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Er hört nach 39 Jahren auf

Biberacher Hausarzt Dr. Braun geht in Ruhestand – So geht es jetzt weiter

Biberach / Lesedauer: 3 min

Nach knapp 39 Jahren ist es für den Biberacher Hausarzt an der Zeit, aufzuhören. Aber auch nur, weil er eine Nachfolgerin für die Gemeinschaftspraxis im Rißcenter gefunden hat.
Veröffentlicht:28.11.2023, 17:00

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Erfolgreiche Praxisübernahme: Endlich kann sich der Biberacher Hausarzt Dr. Frank-Dieter Braun in den wohlverdienten Ruhestand verabschieden. Mit Dr. Sylvia Hampel hat er eine würdige Nachfolgerin für seine Gemeinschaftspraxis im Rißcenter gefunden, die er seit vier Jahren erfolgreich mit Dr. Christoph Haas führt. Die 41-jährige Fachärztin für Allgemeinmedizin tritt am 2. Januar 2024 ihre neue Stelle an und freut sich vor allem auf die neuen Patientinnen und Patienten.

Die Entscheidung, in den Ruhestand zu gehen, ist Dr. Braun nicht leicht gefallen. „Ich habe meinen Beruf immer geliebt und daran wird sich auch nichts ändern“, sagt der 69-Jährige. „Aber in meinem Alter wird es auch irgendwann einmal Zeit, sich zurückzuziehen.“ Wichtig war ihm dabei immer, dass er erst gehen kann, wenn eine Nachfolge gefunden ist.

Die Zusammenarbeit wird mir sehr fehlen.

Dr. Frank-Dieter Braun

„Ich hätte Dr. Haas hier ungern allein gelassen, denn wir haben uns hier wirklich etwas aufgebaut und uns in den vergangenen Jahren auch um mindestens 30 Prozent vergrößert“, so Dr. Braun. „Die Zusammenarbeit wird mir sehr fehlen.“ Und damit der Abschiedsschmerz nicht allzu groß ist, wird Dr. Frank-Dieter Braun die Praxis ab kommendem Jahr noch einmal in der Woche unterstützen: „Von 100 auf Null, das kann ich einfach nicht.“

Am 1. Juli 1985 hat Dr. Braun in der Hausarztpraxis im Rißcenter begonnen und es nie bereut: „Mein Studium habe ich damals schon mit der Maßgabe begonnen, einmal Hausarzt zu werden.“ Was ihn an diesem Beruf immer gereizt hat: „Es ist diese Abwechslung und das Umfassende, wir behandeln vom kleinen Zeh bis in die Haarspitzen“, sagt Dr. Braun.

Umzug in den Neubau am Mühlweg

„Das Spannende ist natürlich auch, das Wichtige vom Nicht-Wichtigen zu unterscheiden.“ Außerdem seien auch über die vergangenen 38,5 Jahre viele persönlichen Bindungen zu den unterschiedlichsten Menschen gewachsen: „Meine Patienten werden mir schon sehr fehlen.“

Auch für Christoph Haas wird es komisch werden, künftig der einzige Mann in der Praxis zu sein: „Ich freue mich aber auch sehr auf Sylvia Hampel und die Zusammenarbeit mit ihr. Wir werden bestimmt auch viel voneinander profitieren.“ Ende 2024 werden die beiden Mediziner dann mit ihrer Praxis vom Rißcenter in den Neubau am Mühlweg 7/3 ziehen.

Bis zu 1800 Patienten pro Quartal

Dr. Hampel hat im Jahr 2008 ihr Medizinstudium beendet und anschließend jahrelang als Fachärztin für Allgemeinchirurgie gearbeitet, unter anderem in München, Starnberg und Frankfurt „Nun wechsele ich meinen Job und freue mich, künftig als Hausärztin tätig zu sein.“

Und jetzt freue ich mich sehr, hier einzusteigen, und im Januar endlich meine Arbeit aufzunehmen.

Dr. Sylvia Hampel

In den vergangenen drei Jahren hat sie ihren Facharzt für Allgemeinmedizin oben draufgesetzt und als Hausärztin in einer anderen Biberacher Praxis gearbeitet: „Und jetzt freue ich mich sehr, hier einzusteigen, und im Januar endlich meine Arbeit aufzunehmen.“

Insgesamt betreut die Hausarztpraxis im Rißcenter pro Quartal zwischen 1400 und 1800 Patientinnen und Patienten. „In der Corona-Zeit waren es auch mal 2500“, sagt Dr. Braun. „Hier wird’s einem also nie langweilig.“ Neue Patienten nimmt die Praxis in der Regel nicht auf: „Für Zugezogene machen wir aber eine Ausnahme und auch für Familienmitglieder von bestehenden Patienten“, so Dr. Haas.

Drei Hausarztsitze sind offen

Dass es in Biberach zu wenig Hausärzte gibt, können die beiden Allgemeinmediziner so pauschal nicht bestätigen. „Wir haben laut Berechnungen eine Versorgungsquote von 100 Prozent“, sagt Frank-Dieter Braun.

„Aber wir wissen natürlich auch, dass es für neue Patienten schwer ist, vor allem, wenn diese ihren Hausarzt wechseln möchten.“ Laut Dr. Haas sind in Biberach aktuell drei Hausarztsitze unbesetzt: „Wir hätten also schon noch ein bisschen Luft nach oben.“ Denn leider können auch sie nicht alle Anfragen bedienen.