Diskussionsrunde

Landwirte-Diskussion, Teil 5: Klares „Nein“ zur Gentechnik

Wangen / Lesedauer: 2 min

Bio-Technologie stößt bei Allgäuer Bauern auf Skepsis
Veröffentlicht:02.04.2014, 18:15
Aktualisiert:24.10.2019, 15:00

Von:
Artikel teilen:

Gentechnik in der Landwirtschaft hat auch im Allgäu und am Bodensee wenig Freunde. Im Rahmen einer landwirtschaftlichen Diskussionsrunde der Lindauer Zeitung wurde sie abgelehnt. Teilnehmer waren die Landtagsabgeordneten Leopold Herz (Freie Wähler), Ulli Leiner (Grüne), Eric Beißwenger (CSU) sowie der Lindauer Kreisobmann des bayerischen Bauernverbandes, Elmar Karg, und Helmut Jäger, Vorstand des Bayerischen Erwerbsobstbauernverbands. Alle drei Politiker sind gleichzeitig Bauern. Jan Steppat, für die Schwäbische Zeitung Regionalchef im Allgäu und in Lindau, hat das Gespräch moderiert. Protokolliert wurde es von Uwe Jauß. In der fünften und letzten Folge geht es um Gentechnik.

Herz von den Freien Wählern meint: „Wenn nach einer Umfrage 80Prozent der Bevölkerung keine Gentechnik in der Landwirtschaft wollen, sollte man es lassen.“ Er berichtet, dass auch er von landwirtschaftlichen Konzernen regelmäßig „Brandbriefe“ zugunsten der Gentechnik zugeschickt bekomme. Für ihn sei aber das „Nein“ zur grünen Gentechnik eine klare Sache.

Der CSU-Landtagsabgeordnete Beißwenger ergänzt: „Ganz klar: kein Anbau von gentechnikveränderten Pflanzen in Bayern.“ Er verweist jedoch darauf, dass es wohl eine Täuschung sei, wenn man von einer gentechnikfreien Region spreche. Durch Importe könnte verunreinigtes Futtermittel ins Land kommen.

Mehr als 70 Prozent der Region sei „komplett genfrei“, sagt Bauernobmann Karg. Dies hänge mit der Dominanz der Milchviehwirtschaft im Allgäu zusammen. Bauern mit Sonderkulturen wie Obst und Gemüse täten sich generell schwerer. Der öfters von Gentechnik bedrohte Maisanbau spiele im Allgäu keine Rolle.

Forderung: Kennzeichnungspflicht

Der Grünen-Politiker Leiner warnt vor Gentechnik durch die Hintertür. Werde das gegenwärtig verhandelte transatlantische Freihandelsabkommen zwischen Nordamerika und den EU tatsächlich beschlossen, würde dies den Import von genmanipulierten Futtermitteln ermöglichen, so Leiner. Er fordert die Kennzeichnung von genbehandelten Lebensmitteln.

Jäger vom Erwerbsobstbauernverband verweist auf genmanipulierte Zierpflanzen. Dies könnte den Imkern zu schaffen machen, sollten die Bienen dort ihre Pollen holen. Der Honig wäre dann gentechnisch verunreinigt.

Beißwenger, der selber als Imker tätig ist, meint, dass davon vor allem Hobby-Imker in den Städten betroffen seien. Wer aber die Imkerei gewerblich betreibe, stehe bei einer Verunreinigung des Honigs rasch vor dem Ruin.