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Alltagsfragen im Check

„Schtimmt dees“, dass Wäsche auch im Winter draußen schnell trocknet?

Wissen / Lesedauer: 2 min

Das passt irgendwie nicht zusammen: Ausgerechnet bei Eiseskälte sollen nasse Klamotten rasch trocknen. Also mal ehrlich: „Schtimmt dees“?
Veröffentlicht:21.01.2024, 08:00

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Irgendwie hört es sich nicht so ganz richtig an: Ausgerechnet bei Minusgraden soll die nasse Wäsche hervorragend im Freien trocknen. Doch ist da was dran?

Die vielleicht überraschende Antwort: ja, tatsächlich.

Denn tatsächlich muss es nicht warm sein, damit die feuchten Klamotten schnell wieder trocken werden. Frostige Temperaturen im Winter eignen sich ebenso gut. Aber warum ist das so?

Dieser Vorgang sorgt fürs schnelle Trocknen

Der Grund: Sublimation. Das ist ein physikalischer Vorgang, der den unmittelbaren Übergang eines festen Aggregatzustandes in einen gasförmigen beschreibt.

Bedeutet für das Wäschetrocknen: Die nassen Klamotten gefrieren zunächst, um dann - ohne aufzutauen  - direkt zu trocknen. Aus gefrorenem Wasser wird direkt gasförmiger Wasserdampf.

„Schtimmt dees?“

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Dieser Effekt kann übrigens auch bei Schneefall beobachtet werden: Bedeckt Schnee bei trockenkalter Luft Straßen und Wiesen, wird die Schneedecke trotz Dauerfrost mit der Zeit immer geringer - und löst sich schließlich komplett auf.

Wann es funktioniert - und wann nicht

Doch das sogenannte Frosttrocknen funktioniert nicht an allen Wintertagen. Was es braucht: Minustemperaturen und trockene Luft. Nur bei Minustemperaturen kann die Wäsche gefrieren, und nur trockene Luft kann die Feuchtigkeit gut aufnehmen. Die gute Nachricht: Beides geht meist miteinander einher.

Liegen die Temperaturen über dem Gefrierpunkt oder ist die Luft zu feucht, wird die Wäsche hingegen nicht richtig trocken. Bei viel Schnee, Regen oder Nebel ist die Luftfeuchtigkeit bereits so hoch, dass sie die Feuchtigkeit der Wäsche nicht gut aufnehmen kann. 

Die bessere Alternative?

Vorteile des Frosttrocknens

  • Keine Gefahr für Schimmelbildung
  • Handtücher nehmen Feuchtigkeit im Anschluss besser auf
  • Kein voll beladener Wäscheständer in den eigenen vier Wänden
  • Im Gegensatz zum Trockner: für alle Stoffe geeignet
  • Im Gegensatz zum Trockner: keine Energiekosten

Und wie lange dauert das Frosttrocknen? Wenn zusätzlich günstige Bedingungen herrschen - etwa leichter Wind und Sonnenschein - soll die Wäsche schon innerhalb eines Tages trocknen. Das geht im warmen Zimmer kaum schneller.

Zu früh abhängen unbedingt vermeiden

Worauf Sie dabei aber unbedingt achten sollten: Beim Frosttrocknen sollten die Klamotten erst reingeholt werden, wenn sie weich und vollständig trocken sind.

Wird die Wäsche zu früh reingeholt, wird der Prozess der Sublimation unterbrochen. Wenn die noch gefrorene Wäsche dann im warmen Zimmer weiter trocknet, wird sie zunächst wieder nass. Zudem können die Fasern beim Anfassen der gefrorenen Wäsche beschädigt werden.

Wird das Frosttrocknen aber richtig durchgeführt, hat es im Vergleich zum Trocknen im Innenraum einige Vorteile.

Durch Sublimation wird nasse Wäsche auch im Winter schnell trocken.
Durch Sublimation wird nasse Wäsche auch im Winter schnell trocken. (Foto: David Weinert, Sebastian Winter)