Kindergrab

Forscher tauen 1300 Jahre altes Kindergrab auf

Bayern / Lesedauer: 1 min

Forscher tauen 1300 Jahre altes Kindergrab auf
Veröffentlicht:29.06.2022, 14:02
Aktualisiert:02.07.2022, 08:30

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Fast ein dreiviertel Jahr nach der Entdeckung eines rund 1300 Jahre alten Kindergrabes in Schwaben wird das tiefgefrorene Grab aufgetaut. Die Experten des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege hatten das Grab im Oktober 2021 in Tussenhausen (Landkreis Unterallgäu) mit einer neuartigen Schockfrost-Technik geborgen.

Damit der Fund bei der Bergung nicht beschädigt wird, haben die Archäologen das gesamte Erdreich eingefroren und dann das Grab in einem Block gehoben. Danach wurde das gefrorene, 800 Kilo schwere Grab in die Außenstelle des Landesamtes bei Bamberg gebracht und dort zunächst in einer Gefrierzelle gelagert.

In dem Depot des Landesamtes in Oberfranken werde das Grab in den nächsten Tagen aufgetaut, berichtete die Behörde am Mittwoch. Die Restauratorinnen und Restauratoren arbeiteten dafür mit Heißluft und Lötkolben. «Damit das frei werdende Tauwasser die Funde nicht beschädigt, wird es über einen speziellen Sauger abgeleitet», teilte das Amt mit. In den Bearbeitungspausen sorge eine Kühlhaube für eine konstante Temperatur von minus vier Grad.

Die Wissenschaftler wollen herausfinden, ob es sich bei dem «Eisprinzen», wie sie den im 7. Jahrhundert verstorbenen Jungen nennen, wie vermutet um ein Kind aus wohlhabenden Kreisen handelte. Dafür sprechen die hochwertigen Grabbeigaben wie ein Schwert mit einem mit Goldbeschlägen verzierten Gurt sowie Schmuck wie Goldblattkreuze und Armreifen aus Silber. Der Junge, der wohl maximal etwa zehn Jahre alt geworden ist, wurde gemeinsam mit einem Hund bestattet.

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© dpa-infocom, dpa:220629-99-846954/3