StartseiteRegionalRegion BiberachBiberachJugendliche sollen Jugendhaus über Facebook mitplanen

Jugendhaus

Jugendliche sollen Jugendhaus über Facebook mitplanen

Biberach / Lesedauer: 2 min

Stadt erprobt neue Form der Bürgerbeteiligung – Experten begleiten und moderieren den Prozess
Veröffentlicht:24.01.2013, 22:00

Von:
Artikel teilen:

2014 soll an der Breslaustraße beim TG-Heim Baubeginn für das neue Jugendhaus sein. 2,4 Millionen Euro will sich die Stadt das kosten lassen. So viel steht derzeit fest. Wie das Haus aber architektonisch aussehen und gestaltet sein soll, das wird in den kommenden Monaten entschieden. Das passiert aber nicht hinter verschlossenen Türen in einem Expertengremium, sondern alle Jugendlichen können sich über das soziale Netzwerk Facebook an der Planung beteiligen, diese kommentieren, kritisieren und eigene Ideen und Wünsche äußern. Der Bauausschuss des Gemeinderats gab am Donnerstagabend einstimmig grünes Licht für dieses neue Verfahren der Beteiligung.

„Mit der Idee, die Jugend auf diese Weise zu beteiligen, betreten wir Neuland“, sagte Oberbürgermeister Norbert Zeidler gestern im Pressegespräch, „ich finde das sehr spannend.“ Die Anregung dazu kam vom Baudezernat und Baubürgermeister Christian Kuhlmann . „Wir standen vor der Frage, wie man die Jugendlichen, für die das Jugendhaus gedacht ist, in die Planung einbinden kann“, sagt er. Schnell war klar, dass das in Zeiten von Laptop und Smartphone nur über soziale Netzwerke geht.

So läuft das Verfahren

Das Verfahren läuft in mehreren Schritten ab:

Vier Architektenbüros erhalten den Auftrag, ihre Pläne für ein Jugendhaus vorzulegen. Diese werden in einem Expertengremium aus Vertretern der Jugendarbeit und der Stadtverwaltung diskutiert und bei einer Infoveranstaltung öffentlich vorgestellt.

Gleichzeitig wird eine Facebook-Gruppe gegründet, in der die Pläne und Ideen der Architekten zu sehen sind und von den Jugendlichen diskutiert werden können.

Die Architekten erhalten sowohl die Rückmeldungen des Expertengremiums als auch der Jugendlichen bei Facebook und sollen daraufhin ihre Entwürfe überarbeiten.

Diese neuen Entwürfe werden wiederum im Gremium und auf Facebook vorgestellt, diskutiert und erneut überarbeitet.

Die Endergebnisse werden bei einer Infoveranstaltung – vermutlich in der Stadthalle – noch vor den Sommerferien präsentiert und diskutiert.

Aus diesen vier Entwürfen soll sich der Gemeinderat nach den Sommerferien für einen entscheiden.

„Im Gegensatz zu den üblichen Architektenwettbewerben, bei denen am Ende ein Siegerentwurf steht, soll der Rat hier zwischen mehreren entscheiden können, die bereits auf Für und Wider beleuchtet wurden“, sagt Kuhlmann. Die Schulleiter sind inzwischen über das Verfahren informiert und sollen an den Schulen die Jugendlichen animieren mitzumachen. Ebenso sollen dies die Streetworker tun.

Der Diskussionsprozess bei Facebook wird professionell von der Firma Squirrel & Nuts aus Köln begleitet und moderiert, die sich auf derartige Beteiligungsprozesse spezialisiert hat. Rund 10000 Euro lässt sich die Stadt das kosten.