Verbandsliga

Wangen feiert Rückkehr in die Verbandsliga

Wangen / Lesedauer: 3 min

Landesliga-Spitzenreiter gelingt umkämpfter 2:1-Erfolg beim SV Kehlen
Veröffentlicht:29.05.2016, 16:12
Aktualisiert:23.10.2019, 15:00

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Nach dem sang- und klanglosen Abstieg vor einem Jahr, vornehmlich das traurige Produkt einer völlig verkorksten Personalsituation, ist dem FC Wangen der sofortige Wiederaufstieg in die Verbandsliga gelungen.

Mit dem schwer erkämpften wie gleichermaßen glücklichen 2:1-Erfolg am Samstagnachmittag beim SV Kehlen sowie der parallel faustdicken 4:0-Überraschung der SG Kißlegg bei Meisterschafts-Mitfavorit SV Oberzell, lieferten die „Fußballgesellen“ aus Wangen am vorletzten Landesliga-Spieltag ihr Meisterstück ab.

Es lag keinesfalls an der Gluthitze, dass Wangens Kicker erst mit Verzögerung heiße Tänze auf dem gepflegten Grün des schmucken Kehlener Stadions vollführten. Vielmehr waren die FC-Spieler nach dem schweißtreibenden und unnötig spannenden Geschehen erst circa zwei Minuten später vom Coup der Kißlegger informiert worden. Danach brachen alle Dämme. „Nie mehr Landesliga“, schwappte es bis hinunter zum nahen Bodensee.

Dem bizarren Blitz aus heiterem Himmel gleich, tauchten urplötzlich Unmengen von Bier und Sekt auf. Der obligatorische Schluck aus der „Pulle“ erwies sich freilich als nebensächlich. „Unter Wasser“ gesetzt wurden vielmehr alle, die keinen Fluchtweg gefunden hatten. Allen voran Florian Meffert . Wie der begossene Pudel strahlte der FCW-Coach mit der Sonne um die Wette. Gleich im ersten Landesligajahr, als erfolgreicher Juniorencoach von seinem Stammverein SV Maierhöfen-Grünenbach gekommen, gelang dem 39-Jährigen mit dem FC Wangen auf Anhieb der Aufstieg.

Viele vergebene Chancen

Gleichwohl sich Meffert nicht annähernd blenden lässt: „In der Außendarstellung liest sich dieser Aufstieg sicherlich einfacher, als womöglich gedacht. Einen inzwischen so umfangreichen Kader bei Laune zu halten, gestaltet sich auch für einen lernfähigen Trainer extrem schwierig. Zumal wir uns über die vielen Ausfälle nie beklagten.“

Kapitän Daniel Wellmann brachte es nach der fünften Wangener Landesligameisterschaft auf den Punkt: „Das so überaus glückliche 2:1 bei Abstiegskandidat Kehlen spiegelte den gesamten Saisonverlauf wider. Es ging permanent auf und ab, ab und auf. Doch haben wir das große Ziel Verbandsliga nicht im Kleinsten aus den Augen verloren.“

Im Nachhinein vergessen sind die Großchancen en masse durch den herausragenden Außenläufer Holger Birk, durch Yannick Huber, Mario Vila Boa oder aber den umsichtigen Regisseur Okan Housein. Der Pfostenkracher von Kehlens Kapitän David Bernhard (80.) hätte sogar den Ausgleich bedeuten können für den mehr denn je abstiegsbedrohten Gastgeber. Kann den Wangenern (SVK-Coach Steinmaßl respektvoll: „Der Aufstieg ist verdient“) aber ziemlich „wurscht“ sein. „Die Kißlegger dürfen sich unzweifelhaft noch über einige Zuwendungen freuen“, sagte FCW-Präsidiumsmitglied Frauke von Klebelsberg. „Jetzt fiebern wir einem schönen Finale am Samstag gegen Weingarten entgegen.“ Das Schlusswort gebührt dem Kapitän. Wellmann, durchnässt ohne Ende: „Bis zum Montag, das verspreche ich, sieht mich kein Bett mehr.“

SV Kehlen – FC Wangen 1:2 (1:2) – Tore: 1:0 Feyer (29.), 1:1 Knapp (36.), 1:2 Housein (38.). Schiedsrichter: Milz (Riedlingen) – Zuschauer: 350 – FCW: Birker; Knapp, Bauer, Wellmann, Birk (81. Raaf); Housein, Lang; Nikolaidis (65. Späth), Huber, Rädler (24. Basar); Vila Boa (76. Cientanni).