Supermarkt

Neue Wohnungen und ein großer Supermarkt in Bad Schussenried geplant

Bad Schussenried / Lesedauer: 3 min

So ist der aktuelle Planungsstand – Warum die Erschließung des Areals so lange dauert.
Veröffentlicht:01.07.2022, 05:00

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Seit vielen Jahren plant die Stadt Bad Schussenried, am oberen Ende der Wilhelm-Schussen-Straße ein zentral gelegenes Einkaufs- und Dienstleistungszentrum zu bauen. Bereits 2013 kaufte sie hierfür die ersten Flächen. Vergangene Woche hat sich der Schussenrieder Gemeinderat erneut mit dem Thema beschäftigt und eine weitere Hürde beseitigt. Läuft alles nach Plan, soll das Areal 2025 in Betrieb genommen werden.

Auf dem Gelände, das sich in unmittelbarer Nähe zum Rathaus befindet, soll im Erdgeschoss der Lebensmittelhändler Edeka einziehen. Im Obergeschoss entstehen rund 25 Wohnungen. Wie viele es genau sein werden, steht noch nicht fest. Unklar ist zudem, ob Räume an Fachärzte vermietet werden können. Ursprünglich war geplant gewesen, dass in dem Areal Netto und die Drogeriekette Müller einziehen. Beide bleiben nun jedoch an ihren bisherigen Standorten in der Innenstadt.

Wo es noch Bedenken gibt

Der Gemeinderat befasste sich mit den eingegangenen Stellungnahmen zum Bebauungsplanentwurf. Ein wichtiger Punkt ist das Thema Niederschlagswasser. Zwei Bürger hatten Bedenken geäußert, dass das geplante Rückhaltebecken nicht ausreicht und dass es bei starkem Regen zu Überflutungen auf den angrenzenden Grundstücken kommen könnte. Die Stadtverwaltung hat die bisherigen Planungen daher angepasst. Die Bauwerke, die das Niederschlagswasser auffangen sollen, werden nun so gebaut, dass sie für ein 30-jähriges Regenereignis ausgelegt sind. Bürgermeister Achim Deinet sagte der SZ, dass die Stadt zudem weiterhin an ihren Plänen festhalte, die Schussen zu öffnen sowie die jetzige Schussendohle als Regenwasserkanal beizubehalten. Sei beides umgesetzt, verdoppele sich die Leistungsfähigkeit des Systems.

Der zweite kritische Punkt ist das Thema Lärm. Dabei geht es zum einen um den Lärm, der durch die Autos der Kunden auf dem Parkplatz entsteht und zum anderen um den Lärm der Lastwagen, die Waren liefern. In den bisherigen Untersuchungen zum ersten Punkt kommt es zu Überschreitungen der zulässigen Immissionsrichtwerte. Dies sei jedoch nur im schlimmsten angenommenen Fall so, erläuterte Deinet. Und bisher handele es sich noch nicht um genauere Berechnungen.

Rewe-Betreiber legt Widerspruch ein

Diese würde erst zu einem späteren Zeitpunkt erstellt. Sollten dann Überschreitungen festgestellt werden, werde man bei den Planungen entsprechend reagieren. Denkbar wäre dann zum Beispiel eine Carport-Wand. Beim Punkt Belieferung sei davon auszugehen, dass diese nur von morgens 6 Uhr bis abends um 22 Uhr stattfinde. Zudem würden die Lastwagen hierfür in einen überdachten Raum fahren, um dort abgeladen zu werden. Letztendlich könnten diese Fragen aber erst im Baugenehmigungsverfahren geklärt werden.

Widerspruch gegen den Bebauungsplan hat zudem der Betreiber des Rewe-Markts in der Nähe der Innenstadt eingelegt. Es seien Umsatzbußen zu befürchten, sollte Edeka in der Innenstadt eröffnen, die eventuell sogar zu einer Schließung seines Lebensmittelmarkts führen könnten. Aus Sicht des Rewe-Betreibers bestehe kein Mangel an Lebensmittelläden in Bad Schussenried. Zusätzlich wirft er der Stadtverwaltung Verfahrensfehler beim Bebauungsplanverfahren vor, die die Stadt jedoch zurückwies.

Unterlagen werden erneut ausgelegt

Weitere Punkte, die bei den Stellungnahmen seitens der Behörden genannt wurden, waren zum einen, dass das Plangebiet sich im Verbreitungsbereich von Sedimenten der Kißlegg-Subformation unbekannter Mächtigkeit befinde. Es sei daher bei Trockenheit „mit einem oberflächennahen saisonalen Schwinden“ und bei einer Wiederbefeuchtung des Bodens mit „Quellen des tonigen/tonigschluffigen Verwitterungsbodens“ zu rechnen. Laut Deinet seien dies jedoch keine unüblichen Verhältnisse rund um Schussenried.

Ebenso bekannt sei, dass der Bereich des Bebauungsplans im archäologischen Prüf-Fallgebiet „Mittelalterliche und neuzeitliche Siedlung Schussenried und mittelalterlicher Adelssitz“ liege. Sollten die Bauarbeiter bei den Tiefbauarbeiten auf irgendwelche archäologischen Funde stoßen, müssten die Bauarbeiten sofort gestoppt werden. Deinet sagte, er rechne jedoch nicht damit, da an dieser Stelle ja schon zuvor gebaut worden war.

Aufgrund der Ergänzungen, die nun aufgenommen werden sind, müssen die Unterlagen erneut ausgelegt werden für die Öffentlichkeit. Im Herbst wird dann voraussichtlich der endgültige Beschluss fallen.