Energiekrise

Energiekrise: So kann der Kreis Biberach Strom und Gas einsparen

Biberach / Lesedauer: 3 min

Energiebericht 2021 des Landkreises Biberach liefert viele positive Erkenntnisse
Veröffentlicht:04.12.2022, 05:00
Aktualisiert:04.12.2022, 09:32

Von:
Artikel teilen:

Der Landkreis Biberach profitiert derzeit von den vielen energetischen Umbau- und Sanierungsmaßnahme, die er in den vergangenen Jahren an seinen Gebäuden vorgenommen hat.

Das zeigte Holger Thiessen , Leiter des Amts für Liegenschaften und Gebäude, den Kreisräten bei der Präsentation des Energieberichts 2021 auf. So gab es im Anschluss nicht nur viel Lob für die Erstellung des 90-seitigen Werks, sondern auch für das Engagement von Thiessen und dessen Mitarbeitern.

Basis für den Energiebericht sind die jährlich erfassten Verbrauchsabrechnungen der einzelnen Versorgungsunternehmer und die vorhandenen Verbrauchszähler.

„Mit der stetigen Fortschreitung der Verbrauchsdaten stellt der Bericht eine Verlaufsbetrachtung dar und dient als Energie- und Erfolgsbilanz für das Energiemanagement des Landkreises“, heißt es in der Vorlage für die Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik.

Immer unabhängiger von Gas

Dieser Erfolg spiegelt sich beispielsweise in der Wärmeerzeugung in kreiseigenen Verwaltungsgebäuden wider. Bei denen spielt mit Ausnahme der Außenstelle Riedlingen Gas eine immer kleinere Rolle. Auch bei den kreiseigenen Schulen soll zunehmend auf Gas verzichtet werden.

Die Hauptlast bei der Wärmeerzeugung trägt Gas mit 59 Prozent nur noch bei Kreisberufsschulzentrum (BSZ) und Schwarzbachschule.

Blackout

So bereitet sich der Landkreis Biberach auf möglichen Blackout vor

qBiberach

Auch in puncto Fotovoltaikanlagen ist der Landkreis bei seinen Gebäuden gut unterwegs. Thiessen zählte in seiner Präsentation die Gebhard-Müller-Schule, die Gebäude Rollinstraße 15 und 18 in Biberach sowie die Kilian-von-Steiner-Schule und die Straßenmeisterei in Laupheim auf.

In Planung sind weitere PV-Anlagen in Biberach auf dem Gebäude Rollinstraße 9, auf dem BSZ und auf dem Neubau des Schülerwohnheims, in Riedlingen auf der Beruflichen Schule und in Laupheim auf einer weiteren Teilfläche der Kilian-von-Steiner-Schule.

Zitrone weiter ausgequetscht

Auf der Suche nach weiterem Energieeinsparpotenzial seien Mitarbeiter mit den Hausmeistern durch die Gebäude gegangen, berichtet Thiessen. „Aber sie haben nicht viel gefunden, weil wir uns schon auf einem niedrigen Niveau bewegen“, so der Amtsleiter. Man habe aber versucht, die Zitrone weiter auszuquetschen.

Adventsbeleuchtung

Stadt verkürzt Adventsbeleuchtung - um zwei Stunden pro Tag

qBiberach

Richard Matzenmiller dankte Thiessen für seine Arbeit im Namen der CDU-Fraktion und schickte ein persönliches Lob hinterher: „Ich denke, der ganze Kreistag weiß, was wir an ihnen haben.“ Matzenmiller regte zudem an, den Energiebericht nur noch alle zwei Jahre zu erfassen, um die Mitarbeiter zu entlasten.

„Da wird viel Arbeit gebunden und man hätte Kapazitäten für andere Sachen“, so der CDU-Kreisrat. Seine Nachredner schlossen sich dem Lob an. So auch Manfred Lämmle (Freie Wähler).

Doch „jetzt, wo die Energiepreise davongaloppieren, sollte der Energiebericht weiter jährlich erfolgen“, sagte Lämmle. Seit zwölf Jahren gebe es den Energiebericht und er sei wichtiger denn je, sagte Martina Miller (SPD).

„Wenn wir nicht saniert hätten, kann man sich ausrechnen, wo wir heute wären“, sagte sie und plädierte dafür, den Energiebericht weiterhin jährlich zu erstellen, unter anderem „als Grundlage für weitere Sanierungsmaßnahmen“.

Solarpark

In Gutenzell-Hürbel entsteht der zweitgrößte Solarpark im Kreis Biberach

qGutenzell-Hürbel

Gespräche für Nahwärmekonzept angestoßen

Auch Ruth Lang (Grüne) sprach ein Lob aus und erkundigte sich nach Problemgebäuden. Thiessen nannte das BSZ, gebaut in den 1970er-Jahren, das vor allem wegen der Gebäudehülle, aber auch wegen Struktur und Größe eine Herausforderung darstelle.

„Im Jahr 2006 haben wir mal eine Fassadensanierung prüfen lassen. Die hätte rund zehn Millionen Euro gekostet“, berichtet Thiessen. Jetzt würden die Kosten wohl rund 30 Millionen Euro betragen, schätzt er. Doch man gehe nun ein Nahwärmekonzept mit einer benachbarten Firma an und habe Gespräche angestoßen, so der Amtsleiter.

Biosphärengebiet

Neue Verbote oder große Chancen? Biosphärengebiet für Oberschwaben soll kommen

qBiberach

Flächengemeinde

So will Rot in den Kitas, Schulen und Hallen Energie einsparen

qRot an der Rot