Eselmühle

Wangen und die Berge

Wangen / Lesedauer: 3 min

Stadtmuseum stellt Verbindungen her – Begleitausstellung zur Galerie
Veröffentlicht:29.03.2016, 12:10
Aktualisiert:23.10.2019, 17:00

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Im Stadtmuseum in der Eselmühle beginnt am Freitag, 1. April, eine Begleitausstellung zur Ausstellung „Über allen Gipfeln – Berge in der Kunst“, die in der Galerie in der Badstube zu sehen ist. Beide nehmen das Thema Berge in den Fokus. Die stadt- und regionalgeschichtliche Begleitausstellung im Stadtmuseum läuft bis Sonntag, 12. Juni.

Im Zentrum der Schau im Stadtmuseum stehen Fotos von August von Zabuesnig. Der gebürtige Oberstdorfer und Sohn des bekannten Fotografen Otto von Zabuesnig lebte von 1899 bis zum seinem Tod 1925 in Wangen. Er fotografierte unter anderem die Bergwelt der Allgäuer Alpen . Dass er in Wangen „landete“, hat unmittelbar mit den Gebrüdern Wiedemann zu tun, die Käse herstellten. Die Adler-Käse waren damals schon bekannt, und die Fotos von August von Zabuesnig sollten ihnen zu noch besserer Wahrnehmung verhelfen, wie es in einer Pressemitteilung der Stadt heißt.

Mehr als 700 Glasplatten hat Zabuesnig hinterlassen, die er mit einer alles andere als handlichen Reisekamera aus Messing und Mahagoniholz belichtete. So entstanden Schwarzweiß-Fotografien, die die alpine Landschaft, aber auch die Dörfer und ihre Menschen zeigen. Sie seien allesamt nicht spontan entstanden, sondern komponiert mit dem sicheren Gespür für den richtigen Augenblick, heißt es in der Mitteilung.

Ausstellungsstücke hängen von der Decke

Stadtarchivar Rainer Jensch hat in den vergangenen Wochen und Monaten die Fotos gesichtet und die Geschichte der Fotografie in Wangen bis 1950 aufgearbeitet. Die Ergebnisse fasst eine Tafel in der Eingangshalle des Stadtmuseums zusammen. Die Geschichte der Fotografie in Wangen beginnt 1859. Die ersten beiden professionellen Fotografen sind Zabuesnig und Josef Preiss, der 1908 nach Wangen kommt und im gleichen Jahr wie Zabuesnig stirbt. 1926 schließlich kommt Gustav Bulmer in die Stadt.

Spannend sind die kleinen Bücher, die Irina Leist im Adler-Archiv entdeckt hat. Dort finden sich nicht nur Erläuterungen zur Käseherstellung aus dem Hause Wiedemann, sondern vor allem jene Fotos von Zabuesnig, die im Erdgeschoss in der Eselmühle aufgehängt sind.

Irina Leist hat zum Thema Alpen außerdem eine ganze Reihe Utensilien zusammengetragen, die zeigen, mit welchen Sportgeräten die Allgäuer vor 100 Jahren unterwegs waren. An roten Fäden hängen sie von der Decke. Eine Vitrine zeigt, mit welch einfachen Mitteln und Ausrüstungsgegenständen die alpinen Sportler in den 20er oder 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in den Bergen wanderten und Ski fuhren.

Über all dem thront ein Murmeltier, und ein Hirsch behält die Besucher im Blick, die unter anderem an einem Gemälde von Oskar Farny „hängen“ bleiben. Der Maler erzählt darauf vom Pech des Brauers bei der Jagd im Gebirge. Er brach sich ein Bein.

Die Berge und das Marketing – sei es für die Käse der Gebrüder Wiedemann oder für den Tourismus – zeigt eine kleine Schau im schwarzen Würfel im zweiten Stock des Museums. Eine Panoramadarstellung von Wangen vor der eindrucksvollen Bergkette zeigt eine Gouache aus den 50er Jahren. Sie wurde wohl für die Werbung eingesetzt.

Für den Besuch von beiden Ausstellungen in Galerie und Stadtmuseum gibt es ein Kombiticket für fünf Euro, ermäßigt drei Euro. Bei Gruppen ab zehn Personen kostet der Eintritt pro Kopf drei Euro. Für Kinder ist der Eintritt frei. Für die kleinen Besucher gibt es außerdem eine Museumsrallye.