Wasserentnahme

Kreis Biberach reagiert: Landratsamt verbietet Wasserentnahme aus Bächen und Seen

Kreis Biberach / Lesedauer: 2 min

Grund ist die Wasserarmut in der Region – Maßnahme vorerst bis 31. August befristet
Veröffentlicht:29.07.2022, 13:11
Aktualisiert:29.07.2022, 14:23

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Durch die anhaltende Trockenheit führen viele Bäche und Flüsse im Landkreis Biberach derzeit nur wenig Wasser. Durch die niedrigen Wasserstände wird die Gewässerökologie beeinträchtigt. Fische, Kleinlebewesen und Wasserpflanzen leiden zudem unter steigenden Gewässertemperaturen. Um eine weitere Verschärfung der Situation zu verhindern, verbietet das Landratsamt Biberach nun vorerst bis einschließlich Mittwoch, 31. August, die Entnahme von Wasser aus Seen und Flüssen. Noch vor wenigen Wochen galt die Lage in Biberach - im Gegensatz zu den Kreisen Ravensburg und Bodensee - als entspannt.

Wasserentnahmeverbot

Landkreis Biberach: Droht ein Wasserentnahmeverbot?

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Schon seit mehreren Wochen würden die Pegelstände aufgrund der hochsommerlichen Wetterlage sinken, heißt es in der Mitteilung des Landkreises. In vielen Gewässern sei der Wasserpegel mittlerweile kritisch niedrig. Im Hinblick auf die derzeit verfügbaren Wetterprognosen ist von einer baldigen Entspannung nicht auszugehen. Betroffen sind nicht nur die größeren Gewässer, sondern vor allem auch die kleineren Bäche. Durch den geringen Zufluss aus Flüssen und Bächen kommt es gerade in Weihern und Seen zudem zu extremen Erwärmungen. Trocknen Wasserläufe aus, wären enorme ökologische Schäden die Folge.

Bußgelder bis zu 100.000 Euro - Verbot von Wasserentnahme im Kreis Biberach

Das Landratsamt Biberach beschränkt deshalb per Verfügung von Samstag, 30. Juli, an den sogenannten wasserrechtlichen Gemeingebrauch. Das bedeutet, dass es verboten ist, Wasser zu eigenen Zwecken mit Pumpen aus einem Bach oder See zu entnehmen. Eine Wasserentnahme im Rahmen des Gemeingebrauchs ist somit nur noch durch das Schöpfen mit Handgefäßen zulässig.

Das Landratsamt legt Wert darauf, dass dieses Verbot auch dann gilt, wenn an den jeweiligen Entnahmestellen noch vermeintlich ausreichend Wasser vorhanden ist. Die Allgemeinverfügung untersagt Entnahmen zunächst bis zum 31. August. Bleibt es darüber hinaus weiterhin so trocken, wird die Verfügung verlängert. Das Landratsamt weist darauf hin, dass Zuwiderhandlungen mit Bußgeldern von bis zu 100 000 Euro geahndet werden können.