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Luftrettungsstandort

Offiziell: Der neue Standort von Rettungshubschrauber Christoph 45

Friedrichshafen / Lesedauer: 3 min

Die Entscheidung über den künftigen Standort von Christoph 45 ist gefallen. Der Rettungshubschrauber wird nicht mehr von Friedrichshafen aus zu Einsätzen ausrücken. Alle Standorte im Überblick.
Veröffentlicht:17.11.2022, 10:12

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Die Entscheidung über die künftigen Luftrettungsstandorte in Baden-Württemberg ist gefallen. Christoph 41 wird an die BG Klinik Tübingen verlegt, Christoph 45 kommt aus Friedrichshafen nach Deggenhausertal-Wittenhofen im Bodenseekreis. Neue Standorte entstehen in Lahr (Ortenaukreis) und im Bereich Ravenstein (Neckar-Odenwald-Kreis).

Im Vorfeld der Entscheidung galt lange Zeit Bavendorf im Landkreis Ravensburg als aussichtsreichster Kandidat für den Standort von Christoph 45. Nach Informationen der „Schwäbischen Zeitung“ in der vergangenen Woch e, lief dann als Alternative das Deggenhausertal im Bodenseekreis Bavendorf den Rang als Favorit ab. Das hat sich nun bestätigt.

Es ist unser klares Ziel, eine gute und schnelle Luftrettung für alle Menschen in Baden-Württemberg sicherzustellen.

Staatssekretär Wilfried Klenk

Hintergrund für die neue Festsetzung des Hubschrauberstandorts ist die ausgedünnte Klinikversorgung im Südwesten, an der auch die Effizienz der Notfallversorgung hängt.

Gutachten als Grundlage für Standort-Neubestimmung

Das baden-württembergische Innenministerium hatte dazu ein Gutachten in Auftrag gegeben. Darin kamen Wissenschaftler des Instituts für Notfallmedizin und Medizinmanagement der Universität München zum Schluss, dass die Zahl der Rettungshubschrauber im Land von bislang acht auf zehn erhöht sowie einzelne bestehende Standorte verlegt werden sollten, um eine schnellere Reaktionszeit und bessere Flächenabdeckung zu gewährleisten.

In Friedrichshafen hingegen sieht man genau das durch die Standort-Entscheidung in Gefahr. Zuletzt wehrte sich ein Bündnis aus Ärzten und Bürgern gegen die Verlegung, eine Petition gegen diesen Schritt brachte aber nicht den erhofften Erfolg.

"Es ist unser klares Ziel, eine gute und schnelle Luftrettung für alle Menschen in Baden-Württemberg sicherzustellen. Dazu richten wir die Rettungshubschrauberstandorte gezielter an den heutigen Bedürfnissen der Notfallpatientinnen und -patienten aus", sagte der Staatssekretär im Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen, Wilfried Klenk ( CDU ). "Wir erhöhen die Zahl der Rettungshubschrauber von acht auf zehn und schließen durch die Verlegung von Rettungshubschraubern Lücken bei der Luftrettung."

Von der aktuellen Standort-Entscheidung würden Patienten profitieren, "die tagsüber nicht innerhalb von 20 Minuten durch einen Rettungshubschrauber erreicht werden könne", so Klenk. "Die Menschen dort sind aktuell unterversorgt, das wollen wir ändern."

Am Standort Ulm, wo Christoph 22, startet und landet, wurde in dem Zusammenhang die Erweiterung der Einsatzzeiten in den Morgen- und Abendstunden bis Ende Juni 2024 verlängert.

Neue Luftrettungsstandorte in Baden-Württemberg:

  • Neubau eines Luftrettungsstandortes in Lahr (Ortenaukreis)
  • Neubau eines Luftrettungsstandortes im Bereich Ravenstein (Neckar-Odenwald-Kreis)
  • Christoph 11 Villingen-Schwenningen (Standort unverändert, Einsatzbereitschaft 24 Stunden)
  • Christoph 22 Ulm (unverändert, Ausweitung in den Randzeiten)
  • Christoph 41 Tübingen BG-Klinik (anstelle Leonberg)
  • Christoph 43 Karlsruhe St. Vincentius Krankenhaus (Rückverlegung von Interims-Standort Baden-Airpark)
  • Christoph 45 Deggenhausertal-Wittenhofen (anstelle Friedrichshafen)
  • Christoph 51 Stuttgart/Pattonville (Standort unverändert, neu: Einsatzbereitschaft 24 Stunden
  • Christoph 53 Mannheim (unverändert)
  • Christoph 54 Freiburg (unverändert)

VIDEO - Flug mit Christoph 45 und 360-Grad-Kamera