Kirchenkonzert

Perfektes gemeinsames Spiel

Achstetten / Lesedauer: 2 min

Ilara-Quartett zu Gast in Sankt Oswald – Auftakt der Achstetter Kirchenkonzerte 2022
Veröffentlicht:31.05.2022, 14:25

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Zum Auftakt der diesjährigen Achstetter Kirchenkonzerte ist das Ilara-Quartett in der gut besuchten Kirche St. Oswald aufgetreten. Die vier Musikerinnen aus der Iller-Region begeisterten das Publikum.

Zu Beginn gab das Ensemble mit der Ouvertüre zu Leonard Bernsteins Operette Candide einen Eindruck ihres perfekten gemeinsamen Spiels, der Virtuosität und des musikalisch überzeugenden Gestaltens, auch in den rhythmisch teilweise sehr anspruchsvollen Passagen. Mit dem 1857 von Jean-Baptiste Singelée fertiggestellten Premier Quatuor erklang dann das wahrscheinlich erste für Saxofon-Quartett geschriebene Stück. Es überzeugte mit großen Melodiebögen, bei denen klanglich vorwiegend das einer Klarinette ähnelnde Sopransaxofon (Silvia Bleicher) führte.

Im feurigen A Klezmer Wedding von Mike Curtis präsentierten die Musikerinnen zunächst das Ankommen der Gäste, in dem jedes der vier Instrumente solistisch in Erscheinung trat. In den weiteren Teilen erklang bei zunehmendem Tempo und Virtuosität ausgelassenes Feiern, alle Teile durchsetzt von der menschlichen Stimme nachempfundenen Schluchzern und Figuren mit typischem Klezmer-Klang.

Ein „Muss“ für jedes gute Saxofon-Quartett ist – wie Jasmin Zimmer (Baritonsaxophon) in ihrer ansprechenden Moderation ankündigte – Michael Nymans Song for Tony. Das Stück beinhaltet die Trauer über den Tod des Freundes in den rhythmisch monotonen Begleitfiguren, die zusammen mit der verzweifelten Melodie des Altsaxophons (Carmen Wahl), die sich immer höher schraubt, fast zur Ekstase steigert.

Nach der Forrest-Gump-Suite (Alan Silvestri) mit bekannten Melodien und dem Sax in the City von Colin Crabb, das melodisch der Filmmusik zu „Sex in the City“ ähnelt, stellte Mathilde Maier vom Förderkreis für intensivpflegebedürftige Kinder Ulm, zu dem Simone Schuster (Tenorsaxofon) den Kontakt hergestellt hatte, dessen Arbeit und das Projekt des Aufbaus einer Muttermilchbank vor, in das der Erlös des Konzertes fließt. Nach dem abschließenden Dixie for Saxes mit der typischen jazzigen Klangsprache bedankten sich die Künstlerinnen für den begeisterten Applaus mit einem kurzen „Rausschmeißer“, einem ungarischer Tanz.

Das nächste Konzert der Reihe ist am Sonntag, 19. Juni, um 18 Uhr.