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TSG Achstetten will Tribüne mit Umkleiden und Soccer-Halle bauen

Achstetten / Lesedauer: 4 min

Die beiden Projekte sollen die Raumnot lindern – Gemeinderat stimmt zusätzlicher finanzieller Förderung zu
Veröffentlicht:09.07.2014, 16:51

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Die TSG Achstetten will in erheblichem Umfang in ihre Sportanlagen investieren. Der Vorsitzende Gerd Rothenbacher hat das Projekt am Dienstag im Gemeinderat vorgestellt. Er knüpfte daran die Frage, ob die Gemeinde sich eine zusätzliche finanzielle Beteiligung vorstellen kann.

Als erstes Vorhaben stellte Rothenbacher die geplante überdachte Tribüne am Hauptspielfeld vor. Im Untergeschoss sollen Umkleiden, Duschen, Gymnastikraum, Geräteraum und ein kleines Büro Platz finden. Von Vorteil für die Gemeinde Achstetten wäre unter anderem, dass die Fußballer nicht mehr die Duschen und Umkleiden in der Georg-Seif-Halle belegen müssten. Dadurch könne der Reinigungsaufwand verringert werden.

Ein Gymnastikraum unter der Tribüne würde die seit Jahren von der TSG angeprangerte Raumnot entschärfen. Der Übungs- und Spielbetrieb der TSG-Gruppen sei derzeit nur noch eingeschränkt möglich, sagte Rothenbacher. Die Kosten für das Tribünen-Projekt betragen etwa 500 000 Euro; davon müsste die TSG – abzüglich des zehnprozentigen Vereinsförderzuschusses der Gemeinde und der Zuschüsse vom Württembergischen Landessportbund (zirka 60 000 Euro) – 390 000 Euro selber tragen. Diesen Finanzierungsanteil möchte der Verein ohne zusätzliche Zuschüsse der Gemeinde schultern. Wenn möglich soll der Bau 2015 realisiert werden.

Auf den Nägeln brennt der TSG das zweite Projekt, der Bau eines überdachten Spielfelds, einer sogenannten Soccer-Halle, die auf dem Bolzplatz im Anschluss an den Kindergarten „Sonnenau“ geplant ist und noch dieses Jahr verwirklicht werden soll. Diese Investition könne die TSG nicht allein schultern, sagte Rothenbacher. Die Kosten für die 30 mal 15 Meter große Halle belaufen sich nach seinen Angaben auf 320 000 Euro. Abzüglich der erhofften Zuschüsse bliebe noch ein Kostenanteil für die TSG von 288 000 Euro oder weniger. Er stelle sich eine außerordentliche Bezuschussung durch die Gemeinde von 200 000 Euro vor, sagte Rothenbacher. Dieser Betrag könne auf mehrere Jahre verteilt werden, so dass der kommunale Haushalt nicht zu sehr belastet wäre, und würde von der TSG vorfinanziert.

Die Schule könnte das überdachte Spielfeld mitbenutzen, warb Rothenbacher. Auch könnten andere Vereine, wie etwa die Sportfreunde Bronnen, im Bereich Jugendfußball profitieren. Die Halle sei auch für andere Sportarten wie Tennis, Basketball oder Volleyball geeignet und würde die Georg-Seif-Halle entlasten.

Ferdinand Thanner, Leiter der Achstetter Grundschule, sah die Vorteile auch im Ausbau der Ganztagsschule und den Möglichkeiten mit den Vereinen zu kooperieren. Mehr Sport und Bewegung könnten angeboten werden.

Die TSG-Projekte stießen im Gemeinderat grundsätzlich auf positive Resonanz. In ihren Stellungnahmen war den Räten wichtig, dass bei einem zusätzlichen Gemeindezuschuss die Halle auch von anderen Vereinen genutzt werden kann und dies vertraglich abgesichert wird. Auch sollen wegen dieses Projekts auf keinen Fall die anderen Vereine der Gesamtgemeinde bei der Vergabe von Zuschüssen benachteiligt werden.

Hans-Dieter Fuchs ist wichtig, dass für die Hallennutzung ein Gesamtkonzept für Gemeinde, Schule und Jugendarbeit erstellt wird. Claudia Knehr plädierte für einen zeitnahen Bau der Halle. Sie befürchtet, dass wegen der aktuellen Raumnot und der daraus resultierenden Einschränkung des Sportangebots Kinder und Jugendliche nach Laupheim oder in andere Gemeinden abwandern.

Gemeinderat Sascha Stecken wäre es lieber, wenn zuerst die Tribüne gebaut würde und die Gemeinde, statt in die Soccer-Halle zu investieren, sich mit dem Bau einer großen Multifunktionshalle auseinandersetzen würde.

Bürgermeister Kai Feneberg bemerkte dazu, dass es derzeit keine Zuschüsse für den Bau von Hallen gäbe, weil dies eine freiwillige Aufgabe sei. Die Kosten für eine Multifunktionshalle bezifferte er auf zirka 5 Millionen Euro. Das sei wegen der anstehenden Aufgaben, wie dem Bau der Kindertagesstätte in Oberholzheim und eines neuen Kindergartens in Stetten, finanziell in kurzer Zeit nicht zu stemmen. Mit dem Bau der jetzt geplanten kleinen Halle übernehme die TSG die Verantwortung. Mittelfristig solle aber der Bau einer großen Halle realisiert werden, so Feneberg.

Die Gemeinderäte stimmten einer finanziellen Beteiligung an der Soccer-Halle in Höhe von 200 000 Euro zusätzlich zur Regelförderung von zehn Prozent grundsätzlich zu. Die abschließende Zustimmung erfolgt nach Vorlage weiterer Details. Die Summe soll auf fünf Jahre à 40 000 Euro aufgeteilt werden.