Geldwäsche

Romantischer Arzt entpuppt sich als raffinierter Betrüger

Bad Buchau / Lesedauer: 3 min

Frau aus Bad Buchau wird Opfer von Scamming und verliert hohe Geldsumme
Veröffentlicht:30.06.2022, 15:54
Aktualisiert:01.07.2022, 17:00

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Eine Frau in Bad Buchau ist Opfer eines sogenannten Love-Scammings geworden. Sie überwies eine fünfstellige Summe an einen Betrüger.

Eine abenteuerliche Geschichte

Wie die Polizei mitteilt, erhielt die Frau Nachrichten von einem angeblichen Chirurgen der Vereinten Nationen auf ihr Handy. Daraus entwickelte sich eine romantische Korrespondenz. Im Laufe der Zeit erzählte der Unbekannte eine abenteuerliche Geschichte. Er halte sich im Jemen auf und habe eine Metallkiste mit Geld. Damit wolle er eine Klinik gründen.

Zu Überweisungen aufgefordert

Zuvor schicke er das Geld aber nach Deutschland, so der unbekannte Mann. Um an das Geld gelangen zu können, forderte er die Frau auf, einen vierstelligen Betrag zu überweisen. Dieser Aufforderung kam sie nach. Nun gab der Unbekannte vor, dass sie einen weiteren fünfstelligen Betrag überweisen müsse.

So verhindere sie, dass ein Gericht in Griechenland gegen sie wegen Geldwäsche ermittle, weil die Geld-Kiste von den Behörden dort aufgehalten werde. Auch diese geforderte Summe überwies die Geschädigte aus Bad Buchau. Danach bekam sie es mit der Angst zu tun und sie wandte sich an die Polizei. Die Ermittler eröffneten ihr, dass es sich um eine bekannte Betrugsmasche handelt. Die Polizei Bad Schussenried nahm die Ermittlungen nach dem Täter auf.

Versprechen sind Liebe, Geld und Job

Die Polizei warnt ausdrücklich vor Scamming bei virtuellen Bekanntschaften. Versprochen wird die große Liebe, das schnelle Geld oder der Traumjob – doch hinter den verlockenden Angeboten steckt häufig so genanntes Scamming. Oft führt der Weg zum ersehnten Glück nämlich über Vorauszahlungen an Betrüger (Scammer).

Besonders perfide und für die Opfer mit hohem emotionalem Stress verbunden ist das Love- oder Romance-Scamming. In Online-Partnerbörsen oder auch in sozialen Netzwerken sind die Scammer auf der Suche nach potenziellen Opfern. Ist ein Kontakt erst einmal hergestellt, werden diese mit Liebesbekundungen und Aufmerksamkeit überhäuft – und zwar einzig und allein mit dem Ziel, ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Denn die virtuellen Partner geben zum Beispiel vor, bei einer Geschäftsreise nach Westafrika in Geldnot geraten zu sein. Oder sie benötigen angeblich Geld für eine wichtige Operation ihres Kindes oder eines Angehörigen. Auch gestohlene Koffer und Pässe, unbezahlter Lohn oder eine unbezahlte Hotelrechnung sollen das ahnungslose Opfer dazu bringen, Geld zu überweisen. Viele tun es auch, schließlich sind sie zu diesem Zeitpunkt schon von ihrem Internet-Partner oder der Internet-Partnerin emotional abhängig.

Wenn dem Love-Scamming Opfer dann das Geld ausgeht, transferieren die Täter aus anderen Straftaten Geld über das Konto des Opfers. Damit machen sich die Opfer unter Umständen auch noch leichtfertig der Geldwäsche strafbar und müssen dafür haften. Im schlimmsten Fall sind nicht nur das Geld, sondern auch Immobilien oder Wertgegenstände des Opfers weg.