StartseiteRegionalRegion BiberachBiberachKeine Tennis-DM mehr: Letzter Aufschlag in Biberach

Das Ende einer Ära

Keine Tennis-DM mehr: Letzter Aufschlag in Biberach

Biberach / Lesedauer: 5 min

Am Sonntag startet die 15. Auflage der deutschen Tennismeisterschaften in der Kreisstadt. Warum das Turnier letztmals in Biberach ausgetragen wird und wer zu den Favoriten zählt.
Veröffentlicht:01.12.2023, 17:13

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Noma Noha Akugue (Der Club an der Alster) führt bei den 52. deutschen Tennismeisterschaften die Setzliste bei den Frauen an. Marko Topo (MTTC Iphitos München) ist bei den Männern an Position eins gesetzt. Die DM wird zum 15. Mal im Bezirksstützpunkt des ausrichtenden Württembergischen Tennis-Bunds (WTB) im Biberacher Hühnerfeld ausgetragen und steigt vom 3. bis zum 10. Dezember. Danach endet die Ära des Turniers in der Kreisstadt.

Verschiedene Gründe für Turnier-Aus

„Wir vom WTB haben gemeinsam mit dem Deutschen Tennis-Bund (DTB, Anm. der Redaktion) entschieden, dass wir uns für die DM ein neues Konzept überlegen müssen, weil die Qualität des Teilnehmerfelds in den vergangenen Jahren stetig abgenommen hat. Ausschlaggebend dafür war auch immer wieder der Termin im Dezember“, erläutert WTB-Präsident Stefan Hofherr, warum letztmals in Biberach aufgeschlagen wird.

Beim neuen Konzept sei es die Idee des DTB, des DM-Veranstalters, das Turnier in die Sommersaison zu verlegen. „Da der WTB keine ausreichende Zahl an Außenplätzen zur Verfügung hat, kommen wir als Ausrichter nicht mehr infrage. In Biberach gibt es beispielsweise auf der Anlage des Bezirksstützpunkts im Hühnerfeld nur zwei verbandseigene Außenplätze“, erläutert der WTB-Präsident.

Guter Abschluss ist das Ziel

Hofherr bekleidet seit 2018 gemeinsam mit Dieter Gutermann das Amt des Turnierdirektors. Gutermann, der seit der ersten DM in Biberach 2007 dabei ist, war zuvor Turnierchef mit Rolf Schmid. „Wir sind stolz darauf, dass die DM so lange in Biberach beheimatet war“, sagt Hofherr. „Einen großen Anteil daran haben auch die vielen fleißigen ehrenamtlichen Helfer, ohne die die Veranstaltung nicht möglich ist und war. Dies gilt auch für die Stadt Biberach, die Kreissparkasse Biberach als Hauptsponsor und die anderen lokalen Sponsoren.“

Kommentar: Schade für die Tennisfans

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Das Aus für die Tennis-DM ist auch ein Verlust für das Renommee Biberachs als Sportstadt, kommentiert Sportredakteur Felix Gaber.

Jetzt freue man sich umso mehr auf die anstehende DM, die am Sonntag startet. „Da wollen wir einen guten Abschluss hinlegen“, so Hofherr. 20 Helfer würden diesmal rund um das Turnier im Einsatz sein.

Teilnehmerfeld hochkarätiger als im Vorjahr

Das Teilnehmerfeld ist rein von der Papierform her hochkarätiger besetzt als im Vorjahr. Bei den Frauen sind vier Spielerinnen aus den Top 20 (2022: 3) der deutschen Rangliste (DR) am Start (insgesamt 10 aus den Top 40, 2022: 8). Bei den Männern sind laut Zulassungsliste fünf Spieler aus den Top 30 dabei, drei mehr als im Vorjahr (Top 40: 8, 2022: 5).

„Das Teilnehmerfeld ist sicherlich eines der stärksten der letzten Jahre“, sagt Hofherr. „Es freut uns, dass mit Ella Seidel und Jakob Schnaitter auch die Titelverteidiger am Start sind, das war ja in den vergangenen Jahren nicht immer so.“

Das sind die Favoriten

Bei den Männern zählt der WTB-Präsident neben Jakob Schnaitter (TC Ismaning/DR: 26), Nummer fünf der Setzliste, auch den topgesetzten Marko Topo (DR: 11) und den Vorjahresfinalisten Max Rehberg (TK Grün-Weiss Mannheim/DR: 13) zu den Favoriten.

Bei den Frauen sind für Hofherr die Titelverteidigerin Ella Seidel (Der Club an der Alster/DR: 8) und Noma Noha Akugue (DR: 7), die deutsche Meisterin von 2020, die Topfavoritinnen. „Seidel war dieses Jahr sehr erfolgreich auf der ITF-Tour unterwegs. Noha Akugue hat sich mittlerweile auf der WTA-Tour etabliert, stand unter anderem im Finale in Hamburg.“

Mit Blick auf die württembergischen Starterinnen traut der 36-Jährige, gebürtiger Ehinger, Marie Charlotte Vogt (TC Bernhausen/DR: 64) die eine oder andere Überraschung zu. „Sie hat sich erst vor einer Woche den Titel bei der deutschen U18-Jugendmeisterschaft geholt“, so Hofherr. Daneben ist unter anderem noch Steffi Bachofer (TC Bernhausen/DR: 50) direkt für das Hauptfeld qualifiziert. Bei den Männern sind dies Jannik Maute (TC Weissenhof/DR: 41) und Maximilian Scholl (TEC Waldau/DR: 57).

Turnierbeginn am Sonntag mit Qualifikation

Zusatztribünen ab dem Halbfinale wird es laut Hofherr wie in den vergangenen Jahren auch diesmal nicht geben, zuletzt war dies 2019 der Fall. „Die Kapazität ist auch so ausreichend. 300 Zuschauerplätze stehen zur Verfügung“, so Hofherr.

Das Turnier beginnt am Sonntag (Spielbeginn: 10 Uhr) mit der Qualifikation, in der insgesamt 16 Spielerinnen und 16 Spieler dabei sind. Dabei geht es jeweils um vier Tickets für das Hauptfeld, in dem dann 32 Frauen und 32 Männer antreten. Die Spiele des Hauptfelds beginnen bei den Frauen am Montag, 4. Dezember, nicht vor 13 Uhr und bei den Männern am Dienstag, 5. Dezember, ab 10 Uhr. Am Samstag, 9. Dezember, stehen die Halbfinals auf dem Programm und am Sonntag, 10. Dezember, die Endspiele bei den Frauen (Spielbeginn: 11 Uhr) und Männern (nicht vor 13 Uhr).

Das Gesamtpreisgeld beträgt 30.800 Euro, jeweils 3600 Euro erhält die Turniersiegerin und der Sieger. Den Gesamtetat der DM beziffert Turnierdirektor Hofherr auf rund 95.000 Euro. Rund 100.000 Euro waren es noch 2022.

Die Setzliste des Turniers

Frauen: Noma Noha Akugue (Der Club an der Alster/Position: 1/DR: 7), Ella Seidel (Der Club an der Alster/2/DR: 8), Nastasja Schunk (Mannheimer Turn- u. Sportgesellschaft/3/DR: 10), Carolina Kuhl (CaM Nürnberg/4/DR: 17), Stephanie Wagner (TC SCC Berlin/5/DR: 24), Mara Guth (TC Bredeney/6/25), Fabienne Gettwart (TC Leonberg/7/DR: 30), Angelina Wirges (DTV Hannover/8/DR: 31).

Männer: Marko Topo (MTTC Iphitos München/Position: 1/DR: 11), Max Rehberg (TK GW Mannheim/2/DR: 13), Daniel Masur (Tennispark Versmold/3/DR: 19), Jochen Bertsch (Mannheimer Turn- u. Sportgesellschaft/4/DR: 25), Jakob Schnaitter (TC Ismaning/5/DR: 26), Liam Gavrielides (BASF TC Ludwigshafen/6/DR: 33), Lewie Lane (Suchsdorfer SV/7/DR: 37), Kai Lemstra (TC Schießgraben Augsburg/8/DR: 40).

Tickets für die DM

Montag bis Donnerstag: 5 Euro

Freitag bis Sonnntag: 10 Euro

Dauerkarte: 30 Euro

Kartenreservierungen sind online auf www.wtb-tennis.de erhältlich sowie per E-Mail an [email protected]

Alle Matches der deutschen Tennismeisterschaften werden ab Sonntag nach Angaben von Turnierdirektor Stefan Hofherr live auf dem Tennis Channel unter www.tennischannel.com übertragen. Einen Liveticker gibt es auf www.wtb-tennis.de.