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Menschenverstand

Oktoberfest-Kassenzettel mit Preis für halbe Ente macht fassungslos

Bayern / Lesedauer: 3 min

Natürlich ist das Münchner Oktoberfest keine Schnäppchenveranstaltung. Und natürlich sollte Qualität vor allem bei Lebensmitteln ihren Preis haben. Aber... das!?
Veröffentlicht:29.09.2022, 16:51

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Das Münchner Oktoberfest ist berühmt-berüchtigt für Bier- und Speise-Preise jenseits des gesunden Menschenverstands. Was ein Wiesn-Besucher nun aber offensichtlich für eine halbe Ente gezahlt hat, toppt einfach alles.

Auch auf der Wiesn 2022 werden für flüssige wie feste Nahrung wieder Preise aufgerufen, bei denen einem die Krachlederne schlackert.

Dass sich die Kosten für eine Maß Bier den Kosten für einen ganzen Kasten nähern - geschenkt. Getrunken und geblecht wird trotzdem.

Doch was aktuell gerade in den Sozialen Medien an Preis-Wahnsinn kursiert, macht noch mal auf einem ganz anderen Niveau fassungslos.

Wiesn-Ente ohne Beilagen für 53 Euro?

Wie das Internetportal chiemgau24 berichtet , hat ein Wiesn-Besucher offensichtlich sage und schreibe 53 Euro für eine halbe Ente bezahlt. 106 Euro, weil es am Ende doch eine ganze sein sollte - beziehungsweise zwei halbe.

Blaukraut und Knödel - das versteht sich auf der Wiesn von selbst - sind in dem Preis natürlich nicht inkludiert. Dafür zahlt man noch einen kleinen Obolus (7,20 Euro) extra.

Keinesfalls handelt es sich dabei um einen gefiederten Artverwandten der Grimmschen Gans, die immerhin das Kunststück fertigbrachte, goldene Eier zu legen.

In diesem Fall rechtfertigt kein Edelmetall den Preis, sondern das Wörtchen "Bio". Kassiert wurde der Betrag im Festzelt der "Ammer Hühner- und Entenbraterei".

Der Twitter-User kommentierte den Kassenzettel lakonisch mit den Worten:

Echt ein Schnäppchen bei den diesjährigen Wiesn.

Böse Zungen könnten nun behaupten: Wer die Münchner Wiesn in den Plural setzt, kommt mit einer halben Ente für 53 Euro noch gut weg.

Eine Sprecherin der Ammer Hühner- und Entenbraterei rechtfertigt im Münchner Merkur den Preis aber mit anderen Argumenten. Der ergebe sich schlichtweg aus "Nachhaltigkeit, Qualität, Regionalität und vor allem Geschmack".

106 Euro für die Bio-Ente vom Oktoberfest

Dass es sich bei dem 106-Euro-Braten um eine Bio-Ente handelt, unterstreiche die Qualität. Immerhin gebe es auf dem diesjährigen Oktoberfest "erstmals eine Ente aus komplett tierfreundlicher Produktion und Freiland-Haltung".

Das hat seinen Preis. Auf der Wiesn eben gerne auch mal einen, für den man unter normalen Umständen beim lokalen Metzger an der Theke Bio-Grillfleisch erhält, mit dem man die gesamte Familie satt bekommt.

Die meisten User sind über den Extrempreis entsetzt. Zu Recht wird aber auch angemerkt, dass niemand gezwungen wird, mehr als 100 Euro für eine gebratene Ente auszugeben.

An anderer Stelle wird auf die gestiegenen Preise verwiesen und die Service-Kosten in der Gastronomie. Und wiederum andere unterstellen Oktoberfest-Besuchern, dass man sich im Alltag über die explodierenden Heizkosten beschweren würde, um dann auf der Wiesn den Vogel... Pardon, die Ente abzuschießen.

So richtig dekadent wäre wohl eine Kombination aus beidem: die Bio-Ente auf maximal erhitzten Heizkörpern zu garen.

Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Vielleicht im Winter. Die "Bio-Radiatoren-Ente à la Kitzbühel" für knusprige 230 Euro. Immer noch günstiger als so manche "Knödel" in Kitz.