Silbermedaille

Ein Nachrücker holt DM-Silber

Biberach / Lesedauer: 3 min

Schach: TG-Spieler Holger Namyslo wird Zweiter bei deutschen Amateurmeisterschaften
Veröffentlicht:31.05.2016, 21:43
Aktualisiert:23.10.2019, 15:00

Von:
Artikel teilen:

Holger Namyslo von der TG Biberach hat sich die Silbermedaille bei den deutschen Schach-Amateurmeisterschaften geholt. Bei dieser spielten mehr als 2000 Teilnehmer in Halle an der Saale die Titelträger in sechs Wertungsklassen aus. Auch die anderen Biberacher Teilnehmer wussten zu überzeugen.

Für die Schach-DM der Amateure hatten sich mit Andreas Schulze im A-Turnier (Wertungszahl von 2100 bis 2300 DWZ) und Daniel Müller im B-Turnier (Wertungszahl von 1900 bis 2100 DWZ) zwei Spieler der TG Biberach in der Vorausscheidung direkt qualifiziert. Der langjährige DM-Starter Holger Namyslo hatte hingegen im Vorturnier die Qualifikation knapp verpasst. Nach einigen kurzfristigen Absagen anderer Teilnehmer durfte der Biberacher Routinier aber im A-Turnier nachrücken.

In dem Turnier über fünf Runden nahm sich Namyslo ganz offensichtlich die dänische Fußballnationalmannschaft, Nachrücker bei der EM 1992, zum Vorbild. Er spielte sehr gut und zog nur in der Partie gegen den späteren Turniersieger Thomas Höfelsauer (München/4,5 Punkte) den Kürzeren. Ausgerechnet dieses Match, das live übertragen wurde, war seine schwächste Partie. Die vier klaren Siege in den anderen Runden reichten aber am Ende bei vier Punkten aus fünf Runden für die DM-Silbermedaille. Damit hatte Holger Namyslo zudem nur knapp das Novum verpasst, nach seinem Sieg im Jahr 2004 den Titel ein zweites Mal zu gewinnen.

Müller nimmt Namyslo zum Vorbild

Daniel Müller nahm sich im B-Finale seinen Vereinskameraden zum Vorbild. Er gewann ebenfalls vier Partien und musste sich gleichfalls nur dem späteren B-Meister Bruno Kreyssig (Leipzig) geschlagen geben. Diese Leistung führte schließlich zum vierten Platz. Seine Arbeiterqualitäten stellte Andreas Schulze unter Beweis, ging er doch im Versuch, aus jeder Partie das bestmögliche Ergebnis zu holen, in nahezu jedem Wettkampf über die maximale Spieldauer von je fünf Stunden. Damit verbrachte er pro Turniertag zehn Stunden am Brett. Nach einem etwas missglückten Auftakt wurde der Aufwand nur teilweise belohnt. Eine ausgeglichene Bilanz sicherte Schulze (2,5/5) am Ende aber einen guten Mittelfeldplatz.

Neben den aktiven TG-Spielern ließen zudem zwei ehemalige Biberacher Stammspieler ihr Können aufblitzen. Manfred Lenhardt, seit mehr als 20 Jahren in Berlin aktiv, aber immer noch treues TG-Mitglied, holte im A-Finale drei Punkte aus den fünf Partien und verpasste als punktgleicher Elfter die Top fünf nur knapp. Im B-Turnier ging Markus Mock an den Start. Er war Ende der 80er, Anfang der 90er ein TG-Spieler. Nach dem Studium wanderte er dann aber in die USA aus, um dort lange Jahre als Hochschuldozent und in der kalifornischen Softwareindustrie zu arbeiten. Seit Kurzem ist er zurück in der deutschen Wissenschaftslandschaft und spielt nun Schach für den SK Landshut. Er fand sich in Halle mit zwei Siegen und einer insgesamt ausgeglichenen Bilanz in einem starken Mittelfeld wieder.