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Immer mehr ausländische Fachkräfte im Handwerk

Kreis Biberach / Lesedauer: 2 min

Ausländische Fachkräfte sind wichtig für die gut 20. 000 Handwerksbetriebe zwischen Ostalb und Bodensee, um die Versorgung mit Handwerksleistungen zu sichern und den hohen Personalbedarf zu decken.
Veröffentlicht:30.11.2023, 18:55

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Ausländische Fachkräfte sind wichtig für die gut 20.000 Handwerksbetriebe zwischen Ostalb und Bodensee, um die Versorgung mit Handwerksleistungen zu sichern und den hohen Personalbedarf zu decken. Immer mehr Betriebe geben daher auch Handwerkern mit ausländischen Berufsabschlüssen eine Chance. Im ersten Halbjahr 2023 wurden beispielsweise im Ulmer Kammergebiet 157 ausländische Berufsabschlüsse anerkannt. Das ist ein Drittel aller positiven Bescheide in Baden-Württemberg. Dies teilt die Handwerkskammer (HWK) Ulm mit.

Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der HWK Ulm, sagt: „Wir brauchen Zuwanderung, denn an jeder Ecke fehlen Fachkräfte. Handwerkerinnen und Handwerker aus dem Ausland nehmen keine Arbeitsplätze weg. Im Gegenteil: Sie helfen dabei, die Versorgung der Bevölkerung in der Region aufrecht zu erhalten.“ Das Handwerk begrüßt daher das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das seit Mitte November nach und nach inkraft tritt. Damit wurde die Grundlage für eine leichtere Fachkräfte-Integration gelegt. Mehlich: „Jetzt müssen noch unsere Ausländerbehörden zu echten Welcome-Centern werden. Sie müssen den ausländischen Fachkräften und den einstellungswilligen Betrieben tatkräftig unter die Arme greifen, damit diese die nötigen Aufenthaltstitel und Arbeitserlaubnisse möglichst reibungslos erhalten.“

Im ersten Halbjahr 2023 beriet die Handwerkskammer Ulm rund 500 Fachkräfte aus dem Ausland. Besonders häufig kommen Handwerker aus Bosnien und Herzegowina, Serbien, Kosovo und der Türkei. Interesse an einer Arbeit in Deutschland zeigen vor allem Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Kraftfahrzeugmechatroniker, Metallbauer sowie Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.

Ob Berufsabschlüsse anerkannt werden können, prüft die HWK in der Regel innerhalb weniger Wochen. Dabei werden die theoretischen und praktischen Inhalte ausländischer Bildungsabschlüsse mit den deutschen Abschlüssen verglichen. Damit werden die handwerklichen Qualitätsstandards der Gesellen- und Meisterbriefe gewahrt, zudem können bereits erworbene Fähigkeiten genutzt und ergänzt werden. Kann der Abschluss eines ausländischen Handwerkers nur teilweise anerkannt werden, folgt eine Anschlussqualifizierung in einem Handwerksbetrieb oder im Rahmen einer überbetrieblichen Ausbildung an der Bildungsakademie der Handwerkskammer. Die HWK Ulm bietet ihren Mitgliedsbetrieben eine kostenlose Vorab-Prüfung der Unterlagen eines Bewerbers an. So lässt sich das Verfahren meist erheblich beschleunigen.

Vor wenigen Wochen begann Florian Tahiraj bei der Erhardt Dentaltechnik in Ulm seine Anpassungsqualifizierung. Der aus dem Kosovo stammende junge Mann durchlief zuvor das Anerkennungsverfahren bei der Handwerkskammer Ulm und erhielt die teilweise Gleichwertigkeit seiner im Kosovo absolvierten Ausbildung zum Dentaltechniker bestätigt. Deutsch spricht der 28-Jährige schon sehr gut, er hatte sich mit Sprachkursen im Kosova auf seine neue Heimat vorbereitet. Bald wird er nun die volle Gleichwertigkeit seines Berufsabschlusses erreichen, dann kann er auch einen unbefristeten Aufenthaltstitel bekommen. Die beiden Geschäftsführerinnen Natalie Erhardt und Tanja Erhardt-Nusser sind angetan von dem jungen Mann und seinen Fachkenntnissen: „Das passt einfach, menschlich und fachlich: Florian hat solide Kenntnisse, wir entwickeln ihn aktuell nur noch auf unseren Standard“, so Natalie Erhardt.