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Hoffenheims nächstes Remis: „Frust entsteht, Wut entsteht“

Sinsheim / Lesedauer: 2 min

Hoffenheim und Trainer Matarazzo haben das Siegen verlernt. Der nächste Gegner Union Berlin dürfte der TSG genauso wenig liegen wie die zähen Kölner.
Veröffentlicht:12.02.2024, 10:38

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Andrej Kramaric und Florian Grillitsch waren extra auf das kleine Podest am Zaun geklettert, um die Fans zu beschwichtigen. Oliver Baumann debattierte von unten ebenfalls gestenreich mit den wieder einmal enttäuschten Anhängern der TSG 1899 Hoffenheim, die ihre Pfiffe und „Wir wollen euch kämpfen sehen“-Rufe daraufhin einstellten. Der Frust wird allmählich zur Routine im Sinsheimer Stadion.

„Es ist nicht so, dass es so schwarz ist wie letztes Jahr. Es fühlt sich auch nicht megageil an, aber ist auch nicht megaschlecht“, sagte Kapitän Baumann, der sich wie praktisch immer in den vergangenen Jahren den kritischen Fragen stellte, nach dem 1:1 gegen den 1. FC Köln am Sonntagabend in der Fußball-Bundesliga. „Das muss man schon sehen, auch wenn der Anspruch irgendwo ein anderer ist. Von den Punkten her ist es zu wenig, definitiv.“

Baumann sprach von „dieser komischen Serie“ der TSG - er hätte auch den Plural verwenden können: Seit nun sieben Spielen ist die Mannschaft von Trainer Pellegrino Matarazzo ohne Dreier. In den vergangenen elf Partien gab es nur einen Sieg. Das 3:1 gegen den VfL Bochum, auch der bislang letzte Heimerfolg, ist fast drei Monate her.

Und dann spielen die Kraichgauer mit einer Hartnäckigkeit unentschieden gegen Teams, die eigentlich nicht ihre Kragenweite haben, aber mit ihrer Robustheit der TSG immer wieder Probleme bereiten: 1:1 in Augsburg und gegen Mainz 05, 3:3 gegen Darmstadt, 1:1 gegen Heidenheim und nun gegen Köln. Am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) kommt der nächste Gegner ähnlicher Machart - Union Berlin.

Matarazzo und auch die Spieler verweisen seit Wochen darauf, dass man unter der Woche viel tun müsse, um aus der Misere herauszukommen. „Es ist nichts Taktisches“, beteuerte Baumann. Der Trainer gerät dennoch weiter unter Druck und hatte noch Glück, dass der erst in der 68. Minute eingewechselte Andrej Kramaric in der Nachspielzeit den Freistoßtreffer von Max Finkgräfe egalisierte.

„Es braucht halt gerade viel Arbeit, damit es wieder kippt. Weiter hart arbeiten, viel arbeiten“, sagte Baumann auch dieses Mal. Der 33-Jährige nahm aber auch andere Begriffe in den Mund: „Eigenverantwortung. Jeder an sein Limit gehen.“ Bei den harmlosen Hoffenheimern konnte Matarazzo auch zu seinem einjährigen Dienstjubiläum im Kraichgau nicht für die Wende sorgen. Die TSG-Profis hinken Ansprüchen und Form weiter hinterher.

Matarazzo konnte die Reaktion der Fans nachvollziehen: „Es ist bitter. Frust entsteht, Wut entsteht.“ Mittelfeldspieler Grischa Prömel verwies auf die Tabelle. Noch hat Hoffenheim als Achter Tuchfühlung zu den Europacup-Plätzen, profitiert dabei aber auch von so mancher Schwächephase der Konkurrenten SC Freiburg und Eintracht Frankfurt. „Trotzdem sind wir noch in einer ordentlichen Ausgangsposition. Es ist jetzt nicht so, dass wir uns in einer Situation befinden wie letzte Saison“, sagte Prömel mit Blick auf den damaligen Abstiegskampf.