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Kontroverser OB

Palmer liebäugelt mit Freien Wählern

Tübingen / Lesedauer: 2 min

Tübingens OB will sich offenbar für den Kreistag bewerben. Dafür hat er sich offenbar eine neue Partei gesucht. Er war im Sommer bei den Grünen ausgetreten
Veröffentlicht:03.12.2023, 11:41

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Der seit Sommer parteilose Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer sucht offenbar die Nähe der Freien Wähler (FW) in Baden-Württemberg. Womöglich tritt er für sie bei den Kommunalwahlen im kommenden Jahr an. Dazu hatte der FW-Fraktionsvorsitzende im Kreis Tübingen, Thomas Hölsch, auf Anfrage des SWR gesagt, es habe mehrere Gespräche mit Palmer gegeben. Palmers Wunsch sei gewesen, auf kommunaler Ebene für die FW-Fraktion im Kreistag aktiv zu werden.

Der streitbare Palmer war bis zum Sommer Mitglied der Grünen gewesen. Wobei verschiedene seiner Standpunkte in dieser Partei zunehmend umstritten waren. So wurde ihm Rassismus vorgeworfen. Nach einen Ausschlussverfahren und weiterem starken Druck trat er aus. Bei den Freien Wählern handelt sich sich wiederum um den Landesverband Baden-Württemberg. Sie haben nichts mit den Freien Wählern des Hubert Aiwanger in Bayern zu tun und konzentrieren sich auf Kommunalpolitik.

Mit 16 Sitzen sind die FW gegenwärtig die zweistärkste Fraktion im Tübinger Kreistag. Nur die Grünen haben zwei Sitze mehr. Gegenüber dem SWR betonte FW-Fraktionschef Hölsch: „Es ist gut, wenn sich der Oberbürgermeister der größten Stadt im Kreis der Fraktion anschließt.“ Es gebe bei den Freien Wählern bereits zahlreiche Bürgermeister, die sich auf kommunaler Ebene aktiv einbrächten. Hölsch ist selber Bürgermeister und amtiert in Dußlingen, einer Gemeinde zehn Kilometer südlich von Tübingen.

Die Freien Wähler verstehen sich in Baden-Württemberg als Ansammlung örtlicher Gruppierungen und nicht als Partei. Für die Vereinigung im Kreis Tübingen sagte Hölsch gegenüber der Hamburger Zeitschrift „Spiegel“: „Wir vertreten als Verein das bürgerlich-konservative Lager.“Neben Bürgermeistern seien bei ihnen auch zahlreiche Handwerker oder andere Selbstständige vertreten.

Am Wochenende wollte sich Palmer nicht zu entsprechenden Plänen äußern. Er verwies auf eine Pressekonferenz am Montag im Tübinger Landratsamt.