12.05.2020, 12:25

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Der Lebensfaden ist eine seit sechs Jahren bestehende Initiative der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Caritas. In Vorträgen, Workshops und Einzelgesprächen informieren die Koordinatoren und Ehrenamtlichen über das Thema Krankheit und Sterben und über die Möglichkeit, mit Vorsorgedokumenten und der christlichen Patientenvorsorge über die eigenen Wünsche und Wertvorstellungen ins Gespräch zu kommen und gegebenenfalls zu Papier zu bringen. Bei der Caritas Biberach ist Annette Brade für doese Initiative zuständig.

Es geht dabei darum, sich Situationen vorzustellen, die die letzte Lebensphase betreffen. Dies bedeutet immer auch eine Auseinandersetzung mit dem bisherigen Leben und den eigenen Ideen eines guten Lebens und Sterbens. Um darüber nachzudenken und Entscheidungen zu treffen braucht es neben Informationen die der Lebensfaden liefert auch im besten Fall Angehörige, Freunde, Vertraute, mit denen darüber gesprochen werden kann. In der christlichen Patientenvorsorge können Behandlungswünsche, die das Sterben betreffen, formuliert werden.

In der aktuellen uns völlig unbekannten Situation der Pandemie wurde mit Reportagen von Intensivstationen und Bildern von Kranken an Beatmungsgeräten oder einsam Sterbenden Covid 19 als eine Erkrankung dargestellt, die insbesondere bei alten Menschen oder solchen mit Vorerkrankungen fast unweigerlich zum Tod führt. Und die Sterberaten sind tatsächlich beachtlich. Manch einer überlegt sich mit diesen Eindrücken im Kopf, nun für sich eine Patientenverfügung zu verfassen oder die geschriebene umzuändern. Andere lehnen dies gerade jetzt ab, da sie weder unter zeitlichem oder gesellschaftlichem Druck ein solches Papier bearbeiten können.

Beide Entscheidungen sind nachvollziehbar und gut zu heißen. In Ruhe ohne Drängeln vorzusorgen, zu denken, zu sprechen, eventuell wieder verwerfen und dann mehrere Nächte darüber schlafen ist eine Form, zu tragfähigen Entscheidungen zu kommen. Dies aber jetzt nicht tun zu können, da gesellschaftlicher Druck erlebt wird, dass man sich vielleicht zugunsten junger und nicht vorerkrankten Menschen gegen eine Behandlung auf der Intensivstation entscheiden soll, ist ebenfalls nachvollziehbar. Hier braucht es Hilfestellung in Form von Gesprächen, Zuhören, Ermutigen, die beispielsweise die Mitarbeiter des Lebensfadens bieten können.