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Diese Gebäude im Raum Biberach sind preiswürdig

Biberach / Lesedauer: 4 min

Vier Hugo-Häring-Auszeichnungen für vorbildliches Bauen gehen in den Landkreis. Die Stadt Biberach ist als Bauherr gleich zweimal vertreten.
Veröffentlicht:27.11.2023, 17:00

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Alle drei Jahre werden vorbildliche neue Bauwerke in Baden-Württemberg mit den Hugo-Häring-Auszeichnungen geehrt. Die nach dem bekannten Biberacher Architekten benannte Ehrung ist die Vorstufe zum Hugo-Häring-Preis auf Landesebene, der 2024 wieder vergaben wird. Der Bund Deustcher Architekten (BDA) Ulm - Donau - Iller hat nun sieben Auszeichnungen verliehen, vier davon gehen in die Region Biberach.

Seit 1969 gibt es den Hugo-Häring-Preis, der nicht nur an die Architekten der jeweiligen Bauwerke verliehen wird, sondern auch an deren Bauherren. In Zeiten von Kostendruck und zunehmender Bürokratie könnten Architekten nicht mehr so frei planen wie zu Hugo Härings Lebzeiten (1882-1958). „Im heutigen Kontext vorbildliche Gebäude zu schaffen, ist wirklich schwierig“, sagte Stefan Rapp, Vorsitzender der BDA-Kreisgruppe Ulm - Donau - Iller bei der Feierstunde im Foyer des Biberacher Museums. Anlass, die Veranstaltung dort abzuhalten, die die derzeit laufende Sonderausstellung zu Hugo Häring.

30 Bewerbungen

Sieben Hugo-Häring-Auszeichnungen hat die vierköpfige Jury vergeben - ausgewählt aus 30 Bewerbungen aus den Kreisen Ulm, Alb-Donau und Biberach. In der Jury saßen neben den Architekten Tanja Gerst (Mühlacker) und Josef Prinz (Ravensburg) auch Wilmuth Lindenthal (Ulm, früherer Leiter des Amts Vermögen und Bau) sowie Künstler Willi Siber (Eberhardzell).

In Anlehnung an Willy Brandt appellierte Rapp für ein „mehr Architektur wagen“. Mit den Auszeichnungen ehre der BDA Architekten und deren Zusammenarbeit mit Bauherren und guten Handwerkern, „die leider immer weniger werden“.

Die Hugo-Häring-Auszeichnungen werden in Fachkreisen auch als „kleine Hugos“ bezeichnet. Sie sind die Vorstufe zum „großen Hugo“, also dem Hugo-Häring-Preis. Dieser wird im kommenden Jahr landesweit unter den nun Ausgezeichneten ermittelt.

Entscheidungen fielen einstimmig

Josef Prinz berichtete aus der Juryarbeit. Hier seien zunächst alle 30 Bewerbungen anhand der Unterlagen geprüft und begutachtet worden. Eine Auswahl von 16 Gebäuden wurde anschließend auf einer zweitägigen Rundfahrt besichtigt. Intensive Diskussionen führten im Anschluss zu den sieben Ausgezeichneten. „Wir haben zum Teil zwar kontrovers debattiert, die Entscheidungen fielen am Ende aber einstimmig“, so Prinz.

Auszeichnungen gab es für zwei in Biberach inzwischen bestens bekannte Neubauten. So gab es eine für die neue Mali-Sporthalle an der Andeauerallee. Sie beeindrucke durch ihre städtebauliche Einbindung und ihr unaufgeregtes Erscheinungsbild, lobte die Jury. Dieser homogene Eindruck, er auf wenige Materialien wie Holz und Glas beschränkt ist, werde im Innern der Halle weiter verstärkt. Geplant hat die Halle das Büro D’Inka Scheible Hoffmann Lewald Architekten aus Stuttgart, Bauherr war die Stadt Biberach.

„Moderne Zutat“

Und noch eine weitere Auszeichnungsplakette darf die Stadt an eines ihrer Gebäude montieren - an den Erweiterungsbau der Braith-Grundschule am Braithweg. Der zweigeschossige Baukörper in Holzbauweise nehme in überzeugender und ansprechender Weise den Bezug zur umgebenden Bebauung auf, urteilt die Jury. Geschickt werde das Bauvolumen auf der historischen Zwingermauer positioniert. Durch kluge Raumfolgen und -größen entstehe auch im Innern eine angenehme und kindgerechte Atmosphäre. Das Büro Lanz Schwager Architekten aus Konstanz zeichnete für die Planung verantwortlich.

Der dritte „kleine Hugo“ in Biberach ging an das private Wohnhausprojekt in der Zeughausgasse 6/1. In einem baulich engen Umfeld in der Biberacher Altstadt entstand dieses neue Wohnhaus aus sichtbarem Infraleichtbeton. Es füge sich sensibel in das historische Umfeld ein, „ohne zu verleugnen, dass es eine moderne Zutat darstellt“, so die Jurybegründung. So sei ein nicht erhaltenswertes Gebäude durch einen charmanten Neubau ersetzt worden. Das Wohnhaus zeige auf beispielhafte Weise, wie man sensibel und zugleich etwas provokant akzentuierte Kontraste zur Umgebung setzen kann. Geplant wurde das Gebäude von den Architekten am Weberberg Humm Zalenga Velic.

Drei Auszeichnungen für ein Büro

Die vierte Auszeichnung im Kreis Biberach ging an den Um- und Erweiterungsbau der Baufirma Fritschle in Uttenweiler. Im Kern des Gebäudes befindet sich das Bestandsgebäude von 1993. Darum herum entstand der neue Gebäudeteil, geprägt durch vertikale Holzlamellen. Diese lassen den Bau gleichermaßen streng geometrisch als auch hoch flexibel wirken, so die Jury. Architektonisch präzise erarbeitet und ausformuliert sowie handwerklich hochwertig umgesetzt, sei das Gebäude für die gestellte Bauaufgabe richtungsweisend. Geplant wurde es vom Büro Braunger Wörz Architekten aus Blaustein.

Dieses Büro erhielt noch zwei weitere Hugo-Häring Auszeichnungen: zum einen für ein privates Stadthaus in Blaubeuren sowie für die Volksbank Höfe in Ehingen, ein Bauprojekte der Donau-Iller Bank am Ehinger Marktplatz. Eine weitere Auszeichnung gab es zudem für die Quartiersentwicklung St. Elisabeth in Ulm, geplant vom Büro a+r Architekten aus Stuttgart im Auftrag der Siedlungswerk GmbH Stuttgart) und der katholischen Kirchengemeinde St. Eisabeth in Ulm.