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Sammelserie „Wer bietet mehr?“

Dieses Paar sammelt Sand aus aller Welt - Erinnerungen an besondere Orte

Biberach / Lesedauer: 3 min

Dieses Biberacher Ehepaar hat in den verschiedensten Regionen der Welt Sand gesammelt. Erinnerungen, die nun im Regal stehen - und zwar in dieser bemerkenswerten Anzahl.
Veröffentlicht:08.09.2023, 11:50

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„Wir sind ungebremst reiselustig“, sagt Ulrike Roeck und öffnet das Schränkchen mit den mehr als 90 Gläschen Sand aus aller Herren Länder. Sie und ihr Mann Martin Roeck sind wahre Weltenbummler und mit ihrer Sand-Sammlung Teil unserer Sommerserie „Wer bietet mehr?“.

Sand von fast allen Kontinenten

„Wir haben in Deutschland angefangen, unser erstes Gläschen Sand ist aus Zingst an der Ostsee“, erinnert sich die Biberacherin zurück. Damals waren sie noch mit ihrer Tochter unterwegs. „Wir saßen einfach am Strand und dachten, einen Esslöffel Sand nehmen wir als schöne Erinnerung mit.“ Aus dieser Momentaufnahme aus den 90er–Jahren wurde eine Art Reiseritual.

Wir saßen einfach am Strand und dachten, einen Esslöffel Sand nehmen wir als schöne Erinnerung mit.

Ulrike Roeck

Mittlerweile haben die Roecks Gläser voll Sand von beinahe allen Kontinenten der Welt: Aus einigen europäischen Ländern, den USA, Asien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien, Südamerika und von den kanarischen Inseln. All die Länder, die sie schon besucht haben, markieren sie mit kleinen Pins auf einer Weltkarte, die neben der Sand–Sammlung hängt.

In der höchsten Bierbrauerei der Welt

Zuletzt haben die Roecks eine „Weltentdecker“-Kreuzfahrt gemacht, bei der sie mit dem Schiff von Hongkong bis Griechenland gereist sind. Das war ihr bisheriger „Höhepunkt“ des Reisens: Sieben Wochen an Bord, sagt Martin Roeck.

Dort seien sie unter anderem in Singapur gewesen, wo sie ein kurioses Erlebnis hatten: Bier trinken in der höchsten Brauerei der Welt. Diese liege im 33. Stock eines Hochhauses. „Da standen riesige Kessel und große Fässer mit verschiedensten Biersorten, das war gigantisch“, erinnert Martin Roeck sich zurück.

In vielen Ländern verboten

Das Auswärtige Amt warnt davor, Sand aus dem Urlaub mitzunehmen. In einigen Ländern können dafür sogar Strafen fällig werden. In Italien beispielsweise gilt ein generelles Verbot. In Deutschland und einigen anderen EU–Ländern ist die Mitnahme geringer Mengen für den privaten Gebrauch hingegen erlaubt.

Die Sand–Gläser erinnern sie an all das. Auf jedem Glas klebt ein kleines Etikett, auf das Ulrike und Martin Roeck geschrieben haben, von wo und wann der Sand stammt. Ein Freund schreinerte ihnen schließlich das kleine, schmale Schränkchen, in dem die Gläser fein säuberlich aufgereiht sind.

Mittlerweile stapeln sie sich sogar. „Unsere Enkeltochter bestaunt das immer und möchte die Gläser natürlich rausholen, was ich aber nicht erlaube“, erzählt Ulrike Roeck schmunzelnd.

Man denkt ja auch oft, dass der karibische Sand der weißeste ist, der ist aber tatsächlich eher rosa. Am weißesten ist der von Sansibar.

Urike Roeck

Rosa Sand aus der Karibik, weißer Sand von Sansibar

Wenn der Sand so nebeneinander steht, fällt auch auf, dass der Sand aus jedem Land anders aussieht. Der Sand vom kroatischen Strand ist kieselig, während der aus den vietnamesischen Dünen rot schimmert, beinahe wie Gewürzsalz.

„Man denkt ja auch oft, dass der karibische Sand der weißeste ist, der ist aber tatsächlich eher rosa. Am weißesten ist der von Sansibar“, sagt Ulrike Roeck.

Doch auch, wenn die Roecks schon jede Menge Länder bereist haben — „es gibt schon noch einige Orte, wo wir hin möchten“, fügt die Biberacherin hinzu. Beispielsweise Australien, Japan und Neuseeland. „Auf was sollen wir warten? Wenn nicht jetzt, wann dann?“