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Schlechte Erinnerungen an den SV Kressbronn

Wangen / Lesedauer: 4 min

Für den FC Wangen steht das nächste Testspiel an, aber der Verein plagt sich momentan mit Personalsorgen.
Veröffentlicht:09.02.2024, 17:00

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Zwölf Feldspieler hatte Joachim Baur, Trainer des Landesligisten FC Wangen, am Dienstag im Training. Die fehlenden Fußballer waren entweder verletzt oder krank. „Damit muss man als Übungsleiter leben. Ich mache das Beste daraus“, sagt Baur. Ob der eine oder andere am Samstag beim zweiten Testspiel zu Hause (14 Uhr, Kunstrasenplatz Hinteres Ebnet) gegen den SV Kressbronn dabei sein wird, ist noch nicht sicher. Klar ist aber, dass der FCW für die herbe 3:5-Niederlage in der Vorbereitung zur neuen Saison im August 2023 Revanche will. Damals stimmte im Spiel des Traditionsvereins nicht viel.

Im ersten Testspiel beim FC Überlingen (3:3) gab es einige Dinge, die dem FCW-Trainer weniger gefielen - zum Beispiel die einfachen Gegentore. „Wir müssen aus den Fehlern die richtigen Schlüsse ziehen und sie abstellen“, sagt der 44-Jährige. Es gab auch viel Gutes, das er von seiner Mannschaft gesehen hat, aber die Unachtsamkeiten müssten nicht sein.

Baur bescheinigt seinem Team Potenzial

Zwei Dinge erwartet er von seiner Elf gegen den Bezirksligisten Kressbronn: Keine einfachen Fehler im Spielaufbau und bessere Restabsicherung bei Ballverlust. „Das muss unser Ziel sein, um erfolgreich Fußball zu spielen“, betont er. Nicht sorglos nach vorne spielen, sondern sauber die Bälle zum Mitspieler passen. Fußballerisch mache ich mir keine Sorgen. Die Mannschaft hat viel Potenzial, aber die Fehlerquote macht oft den Unterschied“, weiß er. Und die gilt es abzustellen.

Okan Housein, Unterschied-Spieler des FC Wangen, stimmt seinem neuen Trainer zu. „Wir dürfen uns auf dem Weg nach oben nicht selbst im Wege stehen“, betont er. Heißt: Ab dem ersten Punktspiel am 9. März (zu Hause gegen Heimenkirch) konzentriert zur Sache gehen und den Gegner erfolgreich bespielen. Die Belastung im Training sei aktuell hoch, aber das Trainerduo Joachim Baur/Jonas Kraft nehme Rücksicht auf die Spieler. Der 33-Jährige muss selbst sein Pensum dosieren, um vernünftig zu trainieren, da er immer wieder ein Ziehen in der Leiste verspüre. Es sind ruckartige Bewegungen, die den Schmerz verursachen können. Okan Housein spielt mit einer speziellen Kompressionshose, und die wirkt erfolgreich gegen den Schmerz. „Das passt bisher“, sagt er.

Ansonsten lobt er seinen neuen Trainer, weil er in den Einheiten Spaß und Ernst gezielt und gut miteinander vermische. Aber auch die Tatsache, dass Joachim Baur immer wieder die richtigen Worte gegenüber den Spielern findet, sei ein Gewinn für den Verein. Housein ist davon überzeugt, dass die Mannschaft das Potenzial hat, eine erfolgreiche Rückrunde zu spielen. Die vielen jungen Spieler bräuchten Zeit und man müsse Geduld mit ihnen haben. Kopfzerbrechen macht ihm die Tatsache, dass der FCW keinen Stoßstürmer in seinen Reihen hat. Deshalb erwartet er von allen Spielern, dass jeder sich am Toreschießen beteiligt. „Wir müssen die Chancen gut herausspielen und dann aber auch verwerten“, sagt er. Am Samstag gegen Kressbronn hätte die Mannschaft einiges wieder gut zu machen. „Die 3:5-Niederlage war ziemlich ernüchternd für uns“, betont er.

SVK braucht Zeit nach fast kompletten Neuaufbau

Mico Susak, Trainer des SV Kressbronn, und seine Mannschaft wollen gegen den FC Wangen gut dagegenhalten. „Der Vergleich mit einem Traditionsverein muss für jeden Spieler Motivation genug sein“, sagt Susak. Für seine Elf ist die Partie beim FC Wangen das erste Testspiel. Es folgen bis zum Nachholspiel in Ailingen (9. März) noch drei weitere, alle auswärts auf einem Kunstrasenplatz.

„In einer Woche spielen wir beim Landesligisten VfB Friedrichshafen. Das ist der zweite gute Test innerhalb einer Woche“, betont er. Seine Mannschaft belegt in der Bezirksliga mit 22 Punkten einen Mittelfeldplatz. Zu gut für den Abstiegskampf, nicht gut genug, um in der Tabelle oben anzuklopfen. Mico Susak sieht den Grund darin, dass der SVK in den vergangenen drei Jahren viele gestandene Spieler verloren habe. „Fast eine ganze Mannschaft“, betonte er.

Der Bezirksligist hat die Lücken mit eigenen Spielern aufgefüllt. „Die brauchen Zeit und Geduld und dürfen Fehler machen“, sagt Mico Susak. Deshalb seien auch solche Spiele wie gegen Wangen und den VfB Friedrichshafen wichtig für die weitere Entwicklung der jungen Spieler des SV Kressbronn. Vor sieben Monaten überraschte der SVK den FCW. Am Samstag in Wangen hätte er sicher nichts dagegen, wenn das wieder gelingen würde.