Bockbier

Vatertags-Bier: Aus diesen drei Orten kommen die besten Mai-Böcke der Region

Mössingen / Lesedauer: 5 min

Jeden Mittwoch "die drei Besten der Region". Für Folge #27 hat Biersommelier Simon Fehr das letzte Bockbier im Bierjahr getestet und drei Favoriten gekürt – rechtzeitig zum Vatertag.
Veröffentlicht:25.05.2022, 04:49
Aktualisiert:25.05.2022, 08:47

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Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten - und noch besser diskutieren. Deshalb gibt es in unserer regionalen Testserie „Schwäbische Sterne“ ab sofort einmal pro Woche - immer mittwochs - eine ganz persönlich gefärbte Bestenliste zu Attraktionen, Produkten und Angeboten der Region. Für Folge #27 hat unser bekannter Biersommelier sich mit einem besonderen Bier auseinandergesetzt, das jetzt im Frühjahr und Frühsommer besonders lecker ist - obwohl seine Seele in einer anderen Jahreszeit zu suchen ist.

+++ Alle Folgen der Schwäbischen Sterne finden Sie hier [Seelen, Leberkäse, Steak, Glühwein, Weihnachtsbier, Cafés, Pizzerien, Gin, Kässpätzle, Veggie-Burger, Berliner, Kuchen, Sportplatz-Würste, Brezeln, Hofläden, Schokolade, Tierparks, Radtouren, Osterlämmer, Schnäpse, Skateparks, Bergkäse, kleine Festivals] +++

Die drei besten Maiböcke der Region:

Ausgewählt und bewertet von

Darauf kommt es beim Maibock an: Der Maibock ist das letzte Bockbier im Bierjahr, er sorgt für einen fließenden Übergang von den dunklen, schweren Bockbieren des Winters zu den leichten, hellen Vollbieren des Sommers. Traditionell wird das Starkbier nach der Fastenzeit ausgeschenkt und von April bis Juni getrunken. Ein Maibock muss hell sein, sich farblich also irgendwo zwischen hellem Gold und Bernstein einpendeln.

Im Vergleich zu dunklen Bockbieren darf der Körper auch etwas leichter, frischer und damit weniger süß und brotig sein. Dafür dürfen aromatische Hopfensorten gerne eine etwas größere Rolle spielen und dem Bier neben frühlingshaften Aromen sogar ein bisschen Herbe verleihen. Ganz klar ist: Mindestens 16 Grad Plato Stammwürze muss der Maibock haben – sonst ist es kein Bockbier.

Die Auswahl der Top-3 habe ich in einer Blindverkostung von verschiedenen Maiböcken aus der Region vorgenommen. Das heißt: Flasche, Etikett oder Name der Brauerei hatten keinen Einfluss auf das Ergebnis. Es zählte nur mein ganz persönlicher Biergeschmack. Alle probierten Biere wurden im Rahmen des Reinheitsgebotes gebraut, also nur mit Wasser, Malz, Hopfen und Hefe.

Die heutige Top-3

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20220522_171428 (Foto: Fehr)
  • Das rotgoldene Bier ist leicht getrübt und duftet nach Heu und einem Hauch von süßlichen Stachelbeeren. Im Mund entfaltet der Franz-Josef Bock kräftige Aromen, nussige Eindrücke vermischen sich mit würzigem Hopfengeschmack nach Kräutern und Bergwiese. Im Abgang zeigt das Bier aus dem Alb-Donau-Kreis seine herbe Seite. Vorsicht: Für seine 7,6 Prozent Alkohol ist das Starkbier gefährlich spritzig und süffig.Den Franz-Josef Bock gibt es direkt im Brauereigasthof Adler in Moosbeuren (Gemeinde Oberstadion) oder zum Mitnehmen für daheim nebenan im (gekühlten!) Selbstbedienungsladen.
  • Mai Bock der Biermanufaktur Engel, Crailsheim Ganz anders aber genauso gut ist der naturtrübe Mai Bock aus Crailsheim (Landkreis Schwäbisch Hall). Dunkelgold liegt er unter einer weißen Schaumkrone, die lebhafte Kohlensäure ist auffällig. In die Nase dringt ein süßes Feuerwerk aus Aprikose, gelber Melone, Banane und frischem, hellem Brot. Die Früchte und der süße Teig bleiben auch beim Trinken erhalten, wo das samtweiche Bier eine ganz leichte Alkoholnote zeigt.Zu kaufen gibt es das Starkbier in der Schraubverschlussflasche in vielen Getränkemärkten in ganz Baden-Württemberg und im Onlineshop der Brauerei.
  • Böckle von Fischer’s Brauhaus, Mössingen Leuchtend goldgelb und klar erinnert das Böckle vom Brauhaus in Mössingen (Landkreis Tübingen) schon optisch an ein erfrischendes Sommerbier. Der Geruch von Heu wird mit dem ersten Schluck von einem fruchtigen Bier weggespült, dessen Süße an Kuchenteig erinnert. Der Abgang des hellen Starkbieres mit 6,9 Prozent Alkohol ist angenehm hopfenherb.Fischer’s Biere gibt direkt in der Brauerei, im zugehörigen Hotel und Brauereimarkt oder zum Beispiel auch in der Gasthausbrauerei Neckarmüller in Tübingen direkt am Neckar.

+++ Sie sind ganz anderer Meinung als unser Autor? Das schreiben Sie uns unten in den Kommentaren, welcher Mai-Bock ihr Favorit ist oder welches Bier Sie sonst im Frühling bevorzugen.   +++

Die besten Frühlings-Biere der Region - für unsere Follower auf Instagram

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20220523_093042 (Foto: Fehr)

Auf Instagram haben wir unsere Follower gefragt, welches Bier sie im Frühling am liebsten trinken. Mit knappem Vorsprung lag da das Kißlegger Kellerbräu vorne. Dicht gefolgt von Leibinger, Farny und dem Bergbier aus Ehingen – alle mit gleich vielen Stimmen. Auch Meckatzer hat sich sehr gut geschlagen, auch wenn einige User der Meinung waren, das sei „zu teuer“, woraufhin andere entgegneten: „Qualität und Geschmack hat seinen (gerechtfertigten) Preis“. Unsere Lieblingsantwort, die überraschenderweise nur zwei Mal genannt wurde, war allerdings: Freibier.

Nochmal die Sieger im Überblick:

  • Kißlegger Kellerbräu
  • Leibinger (Ravensburg), Farny (Kißlegg), Bergbier (Ehingen)
  • Meckatzer

Was ist „Schwäbische Sterne“?

Unsere Redakteure und Mitarbeiter verraten in der Rubrik „Schwäbische Sterne“ jeden Mittwoch „ die drei Besten der Region “, vom besten Gin über die beste Pizzeria der Region bis zu Rankings der schönsten Wochenmärkte oder Freizeitattraktionen zwischen Bodensee, Alb und Oberschwaben. Wir garantieren: Die Tipps sind immer subjektiv, niemals gekauft und deshalb absolut authentisch - von Menschen, die die Region und das jeweilige Thema kennen und lieben.

Wann immer möglich werden die „Schwäbischen Sterne“ um Befragungen von unseren Fans auf Instagram zum selben Thema ergänzt - und wir öffnen zu jedem Text die Kommentarfunktion, damit Sie Ihre Meinung zum aktuellen Test verfassen können.