Holzkohle

Grill ist nicht gleich Grill und Kohle nicht gleich Kohle: Coole Grill-Tipps für heiße Tage

Baden-Württemberg / Lesedauer: 5 min

Kohle- oder Gasgrill? Holzkohle oder Brickets? Und welche Alternativen gib es für Veggies? Hier finden Sie ein paar wichtige Infos zum Grillen - und echte Grill-Tipps vom Experten im Video.
Veröffentlicht:31.07.2022, 08:00
Aktualisiert:02.08.2022, 17:14

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Das Wetter ist schon seit ein paar Wochen sommerlich warm. Das bedeutet Hochsaison für alle, die gerne den Grill anschmeißen. Mit Freunden, der Familie oder für Gartenpartys: Gute Gründe zum Grillen gibt es genügend. Aber Grillen ist längst mehr als nur ein Steak oder eine Wurst auf dem Rost zu erhitzen.

Hier werden die wichtigsten Fragen beantwortet, die für ein entspanntes Grillen in diesem Sommer sorgen. Zudem verrät oben im Video Grillprofi Klaus Winter seine wichtigsten Tipps.

Kohle- oder Gasgrill?

Eine Frage, die bei vielen selbsternannten Grillexperten polarisiert. Vorab: Niemand liegt weder mit der einen, noch mit der anderen „Grillart“ falsch, sofern der Grill eine gewisse Qualität an den Tag legt.

Der Gasgrill ist unschlagbar, wenn es um die Aspekte Schnelligkeit und Sicherheit geht. In wenigen Minuten ist der Grill perfekt aufgeheizt. Außerdem kann man sehr leicht in verschiedenen Varianten grillen und mit der Temperatur spielen. Viele Modelle des Gasgrills sind allerdings recht unhandlich.

Beim Holzkohlegrill muss man etwas mehr Geduld mitbringen. Es dauert, bis die Grillkohle durchgeglüht ist. Verschiedene Grillmethoden, die unterschiedliche Temperaturzonen erfordern, sind nicht so leicht umsetzbar. Außerdem muss bei den meisten Modellen des Öfteren auch Holzkohle nachgelegt werden.

Allerdings gehört das Knistern der glühenden Kohle, der Rauch und der Geruch für viele einfach zum traditionellen Grillen dazu. Zudem behaupten einige Feinschmecker, nur der Holzkohlegrill biete den typischen Rauchgeschmack des Grillguts.

Ein Mythos. Denn wer einen Holzkohlegrill richtig anwenden, lässt die Kohlen komplett durchglühen und das vermeintliche „Raucharoma“, das gesundheitlich schaden kann, kommt gar nicht zum Tragen. Somit unterscheidet sich der Geschmack zwischen Holzkohle- oder Gasgrill kaum.

Holzkohle oder Brickets?

Der Unterschied zwischen Briketts und Kohle liegt in der Herstellung. Bei Holzkohle wird luftgetrocknetes Holz bei Temperaturen von bis zu 400 Grad erhitzt. Holzkohlebriketts werden hingegen aus gemahlener Holzkohle hergestellt und mit Stärke versetzt, damit die Kohle zusammenklebt.

Holzkohle hat den Vorteil, dass sie erheblich weniger Zeit zum Durchglühen benötigt. Beim Grillieren mit Holzkohle kann schon nach rund 20 Minuten das erste Fleisch auf den Grill gelegt werden.

Allerdings hält die Holzkohle ihre Temperatur nicht besonders lange. Fleisch, das dann auf den Grill kommt, wird dementsprechend nicht mehr richtig gar. Genau hier liegt der Vorteil von Holzkohlebriketts: Sie spenden wesentlich länger Hitze als Holzkohle. Allerdings brauchen sie deutlich länger zum Durchglühen. Brickets erreichen im Grill zudem sehr hohe Temperaturen, während sich Holzkohle besonders für mittlere Temperaturen eignet.

Auch eine Mischung der beiden Varianten ist möglich: Dazu zündest du zunächst die Briketts an und gibst dann ein wenig später die Holzkohle dazu, die weniger Zeit zum Durchglühen benötigt. Eine wirkliche Zeitersparnis ergibt sich durch das Mischen zwar nicht, doch so erhält man dank der Holzkohlebriketts eine konstante, langanhaltende Hitze und höhere Temperaturen, um zu grillen.

Qualität der Kohle?

Gute Grillkohle besteht aus hartem Laubholz ohne weitere Zusätze, meistens aus Buchenholz. Die Buche hat ein sehr festes Holz und damit einen hohen Heizwert. Jedes Jahr verglühen auf deutschen Grills rund 250 000 Tonnen Holzkohle.

Wer besonders klimafreundlich grillen will, der sollte auf Alternativen zur Holzkohle ausweichen - zum Beispiel Briketts aus Olivenkernen, Kokos-Briketts, Ersatzprodukte aus alten Weinstöcken oder Maisspindeln. Sie eignen sich ebenfalls als Brennstoff für den Grill, sind aber besonders klimafreundlich, weil sie aus Ressourcen bestehen, die in der Landwirtschaft als Abfallprodukte ohnehin anfallen.

Krebsgefahr bei offenem Feuer?

Altholz, Nadelbaumzweige oder Papier gehören nicht in den Holzkohlegrill, da krebserregende Stoffe freigesetzt werden können. Man sollte ausschließlich Holzkohle oder -briketts verwenden.

Doch auch gegrillte Fleischwaren können krebserregende Stoffe enthalten: die sogenannten heterozyklischen aromatischen Amine (HAA) und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Bei beiden Stoffklassen können als Folge bösartigen Tumoren heranwachsen.

HAAs entstehen bei jeglicher mit Erhitzung verbundenen Zubereitung von Aminosäuren, Proteinen und proteinhaltigen Lebensmitteln. Sie entwickeln sich, wenn man Fleisch zu heiß und zu lange grillt. PAKs entstehen beim Grillen erst im direkten Kontakt mit offener Flamme – immer dann, wenn Fett, Fleischsaft oder Marinade in die Holzkohle tropft und das Fleisch dabei geräuchert wird.

Dabei entsteht ein bläulicher Rauch, der sich auf dem Grillgut niederschlägt und mit verzehrt oder eingeatmet wird. Eine Grillschale verhindert, dass Fett in die Glut tropft. Das Grillgut mit Bier abzulöschen ist übrigens auch keine gute Idee, weil auch dabei PAK entstehen kann.

Optionen für Veggies?

Für Vegetarier und Veganer gibt es mittlerweile beim Grillen mehr zu bieten, als nur der klassische Maiskolben oder der Grillkäse: In den meisten Supermarktregalen findet eine Vielzahl von Fleischersatzprodukte ihren Platz.

Wer auf den Bratwurst-Geschmack nicht ganz verzichten möchte, kann auf Fleischimitate wie Soja- oder Tofu-Würstchen setzen. Mittlerweile gibt es vegetarische oder vegane Bratwürste in fast jedem Supermarkt. Aufgrund ihres Geschmacks, Geruchs und ihrer Konsistenz sind diese Fleischersatz-Produkte Bratwürsten sehr ähnlich.

Beliebt sind auch vegane Würste aus Seitan – ein Produkt aus Weizeneiweiß und Wasser. Seitan hat eine fleischähnliche Konsistenz und ist zudem sehr proteinreich. Im Gegensatz zu Fleisch hat es jedoch nur wenig Fett und kein Cholesterin. Neben Bratwürsten gibt es auch Steaks und Burger aus Seitan. Als Steak eignet sich Tofu als Fleischersatz.

Am besten schmeckt es, wenn es einen Tag vorher mariniert wurde. Wer den Tofu nicht selbst marinieren möchte, kann auch fertig marinierten Tofu oder Räuchertofu grillen. Naturbelassener Tofu ist hingegen geschmacksneutral und daher als Grillgut eher langweilig.