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Schlechte Schüler: Lehrergewerkschaft hat Zweifel an Schul-Reformplänen

Stuttgart / Lesedauer: 2 min

Schüler aus Baden-Württemberg wurden in Vergleichsstudien abgehängt. Deshalb wird jetzt die Schulverwaltung neu organisiert - aber die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ist davon nicht ganz überzeugt.
Veröffentlicht:28.02.2019, 07:29

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Zwei seit langem geplante Bildungsinstitute gehen am Freitag an den Start. Sie sollen den Schulunterricht im Südwesten verbessern. Das Institut für Bildungsanalysen in Stuttgart und das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung in Leinfelden-Echterdingen sind aber noch nicht voll arbeitsfähig. Sie sollen nach und nach — bis Mitte Mai — aufgebaut werden, wie eine Sprecherin von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sagte. Damit wechseln viele Mitarbeiter der Schulverwaltung ihre Arbeitsplätze. Hintergrund der Umorganisation ist, dass Schüler aus dem Südwesten im bundesweiten Vergleich in ihren Leistungen abgesackt waren.

Bessere Bildung, bessere Bücher

Das Institut für Bildungsanalysen (IBBW) soll untersuchen, wie es um die Bildungsqualität bestellt ist — bis runter auf die einzelne Schule. Eine der Kernaufgaben soll die Erstellung von zentralen Prüfungen für die allgemeinbildenden und beruflichen Schulen sein. Das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) soll unter anderem die Lehrerfortbildung verbessern, sich um die Erarbeitung von Bildungsplänen und die Zulassung von Schulbüchern kümmern. Beide Institute bündeln damit Zuständigkeiten, die bislang auf mehrere Häuser verteilt waren. Das ZLS hat am Ende 195 Vollzeitstellen, das IBBW laut Kultusministerium 135.

Die Landeschefin der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft ( GEW ), Doro Moritz, beklagte, der Umbau der Schulverwaltung sei intransparent abgelaufen. Zwar halte auch die GEW Veränderungen für nötig, um die Qualität anzuheben. „Die neue Struktur macht allerdings nichts besser.“

Dieses Menschenbild ist von vorgestern.

Kultusministerin Susanne Eisenmann

Es sei nicht erkennbar, dass die Lehrerfortbildung künftig nachhaltig aufgestellt sei. Auch beruhe Eisenmanns Konzept auf einer Personalführung von oben nach unten. „Dieses Menschenbild ist von vorgestern.“ Selbst wenn das Konzept wirksam sei, dauere es mindestens zwei Jahre, bis es greife.

Das Ministerium rechnet mit einmaligen Sachkosten in Höhe von 3,6 Millionen Euro, die es aus dem eigenen Etat stemmen will. Die zusätzlichen Personalkosten im Vergleich zur derzeitigen Struktur werden zunächst mit jährlich rund 6 Millionen Euro angegeben. Im Gegenzug werden das Landesinstitut für Schulentwicklung und die Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen aufgelöst. Zudem gehen Aufgaben von Regierungspräsidien, staatlichen Schulämtern und Ministerium auf die neuen Institute über.