Stadthalle

In der Garderobe mit Rebekka Bakken

Biberach / Lesedauer: 3 min

In der Garderobe mit Rebekka Bakken
Veröffentlicht:30.11.2012, 17:35
Aktualisiert:25.10.2019, 04:00

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Es ist kurz vor halb acht abends und das Foyer der Biberacher Stadthalle ist fast leer. Nur das aufgestellte Plakat und die zwei wartenden Damen an der Bar machen auf das bevorstehende Konzert der norwegischen Sängerin Rebekka Bakken aufmerksam. Aufgeschlossen und lebensfreudig hatte sie sich am Telefon gegeben. Eine Frau, die Poesie liebt und sie auch in ihren Stücken ausdrückt.

Vor der Bühne sind die murmelnden Stimmen der wartenden Gäste zu hören – hinter der Bühne dagegen ist es ruhig. Die Tür zum Künstlereingang fällt ins Schloss. Es ist angenehm warm in dem schmalen gemauerten Gang, der zu den Zimmern der Künstler führt.

Im ersten Zimmer sitzt ein Mitglied von Rebekka Bakkens Band und schreibt auf seinem Laptop. Ein Blick auf die Bühne zeigt zwei Techniker, die letzte Kabel verlegen, noch ist es aber stockdunkel im großen Saal der Stadthalle.

In der Künstlergarderobe, die Tür leicht angelehnt, steht Rebekka Bakken vor ihrem großen Theaterspiegel und legt sich die dunkelblonden Haare zurecht.

Zwei Laptops liegen auf ihrer Anrichte neben einer Cola, einem Glas Wein, ihren Schminkutensilien und einem Gästebuch. „Ich habe mich gerade fertig angezogen“, sagt die Sängerin, als sie die Tür ganz öffnet. Sie streicht sich die Haare aus dem Gesicht. Hinter ihr steht ein Bügelbrett, ihre Alltagskleidung liegt auf dem Sofa.

Dunkel geschminkte, wache Augen, elegant in Schwarz gekleidet – Rebekka Bakken steht aufrecht da und lächelt dasselbe sympathische Lächeln wie auf den Plakaten. „Aufgeregt ist man nach einer Zeit nicht mehr“, sagt sie. 19.30 Uhr ist es inzwischen. Sie begibt sich zu ihren Bandkollegen, um sich auf den Auftritt vorzubereiten.

Eine Viertelstunde vor Beginn des Konzerts schlägt der Gong. Der Saal ist fast voll und die Band schlägt die ersten Töne des Liedes ihrer neuen CD „Same Kind“ an, unterstrichen durch blau-weiße Lichteffekte.

Sie selbst sei der rote Faden durch ihre Auftritte und ihre Lieder, hatte Rebekka Bakken im Vorabinterview am Telefon gesagt.

Und als sie an das Mikrofon tritt und die ersten Worte singt, ist klar, was sie damit meint. Sie variiert, holt alles aus ihrer Stimme heraus – von ruhig bis rockig. Dabei bleibt sie immer sich selbst treu. Sie erinnert sich an ihre Jugend zurück und geht auf das Publikum ein: „Ein Stück habe ich als Teenager geliebt“, sagt sie. „Es heißt ‚Forever young‘. Heute habe ich ein 18-jähriges Mädchen getroffen, zu dem dieses Lied ebenfalls passt. Dieses Stück ist für dich.“

Sie fesselt und berührt, zwei Zugaben gibt sie, dann geht sie von der Bühne ab. Ihre Musik hallt im Kopf nach. Mit leicht gerötetem Gesicht, aber einem großen Lächeln stößt sie hinter der Bühne mit ihren Bandkollegen auf das Konzert an. „Ich fühle mich so gut wie immer - es war ein schönes Konzert“, sagt Rebekka Bakken und hebt das Sektglas, bevor es los geht zu den nächsten Terminen.