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Masern-Streit könnte vor BGH landen

Baden-Württemberg / Lesedauer: 1 min

Masern-Streit könnte vor BGH landen
Veröffentlicht:14.04.2016, 14:47

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Der Streit um die Existenz des Masernvirus könnte bald den Bundesgerichtshof (BGH) beschäftigen. Mediziner David Bardens ließ vor dem BGH Beschwerde einreichen.

Dies sagte Bardens’ Anwältin der „Schwäbischen Zeitung“. Eine BGH-Sprecherin bestätigte den Eingang der Beschwerde. Bardens hatte im Februar vor dem Oberlandesgericht Stuttgart einen Prozess gegen Impfgegner Stefan Lanka aus Langenargen am Bodensee verloren. Mit der Beschwerde will Bardens erreichen, dass er in die Revision gehen darf.

Sechs wissenschaftliche Arbeiten eingereicht

Lanka hatte im Internet demjenigen 100000 Euro versprochen, der ihm eine wissenschaftliche Arbeit liefere, mit der nicht nur die Existenz, sondern auch die Größe des Virus belegt werde. Der Mediziner Bardens hatte den Eintrag im Internet gesehen, sich schriftlich vergewissert, dass er ernst gemeint war, und dann sechs wissenschaftliche Arbeiten eingereicht.

„Er hätte keine akzeptiert“

Siegesgewiss schickte er gleich auch seine Kontonummer mit. Das Problem: Lanka hatte eine Arbeit gefordert, die Existenz und Größe nachweist. Die von Bardens eingereichten Arbeiten wiesen jedoch jeweils entweder nur Größe oder Existenz nach.

„Sie hätten aber auch 600 einreichen können, er hätte keine akzeptiert“, sagte der Vorsitzende Richter des Oberlandesgerichts damals. Lanka sei als Impfgegner bekannt und Bardens hätte ahnen können, wie der Nachweis bewertet würde. So aber verlor er den Streit.