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Fasnet

Wangener feiern Outdoor-Fasnetsparty mit dem König aus Costa Rica

Wangen / Lesedauer: 3 min

Tanz, Musik, Kostümprämierung. Hunderte sind auf dem Marktplatz dabei. Und erfahren, was der Karneval in Costa Rica mit dem in Gebrazhofen gemein hat.
Veröffentlicht:11.02.2024, 17:00

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So ein bisschen hat die Wangemer Narrenzunft mit der „Fasnet auf em Marktplatz“ am Freitagabend an alte Traditionen aus den 1950er- und 1960er-Jahren angeknüpft, die sie 2009 erstmals wieder aufleben ließ und eigentlich im Zweijahresrhythmus in „geraden“ Jahren abhalten wollte.

So ein bisschen war die Freiluft-Fasnetsparty 2024 aber auch Ersatz für den Bürgerball, der aufgrund der Stadthallen-Belegung durch Flüchtlinge dort nicht wie ursprünglich geplant über die Bühne gehen konnte. In jedem Falle aber bot die Zunft wieder ein Programm auf, das für jeden etwas bereithielt - und mit dem „König von Costa Rica“ auch internationalen Flair hatte.

Zunfteigene Tänzer

2018 gab es die letzte „Fasnet auf em Marktplatz“, 2020 den letzten Bürgerball. Kein Wunder also, dass die erste Qutdoor-Fasnetsparty nach langer Zeit durchaus ihr Publikum fand. In die Bütt gingen die Narren in diesem Jahr nicht. Sonst aber war mit den zunfteigenen Bambini-Tänzern und DJ-Dancern und der Kostümprämierung doch vieles dabei, was treue Bürgerball-Besucher durchaus kennen.

„Unsere DJ-Dancer haben bereits im Herbst mit den Proben begonnen und ,Die Eiskönigin’ auch für den Festakt zum hundertjährigen Jubiläum der Vereinigung Schwäbisch Alemannischer Narrenzünfte in Bad Saulgau einstudiert“, erzählte Zunftmeister Wolfgang Tengler. Da wollte man das Musical, das auf einer Disney-Verfilmung basiert, den Wangenern nicht vorenthalten.

Seit 1498 belegt

Erst einmal aber stellten Tengler und Narrenvater Bernd Rothacker in Reimform die wichtigsten Häser und Stationen der Wangemer Fasnet vor. Eine Rechnung im städtischen Archiv belegt: Schon 1498 wurde in Wangen Fasnet gefeiert. Eine Zunft gibt es aber erst seit 1935, die Anfang der 1950er-Jahre zunächst das Aneweible, später dann den Flachsnarr und den Spindelnarr hervorbrachte.

Nach den Bambini-Tänzern, dem Schalmeienzug und Ramonas Dance Academy boten die Moderatoren Theresa Scholz und Markus Meyer jene fünf ausgewählten, am besten Kostümierten auf die Bühne, über die eine Jury zu entscheiden hatte. Sieger wurde der „König aus Costa Rica“, der tatsächlich auch von dort stammt - und inzwischen mit der Wangenerin Selina Schneller verheiratet ist und auch hier lebt.

Fast wie in Gebrazhofen

Die Fasnet gefalle ihm extrem, sagte der 28-Jährige Agustin Gonzales Reyes. Von zu Hause kenne er den Karneval, der dort allerdings anders - und mit „Riesenköpfen“ ähnlich wie jenen aus Gebrazhofen - gefeiert werde. Den im Hause Schneller vorhandenen „Musketier“-Umhang habe man mit einer Krone verbunden, erzählte Selina Schneller. Fertig war der „König“.

Mit der Lumpenkapelle Butzlumpa aus dem Argental hat die Narrenzunft einen richtigen Renner an Land gezogen. Nicht nur, dass die Musiker, die sich aus verschiedenen Musikkapellen zwischen Laimnau und Vogt zusammensetzen, derzeit auf Instagram mit ihrem bei einer Probe aufgenommenem Medley gerade viral gehen und bereits über eine Million Views generierten. Auch auf dem Marktplatz gaben die Butzlumpa alles und brachten ihn zum Beben. Interessant in diesem Zusammenhang: Schon bei der Marktplatz-Fasnet-Premiere 2009 waren die Butzlumpe - damals noch in anderer Konstellation und anders geschrieben - mit dabei.

Der Höhepunkt

Highlight auch dieses Mal: Die DJ-Dancer mit ihrer viertelstündigen Eiskönigin-Vorführung, die die von Alleinunterhalter Manni umrahmten Marktplatz-Fasnet beendeten. Unter den 200 bis 300 Mitfeiernden waren auch Andrea und Frank Ewerhardy aus dem Saarland, die derzeit gerade in Wangen Urlaub machen und laut eigener Aussage „zufällig“ vorbeikamen, tanzten - und blieben. „Eine Supersache“, sagte Andrea Ewerhardy: „Das hier kann gut mit dem Kölner Karneval konkurrieren.“

Ab dem frühen Abend verbrachte auch der Wangener Joachim Falter seine Zeit auf dem Marktplatz und beschrieb die Freiluft-Fasnetsparty als „mega“: „Ich komme definitiv beim nächsten Mal wieder. Mein Favorit war die Lumpenkapelle.“ Nicht nur er, auch Zunftmeister Wolfgang Tengler war mehr als zufrieden: „Gute Stimmung, ein voller Marktplatz - was will man mehr?“