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So laufen die großen Wangener Straßenbaustellen

Wangen / Lesedauer: 6 min

Zeitplan, Umleitungen und ein Ärgernis: Das ist der Stand der Dinge bei B 32, Herfatzer Brücke, Waltersbühl-Kreisel und Linksabbiegespur an der L 320.
Veröffentlicht:09.11.2023, 12:00
Aktualisiert:09.11.2023, 12:16

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Die Großbaustelle auf der B 32 und die damit verbundene, enorme Belastungsprobe für Wangen nähern sich langsam ihrem Ende. Wenn alles einigermaßen glatt läuft, dann dürfen sich Verkehrsteilnehmer ab der zweiten oder dritten Dezemberwoche über eine neue Herfatzer Argenbrücke, einen Kreisel zum Waltersbühl und dazu über eine sanierte und modernisierte Bundesstraße freuen ‐ fast wie eine Art vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Ein Überblick über den Stand der Dinge, auch bei einer anderen für die Stadt wichtigen Straßenbaustelle.

Was passiert aktuell an der Herfatzer Argenbrücke?

Derzeit laufen Erdarbeiten vor und nach der Brücke, teilt das Regierungspräsidium (RP) als zuständige Behörde auf SZ-Anfrage mit. Dabei würden auch die Strom-, Telekommunikations- sowie Gasleitungen von der parallel verlaufenden Gehwegbrücke an die neue B32-Brücke zurückverlegt.

Ebenfalls werde aktuell die Straßenentwässerung erneuert. In den nächsten Wochen folgen dann die Pflasterarbeiten, so das RP weiter. Dazu gehöre beispielsweise das Setzen der Randsteine sowie eine neue Böschungstreppe. Anschließend gehe es mit den Asphaltarbeiten vor, nach und auf der Brücke weiter. Insgesamt schreite die Baumaßnahme gut voran und liege weiter im Zeitplan.

Wie ist der Stand beim neuen Waltersbühl-Kreisel?

Seit Anfang der Woche kann der Verkehr ins Waltersbühl über die nördliche Hälfte des neuen Kreisels laufen. Aktuell gehen auf der anderen Kreiselseite die Arbeiten weiter. Noch im November soll hier ebenfalls die sogenannte Trag- und Binderschicht aufgebracht werden, sodass der Kreisverkehr zumindest vorläufig durchgängig befahrbar wäre.

Was tut sich auf der Bundesstraße selbst?

Am vergangenen Montag startete mit der Fahrbahnsanierung der Ravensburger Straße (B 32) bis zum Knotenpunt Haidösch (Shell-Tankstelle) ein neuer Bauabschnitt. Der alte Belag auf dem rund 400 Meter langen Abschnitt der Bundesstraße ist bereits abgefräst, auch dieser Bereich erhält in den kommenden Tagen und Wochen eine neue Trag- und Binderschicht. Geplant ist, dass Anfang/Mitte Dezember beim Kreisel und dem Rest der B 32 zusammen die abschließende Deckschicht aufgebracht und die Fahrbahn markiert wird. Dazu muss jedoch der gesamte Abschnitt für wenige Tage komplett gesperrt werden.

Was bedeutet das alles für die Umleitungsstrecken?

Bis mindestens Ende November ändert sich an der aktuellen Regelung nichts. Verkehrsteilnehmer, die zum Landmarkt Koros und zu McDonald’s wollen, müssen über die Masuren- und die Wittwaisstraße und über den bereits fertiggestellten Abschnitt der B 32 in der Ortseinfahrt fahren. Der Verkehr aus Richtung Altstadt ins Waltersbühl wird über die Franz-Walchner-Straße, Siemensstraße und den neuen Kreisverkehr umgeleitet. Der Verkehr aus dem Waltersbühl heraus soll über die Pfannerstraße fahren. Bei der besagten Vollsperrung von Kreisel und B 32 Anfang/Mitte Dezember wird das Waltersbühl aus Richtung Bundesstraße für wenige Tage nur über die Pfannerstraße erreichbar sein.

Wird an der Haidösch-Ampel noch etwas geändert?

Für viele Autofahrer bleibt die Ampelschaltung an der Einmündung Haidösch in die B 32 ein Ärgernis. Aufgrund der weiter längeren Rotphasen für die Linksabbieger von der B 32 staut sich hier der Verkehr teilweise beträchtlich ‐ obwohl seit Monaten wegen der Straßenbauarbeiten kein Gegenverkehr da ist. Trotzdem bleibt die Ampel auch beim aktuellen Bauabschnitt angeschaltet, um Gefahrensituationen mit Fußgängern und Radlern aus Richtung Bestattungsunternehmen Stauber zu vermeiden, wie es von der Verwaltung heißt. „Wir versuchen aber, die Ampelschaltungen noch einmal zu optimieren“, so Martin Jörg vom Tiefbauamt.

Wann kann der Verkehr auf der B 32 wieder rollen?

Bei Halbzeit der Herfatzer Brückenbaustelle Ende Juli hatte Regierungspräsident Klaus Tappeser Mitte Dezember als Termin für die offizielle Verkehrsfreigabe ausgegeben, konkret war damals der 12. Dezember im Gespräch. Ob dieses Datum gehalten werden kann, hängt auch vom Wetter bis dahin ab. Deshalb hält sich das RP mit der Bekanntgabe eines festen Datums noch zurück und will „rechtzeitig mit einer gesonderten Pressemitteilung informieren“, wie es auf SZ-Anfrage heißt. Dem Vernehmen nach strebt die Behörde für die Freigabe weiterhin die zweite Dezemberwoche an, eventuell aber ein paar Tage später als ursprünglich vorgesehen.

Was wird dann alles anders sein?

Fest steht schon jetzt, dass Wangen sich schon einmal „vorfreuen“ darf, denn die Allgäustadt erhält gut vier Monate vor Beginn der Landesgartenschau 2024 eine fast komplett runderneuerte Verkehrshauptschlagader: mit einer neuen Herfatzer Brücke über die Untere Argen, einem neuen Kreisel zum Waltersbühl und mit einer über weite Teile des Stadtgebiets sanierten B 32. Denn die Bundesstraße bekommt allein 2023 vom Autobahnanschluss Wangen-West bis zum Knotenpunkt Haidösch nicht nur einen frischen Fahrbahnbelag, sondern auch barrierefreie Bushaltestellen sowie durchgängige Radwege oder -schutzstreifen samt Aufstellflächen für mehr Sicherheit.

Nimmt man die Arbeiten an der B 32 in den Vorjahren hinzu (Leutkircher Kreuzung, Gallusbrücke, Friedrich-Ebert-Straße, Isnyer Kreisel), dann sind große Teile der Bundesstraße in der Kernstadt optisch wie technisch in einem guten Zustand. Fehlen nur noch die Erzbergerstraße und der Bereich zwischen Einmündung Hans-Schnitzer-Weg und Gegenbaurstraße/Leutkircher Straße. Letzterer soll jedoch beim Bau der Bahnunterführung nach der Gartenschau, frühestens ab 2025, angegangen werden.

Und wie schaut es bei der Linksabbiegespur an der L 320 aus?

Bislang laufen die Arbeiten für die Linksabbiegespur zum Reitgelände und zum großen Gartenschau-Parkplatz südlich der Erba nach Plan. Seit Mittwoch wird der Verkehr über die zweispurige Baustraße geleitet, auf der nur noch Tempo 30 gilt. In den vergangenen Tagen und Wochen wurde für die anstehende Verbreiterung der Landesstraße zudem vorgearbeitet: Eine unter der benachbarten Wiese laufende Gasleitung wurde nordwärts verlegt, ebenso der Graben mit dem kleinen Bächlein. So können nun die Erdarbeiten für einen tragfähigen Untergrund beginnen, sagt Martin Jörg. Ziel sei es, die breitere Fahrbahn mit der Linksabbiegespur soweit fertig zu bekommen, dass der Verkehr noch vor Weihnachten wieder über die L 320 fließen kann.

Ebenfalls noch in diesem Jahr sollen die ersten Arbeiten für den großen Parkplatz zur Landesgartenschau beginnen. Der Auftrag hierfür ist bereits vergeben und schließt den Bau der Zufahrt Richtung Reitgelände mit ein, der aber erst 2024 angegangen wird. Die Baustraße bleibt laut Jörg über den Winter bestehen und wird kommendes Jahr zurückgebaut. Der Kies vom Untergrund soll dann für den geplanten, provisorischen Fuß- und Radweg zwischen Lottenmühle und Ortseingang Wangen verwendet werden.