Landratsamt

Kreis stellt Kleinklassen auf den Prüfstand

Wangen / Lesedauer: 2 min

Bei Zusammenlegungen über die Grenzen hinauszublicken
Veröffentlicht:28.02.2014, 14:40
Aktualisiert:24.10.2019, 16:00

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Das Landratsamt will im Herbst Vorschläge zur Zukunft der Kleinklassen unter 16 Schülern an den kreiseigenen Schulen vorstellen. Das hat Georg Rupp in der Sitzung des Kultur- und Schulausschusses des Landkreises angekündigt. Der Dezernatsleiter für das Schulwesen sagte: „Wir müssen uns im Klaren sein: Die demografische Entwicklung schreitet voran.“ Zudem zögen immer mehr junge Menschen akademische Weihen einer dualen Ausbildung vor.

Dass ein generelles Umdenken erforderlich ist, machte Rupp deutlich - ohne schon zum jetzigen Zeitpunkt konkret zu werden. Lange habe es an den Beruflichen Schulen einen Trend hin zu Spezialisierungen gegeben. Jetzt gelte es, sich Gedanken zu machen um die „gemeinsame Beschulung ähnlicher Bereiche“. Beispielhaft nannte er die Metall- und die KFZ-Techniker in Wangen oder die Bereiche Land- und Hauswirtschaft in Leutkirch.

Darüber hinaus sieht sich der Kreis gefordert, bei Zusammenlegungen auch über die eigenen Grenzen hinauszublicken. Laut Rupp könnte dies in Ausbildungsgängen der Fall sein, bei denen es im Landkreis Ravensburg nur ein Angebot gibt und zudem nichts Verwandtes.

SPD-Kreisrat Gerhard Lang brachte die Zusammenlegung ganzer Ausbildungsjahrgänge als Denkmodell ins Spiel. Rupp verwies an diesem Punkt auf die Ausbildungsordnungen. Sie lägen in der Zuständigkeit der Kammern.

Voraussetzung für alle weitergehenden Gedankenspiele im Landratsamt sind allerdings Daten. Laut Rupp ermittelt die Behörde gerade Schülerströme. Diese Grundlagen seien wesentlich bei möglichen Kleinklassen-Schließungen. Denn: Nicht zwangsläufig wechselten Schüler in diesen Fällen an andere Standorte innerhalb des Landkreises. Durchaus möglich ist, dass diese dann Angebote in der Nachbarschaft wahrnähmen.

„Positive Überraschung“

Ungeachtet der allgemein sinkenden Anzahl junger Menschen war der aktuelle Schulentwicklungsbericht des Landratsamts für Horst Büssenschütt (Freie Wähler) eine „positive Überraschung“. Und zwar deshalb, weil die Gesamtschülerzahl im laufenden Schuljahr um 135 höher liegt als im Vorjahr. Derzeit besuchen knapp 11 000 junge Leute die Beruflichen Schulen des Kreises.