Südbahn

Südbahn: Nur ins Allgäu ist der Anschluss noch nicht sicher

Baden-Württemberg / Lesedauer: 3 min

Verkehrsministerium arbeitet an Interessenausgleich zwischen Alb und Oberschwaben – Sorge um S-21-Zeitplan
Veröffentlicht:15.06.2016, 20:06
Aktualisiert:23.10.2019, 15:00

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Der geplante Bahnhalt auf der Laichinger Alb bei Merklingen (Alb-Donau-Kreis) soll nicht dazu führen, dass entlang der Südbahn andere Haltepunkte aufgegeben werden. Das hat das baden-württembergische Verkehrsministerium dem Interessenverband Südbahn bei einem Gesprächstermin in dieser Woche zugesichert.

Der Verband, in dem die Anrainer der Südbahn von Ulm über Friedrichshafen nach Lindau organisiert sind, sieht aber weiterhin offene Fragen, sagte Geschäftsführer Wilfried Franke der „Schwäbischen Zeitung“. Insbesondere am Bahnhof Aulendorf (Landkreis Ravensburg) ist nach wie vor nicht sichergestellt, dass mit dem ab Dezember 2021 vorgesehenen Verkehrskonzept die Anschlussverbindungen auf der Württembergischen Allgäubahn in Richtung Kißlegg erreicht werden. „Es fehlen noch eineinhalb Minuten“, sagte Franke. Dagegen seien die Anschlussverbindungen ab Ulm sowie die von Aulendorf in Richtung Sigmaringen gesichert – auch diese waren zuvor als gefährdet angesehen worden.

Franke lobte, dass das Verkehrsministerium bemüht sei, alle offenen Fragen zu klären. Ressortchef Winfried Hermann (Grüne) hatte in der Vergangenheit mehrfach versprochen, die Interessen in Oberschwaben und auf der Laichinger Alb unter einen Hut zu bekommen.

Das Problem ergibt sich daraus, dass nach der Elektrifizierung der Südbahntrasse durchgängige IRE-Züge von Würzburg über Stuttgart und Ulm an den Bodensee fahren sollen. Der Interessenverband Südbahn fürchtet, dass ein zusätzlicher Bahnhalt an der derzeit im Bau befindlichen Schnellbahnstrecke Stuttgart-Ulm auf der Laichinger Alb im weiteren Verlauf der Züge wichtige Minuten kosten könnte und deswegen Anschlüsse verloren gehen. Um die Zeit aufzuholen, war auch die Streichung einzelner Bahnhalte entlang der Südbahn im Gespräch – etwa in Langenargen (Bodenseekreis), Nonnenhorn und Wasserburg (Landkreis Lindau). Das ist dem Ministerium zufolge nun vom Tisch. Langenargens Bürgermeister Achim Krafft (CDU) reagierte verhalten auf die Nachricht aus Stuttgart: „Es ist ein wichtiges Signal, dass die Politik sendet. Ich hoffe, es wird dann auch erfüllt.“

Eng verzahnt mit Stuttgart 21

Die Elektrifizierung der Südbahn ist eng verzahnt mit dem Bahnprojekt Stuttgart 21 und der Schnellbahn-Strecke Stuttgart-Ulm. Jetzt wurde aber bekannt, dass sich die Bauarbeiten für den Stuttgarter Tiefbahnhof und die dazugehörigen Tunnel bis ins Jahr 2023 hinziehen könnten. Offiziell hält die Bahn allerdings am Dezember 2021 als Termin für die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 fest – gleichzeitig soll auch die Südbahn-Elektrifizierung abgeschlossen sein. Auf diesen Zeitplan baut auch das Konzept für den künftigen Taktverkehr zwischen Ulm und Bodensee: „Eine spätere Inbetriebnahme von Stuttgart21 würde unser ganzes Fahrplankonzept über den Haufen werfen“, sagte Franke. Insbesondere die stündliche schnelle Verbindung vom Bodensee nach Stuttgart ohne Umsteigen könne dann zunächst nicht wie geplant umgesetzt werden.

So kann es passieren, dass Bahnfahrer ab Ende 2021 zwar in elektrifizierten Zügen mit hoher Geschwindigkeit durch Oberschwaben fegen können – auf die versprochenen Fahrzeitverkürzungen nach Stuttgart aber weiter warten müssen.