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Betrügerei

Technikchef von Gundremmingen: „Vier-Augen-Prinzip gilt“

Bayern / Lesedauer: 2 min

Michael Trobitz zu Sicherheitschecks in Atomkraftwerken
Veröffentlicht:22.04.2016, 19:31

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Bei sicherheitstechnischen Arbeiten im Kernkraftwerk Gundremmingen gilt das Vier-Augen-Prinzip. Damit sollen Betrügereien ausgeschlossen werden, sagt Michael Trobitz , technischer Geschäftsführer des zu den Energiekonzernen RWE und Eon gehörenden Meilers, im Gespräch mit Ludger Möllers. Hintergrund sind Unregelmäßigkeiten im Atomkraftwerk Philippsburg. Dort hatten externe Mitarbeiter des Energiekonzerns EnBW Kontrollen nur vorgetäuscht.

Kann sich der Skandal von Philippsburg im AKW Gundremmingen wiederholen?

Wo Menschen eigenständig arbeiten, kann man bewusstes Fehlverhalten, dem Vorsatz zugrunde liegt, nie ganz ausschließen. Aber: Unsere Arbeitsprozesse zur Durchführung wiederkehrender Prüfungen wie auch das gestufte Sicherheitskonzept unserer Anlage sind darauf ausgelegt, derartige Vorfälle zu erkennen und zu verhindern, dass die Sicherheit der Anlage und des Personals unzulässig beeinträchtigt wird.

Welche Kontrollmechanismen haben Sie, damit Wartungs- und Revisionsarbeiten auch nach Vorschrift ausgeführt werden?

Die wiederkehrenden Prüfungen werden nach einem festgelegten, abgestuften Verfahren durchgeführt, entsprechend ihrer sicherheitstechnischen Bedeutung. Das beginnt bei „in Eigenverantwortung“ des Betreibers und geht bis hin zu einer direkten Teilnahme von Sachverständigen der Aufsichtsbehörde. Bei atomrechtlich und sicherheitstechnisch relevanten Prüfungen erfolgen Durchführung und Bewertung grundsätzlich durch unterschiedliche Personen nach dem Vier-Augen-Prinzip.

Wie viele Mitarbeiter von Fremdfirmen arbeiten im Atomkraftwerk Gundremmingen?

Dauerhaft sind rund 250 Partnerfirmenmitarbeiter im Kraftwerk tätig. Während der Revisionen – wie jetzt in Block B – kommen rund 1000weitere Partnerfirmenmitarbeiter hinzu.

Warum benötigt ein Atomkraftwerk überhaupt Mitarbeiter von Fremdfirmen?

Partnerfirmen kommen zum Einsatz, weil ihre Mitarbeiter über spezialisiertes Herstellerwissen zu einzelnen Komponenten verfügen, bei deren Wartung sie uns unterstützen. Zudem gibt es für den Kraftwerksbetrieb nicht weniger wichtige Aufgaben wie die Gebäudereinigung, bei der eine Auftragsvergabe an externe Partner wirtschaftlich die beste Lösung für uns ist.

Info: Atomkraftgegner demonstrieren

Die bayerischen Grünen, Umweltschützer und Anti-Atomkraft-Initiativen rufen für Samstag, 13Uhr, zu einer Demonstration vor dem AKW Gundremmingen auf. Sie fordern eine Abschaltung noch in diesem Jahr. „Dass die Bevölkerung noch bis 2021 täglich einer unkalkulierbaren Gefahr ausgesetzt werden soll, ist völlig unnötig und fahrlässig“, sagt Grünen-Landeschef Eike Hallitzky. (sz)