Arztpraxis

Eine Arztpraxis für 7000 Menschen

Biberach / Lesedauer: 3 min

Boehringer Ingelheim eröffnet in Biberach neues Zentrum für Arbeitsmedizin
Veröffentlicht:27.10.2016, 21:00
Aktualisiert:23.10.2019, 11:00

Von:
Artikel teilen:

Nach gut einem Jahr Bauzeit hat das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim sein neues Zentrum für Arbeitsmedizin und medizinische Dienste (ZAMD) offiziell eröffnet. Für rund drei Millionen Euro entstand ein neues Gebäude, in dem sich künftig vier Werksärzte, Arzthelferinnen, Krankenschwestern und weiteres Personal um die Gesundheit der Mitarbeiter kümmern.

Das ZAMD kümmert sich bei Biberachs größtem Arbeitgeber hauptsächlich um vier Themenfelder: die klassische Arbeitsmedizin, die betriebliche Gesundheitsförderung, die ambulante akutmedizinische Versorgung von eigenen Mitarbeitern, Gästen sowie von Partnerfirmen, die auf dem Boehringer-Gelände arbeiten. „Insgesamt sind das rund 7000 Menschen, für die wir täglich da sind“, sagt Werksarzt Dr. Steffen Strobel . Rund 100 Menschen kommen täglich mit unterschiedlichsten Anliegen ins ZAMD.

Das ist ausgestattet wie eine große Arztpraxis mit Notfallbehandlungszimmer, Sprechzimmern, Labor, einem Wartebereich und weiteren Untersuchungsräumen. Zusätzlich ist auch der Blutspendeservice im ZAMD angesiedelt. Hier haben Mitarbeiter die Möglichkeit, Blut zu spenden, das dann in der firmeneigenen Forschung eingesetzt wird. „Unsere Labore könnten sonst ihre tägliche Arbeit nicht verrichten“, so Strobel. Rund 1000 der knapp 6000 Mitarbeiter seien als interne Blutspender registriert.

Ein Großteil der Arbeit des ZAMD besteht in medizinischer Prävention. Aktuell können sich dort Mitarbeiter gegen Grippe impfen lassen. Aber auch bei kleineren Beschwerden können die Mitarbeiter im ZAMD vorbeikommen und werden behandelt. „Wenn eine weitergehende Behandlung erforderlich ist, verweisen wir die Mitarbeiter aber an den Hausarzt“, sagt Strobel. Das ZAMD verstehe sich ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu den Arztpraxen in den Städten und Gemeinden.

Hilfe leisten die Werksärzte und ihr Team auch bei Not- oder Arbeitsunfällen. Boehringer Ingelheim ist dafür mit zwei Rettungswagen ausgestattet, die von Angehörigen der Werkfeuerwehr gefahren werden. Falls erforderlich können diese Fahrzeuge auch außerhalb des Firmengeländes eingesetzt werden. Das war vor einigen Wochen in einem nahen Baumarkt der Fall, als bei einem Gasaustritt mehrere Menschen verletzt wurden.

Langer Weg bis zum Neubau

Seit mehreren Jahren laufen bei Boehringer Ingelheim in Biberach bereits die Planungen zum Bau eines neuen ZAMD. Bislang war es in einem 1962 zunächst als Garage errichteten Gebäude untergebracht, das letztmals 1984 saniert worden war. Nach längerer Standortdiskussion habe man sich schließlich für das Gelände südlich der Kantine entschieden, sagte Projektleiter und Betriebsingenieur Christoph Wieland. 714 Quadratmeter Nutzfläche stehen in dem einstöckigen, 65 auf 15 Meter großen Gebäude zur Verfügung, das bei Bedarf auch noch aufgestockt werden kann.

„Gesunde Mitarbeiter sind die Voraussetzung eines gesunden Unternehmens“, sagte Stefan Rinn, Landesleiter Deutschland bei Boehringer Ingelheim. Vieles habe sich im Unternehmen in den vergangenen Jahren verändert. „Für manche Mitarbeiter bedeutet das Unsicherheit, gerade wenn es um strukturelle Veränderungen geht. Hier haben wir eine Veränderung, die nur positiv ist“, sagte Rinn. Er wünschte den Werksärzten und ihren Mitarbeitern, „dass Sie viel in der Prävention tätig sind und möglichst nicht alles, was Sie hier an Ausstattung haben, benutzen müssen“.