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Biberacher Studierende tüfteln am Holzbau der Zukunft

Biberach / Lesedauer: 3 min

Mit dem Bildungszentrum „Holzbau Baden-Württemberg“ ist die Hochschule beim „Solar Decathlon Europe 21“ dabei
Veröffentlicht:15.03.2021, 14:48

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Urbane Bauaufgaben der Zukunft: Damit befasst sich der internationale Studierendenwettbewerb „Solar Decathlon Europe 21“ (Sde21), für den sich drei Hochschulen aus Baden-Württemberg qualifizieren konnten, darunter die Hochschule Biberach (HBC). Unterstützt wird die Teilnahme der Hochschulen durch das Land Baden-Württemberg. So erhält das Biberacher Team X4S im Rahmen des Programms „Holzbau-Offensive BW“ Fördergelder in Höhe von 80 000 Euro, um die Ergebnisse aus dem Projekt in die Lehre transferieren zu können.

Sde21 ist ein internationaler Hochschulwettbewerb, für den sich 18 Hochschulteams aus elf Ländern qualifizieren konnten. Der Fokus liegt auf nachhaltigem Bauen und Leben in der Stadt. Ausgehend von real existierenden Stadtvierteln konzeptionieren, planen und bauen die beteiligten Teams zukunftsfähige Häuser, die Klimaschutz und Energiewende greifbar und erlebbar machen. Gastgeber des Wettbewerbs ist die Stadt Wuppertal . Aufgrund der Pandemie findet das ursprünglich für dieses Jahr geplante Finale im Juni 2022 statt.

Mit ihren Projektplänen würden die Hochschulteams intelligente Holzbaulösungen für urbane Nachverdichtungen präsentieren, außerdem innovative Konzepte für die Urbanisierung mit einhergehender Wohnraumnot und steigenden Immobilienpreisen, und andererseits die Anpassungen der Städte an den Klimawandel ins Rennen bringen, so Peter Hauk (CDU), Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Dabei setzen alle baden-württembergischen Hochschulen auf den Baustoff Holz.

Das Biberacher Team, das unter dem Namen „Extension for Sustainability“ – kurz X4S – antritt, setzt sich aus Ingenieuren für Energie, Holzbau, Bau und Projektmanagement sowie Architekten zusammen. Unter der Projektleitung von Lena Frühschütz vom Institut für Gebäude- und Energiesysteme setzen sie neben dem Baustoff Holz einen Fokus auf die Energieeffizienz. Die Idee: die Mehrfachnutzung von Bauteilen. „Die Tragfähigkeit von Holz kann etwa durch additive Elemente deutlich verbessert werden. Deshalb denken wir Gebäudetechnik und Statik gemeinsam und entwickeln so neue Lösungsansätze“, erläutert Professor Jörg Schänzlin, Leiter des Instituts für Holzbau an der Hochschule Biberach.

Beispiel: Eine Wand als verbindendes Element von Statik, Elektrotechnik, Bauphysik und Innenarchitektur. „Wir wollen eine Wand, die mehr kann und Funktionalität perfekt mit Ästhetik verbindet“, beschreibt Anna Diemer aus dem Studiengang Architektur den Ansatz, bei dem die elektrische Versorgung in den Wandelementen so integriert wird, dass die einzelnen Wohnbereiche flexibel elektrisch versorgt, beleuchtet und eingerichtet werden können.

Auch die erhöhten Anforderungen an den Schallschutz hat das Team berücksichtigt, wie der Bauphysiker Professor Andreas Gerber aus dem Institut für Gebäude- und Energiesysteme erläutert: „Wenn wir akustisch ohnehin erforderliche Schichten als Wärmespeicher nutzen, können wir tagsüber geerntete Solarwärme für die Verwendung in den Abendstunden und der Nacht speichern und die Netzdienlichkeit des Gebäudes erheblich verbessern.“

Mit seinen Überlegungen liegt X4S gut in der Zeit. Anfang 2022 wird das Team seine House Demonstration Unit bauen, also ein 1:1-Modell, das vor Ort in Wuppertal in Zusammenarbeit mit dem Biberacher Bildungszentrum „Holzbau Baden-Württemberg“ entstehen wird.