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Pestalozzisaal

Cornelia Lanz erhält den Zonta-Award 2015

Biberach / Lesedauer: 3 min

Mezzosopranistin wird für musikalische Leistungen und soziales Engagement geehrt
Veröffentlicht:12.11.2015, 14:58

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Die Biberacher Opernsängerin Cornelia Lanz hat am Mittwochabend den mit 1500 Euro dotierten Zonta-Kultur-Award 2015 erhalten. Gewürdigt wurde von dem Service-Club berufstätiger Frauen in verantwortungsvollen Positionen Conelia Lanz’ musikalisches und soziales Engagement.

Die Präsidentin des Zonta Clubs Oberschwaben, Eva Funk, gab in ihrer Begrüßung im Pestalozzisaal einen kurzen Rückblick auf die musische Entwicklung der Preisträgerin seit den Zeiten des Schützentheaters.

Musikdirektor Andreas Winter betonte, dass die Räume im Pestalozzihaus für die angehende Künstlerin Cornelia Lanz über lange Zeit künstlerische Heimstatt waren, sowohl mit ihrer Geige und später als Sängerin. Winter: „Der Preis vermittelt Impulse und gibt Energien für weitere künstlerische Leistungen.“

Die Laudatio hielt der frühere Musikdirektor Peter Marx, der die Preisträgerin lange Zeit künstlerisch begleitet hatte; er eröffnete mit dem „Rosenkavalier: „Mir ist die Ehre widerfahren, dass ich der hoch- und wohlgeborenen Jungfer Cornelia die Laudatio halten darf!“ Er erzählte ausführlich über ihre Entwicklung. Ihre Mitwirkung im Chor von „Cosi fan tutte“ 1998 gab ihr wichtige Anstöße, sich mit Gesang zu beschäftigen.

Nach dem Abitur studierte sie an der Musikhochschule Stuttgart Geige, Dirigieren, Gesang. 2007 war sie in New York an der Manhattan School of Music. Seit 2010 ist die Sängerin mit einem großen Repertoire von Barock, Oper bis Musical freischaffend, 2011 erhielt sie den Förderpreis Kultur des Landkreises Biberach. Marx: „Sie ist die ideale Kandidatin für den Kulturaward!“

Die Preisträgerin sang, begleitet von Anita Bender, drei Arien aus ihrer aktuellen Produktion, Mozarts „Zaide“, die auch in Biberach zu sehen war.

Eva Funk überreichte Urkunde und Preis. Die Preissumme von 1500 Euro wird dem Verein „Zuflucht Kultur“ zur Verfügung stehen. Cornelia Lanz ist dessen stellvertretende Vorsitzende.

Sie übernahm dann die Conference, erzählte authentisch und berührend von ihrem Einsatz für die Flüchtlinge, von ihrer integrativen Arbeit mit unterschiedlichen Kulturen.

Flüchtlinge gestalten Feier mit

Sie hatte einige junge Männer und Mitarbeiter ihres Zaide-Teams mitgebracht, die eine ungewöhnliche, aber auch eindrucksvolle Preisverleihung mitgestalteten. Einer sang ein syrisches Liebeslied. Lanz interviewte einen jungen Mann aus Afghanistan. Ein Afrikaner erzählte von seinem ersten Saunabesuch im Jordanbad, spielte mit mimischer Begabung einen „Drachenmonolog.“ Theatralisch-zornige Töne kamen von kräftigen Jungmännerstimmen.

Die Autorin Barbara Zachay-Piazza hielt die Festrede „Kultur als Mittel zur Integration“. Sie erörterte die aktuelle Situation, die in diesem Jahr eineinhalb Millionen Flüchtlinge erwarten lässt, sprach über die unterschiedlichen Motive der Asylbewerber. Zachay-Piazza: „Viele werden für immer bleiben. Integration ist das Zauberwort.“ Unabdingbare Werte auf Basis des Grundgesetzes müssen vermittelt werden wie die selbstverständliche Gleichberechtigung von Mann und Frau. Sie spricht über die dafür notwendigen „Werkzeuge: „Zuerst die Sprache!“, zitiert E. T. A. Hoffmann: „Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an.“ Die Rednerin definiert Musik aus theoretischer, analytischer und philosophischer Sicht: „Musik ist viel mehr als eine Verschönerung des Lebens, viel mehr als eine Abfolge von akustischen Schwingungen.“ Sie schlägt den Bogen von den Harmonien der Musik zur Harmonie in der Gesellschaft. „Einigkeit und Recht und Freiheit sind der Grundton einer zivilisierten Gesellschaft.“

Anrührend erzählte Cornelia Lanz noch kleine Geschichten gemeinsamen Tuns und ihrer Verbundenheit mit Besuchern, die vor ihr saßen, sang zum Abschluss zusammen mit den jungen Männern ihrer Crew Beethovens „Lied an die Freude.“